Biografie

Sydney Pollack

Der US-Amerikaner russisch-jüdischer Herkunft prägte seit den 1960er Jahren, zum einen als Schauspieler in Nebenrollen, aber mehr noch als Regisseur, das internationale Filmgeschäft. Der Filmschaffende drehte klassische Western und sozialkritische Thriller, die nicht selten die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in den USA anprangerten. 1969 feierte er mit "Nur Pferden gibt man einen Gnadenschuss" seinen Durchbruch. Für sein dramatisches Liebesepos "Jenseits von Afrika" (1985), das mit sieben Oscars ausgezeichnet wurde, erhielt Sydney Pollack den Preis für den besten Film und für die beste Regie. Weitere Erfolge als Produzent markierten "Tootsie" mit Dustin Hoffman (1982), "Havanna" mit Robert Redford (1990), "Die Firma" mit Tom Cruise (1993) und "Die Dolmetscherin" mit Nicole Kidman und Sean Penn (2005)...
Sydney Pollack wurde am 1. Juli 1934 in Lafayette (Indiana, USA) geboren.

Nach Abschluss der Schule feierte er bereits 1954 sein Broadwaydebüt in "The dark is light enough" (Das Dunkel ist licht genug). 1960 debütierte er als TV-Regisseur. Sein Leinwanddebüt gab er 1962 mit dem Kriegsfilm "War Hunt" (Hinter feindlichen Linien), bei dem auch Robert Redford sein Debüt feierte. Unter Anderem inszenierte er 1963 die erste Folge der Serie "Dr. Kimble - Auf der Flucht", die weltweit berühmt wurde.

Zwei Jahre später hatte Pollack den Sprung zum Kino geschafft. "Stimme am Telefon" war sein erster Streifen als Film-Regisseur. Darauf folgte seine Arbeit "Dieses Mädchen ist für alle", ein Südstaatendrama, dessen Drehbuch der noch unbekannte Francis Ford Coppola geschrieben hatte. 1967 drehte Pollack seinen ersten Western - "Mit eisernen Fäusten". Im selben Genre schuf er "Jeremiah Johnson" mit Robert Redford in der Hauptrolle.

In dieser Zeit entstand auch der Kriegsfilm "Das Schloss in den Ardennen" und "Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss" mit Jane Fonda. Mit diesem Streifen über das Elend im Amerika der Weltwirtschaftskrise erregte Pollack große Aufmerksamkeit. Er wurde erstmals für einen "Oscar" nominiert und Gig Young wurde für seine Rolle in dem Film mit dem "Oscar" für die beste Nebenrolle ausgezeichnet.

Einen weiteren kontroversen Film brachte Pollack mit "Cherie Bitter - So wie wir waren" mit Barbra Streisand und Robert Redford auf die Leinwand. Er übte darin Kritik an der antikommunistischen Hetzkampagne des Senators McCarthy. Allerdings überstand der Film die Zensur nur mit herben Verlusten, viele Szenen wurden herausgeschnitten.

Mitte der 1970er Jahre ließ Pollack zwei weitere Höhepunkte seiner Karriere entstehen. In dem Thriller "Die drei Tage des Condors" stellte er die CIA in Frage. Zuvor hatte er den Gangsterfilm "Yakuza" mit Robert Mitchum abgedreht, der in Japan spielte. 1977 drehte Pollack "Bobby Deerfield" mit Al Pacino, der darin einen Rennfahrer spielte.

Danach folgte mit "Der elektrische Reiter" erneut ein Streifen mit Robert Redford. Kritik an Medien und Gesellschaft übte Pollack 1981, als er "Die Sensationsreporterin" drehte - in den Hauptrollen Paul Newman und Sally Field. Der Streifen zeigte, wie in der Gesellschaft durch Sensationsberichterstattung Rufmord betrieben wird.

Im Jahr 1982 erschien die Komödie "Tootsie" mit Dustin Hoffman in der Hauptrolle. Der beliebte Streifen bescherte Pollack seine zweite "Oscar"-Nominierung. Für sein dramatisches Liebesepos "Jenseits von Afrika" (1985), das mit sieben Oscars ausgezeichnet wurde, erhielt Pollack den Preis für den besten Film und für die beste Regie. 1990 drehte er "Havanna", erneut mit Robert Redford.

Pollack stand 1991 für Robert Altmans "The Player" wieder einmal selbst vor der Kamera. Danach verfilmte er mit Tom Cruise in der Hauptrolle den John Grisham-Roman "Die Firma". Es folgten die unterhaltsamen Regiearbeiten "Sabrina" mit Harrison Ford und Julia Ormond und "Begegnung des Schicksals", erneut mit Harrison Ford.

Außerdem stand Pollack für Woody Allens "Ehemänner und Ehefrauen" vor der Kamera, genauso wie für Robert Zemeckis "Der Tod steht ihr gut" und Stanley Kubricks letzten Film "Eyes Wide Shut" (1999). 2002 wurde Pollack mit dem Ehren-Leopard für sein Lebenswerk auf dem Filmfestival von Locarno geehrt. Zu einer vielbeachteten Regiearbeit wurde der Thriller "Die Dolmetscherin" aus dem Jahr 2005. In den Hauptrollen spielten Nicole Kidman und Sean Penn.

Seine letzte Regiearbeit entstand 2005 für seinen Freund Frank O. Gehry mit einem Dokumentarfilm über den Architekten des Guggenheim-Museum in Bilbao unter dem Titel "Sketches of Frank Gehry".

Sydney Pollack starb am 26. Mai 2008 in Los Angeles an Krebs.
Filme als Regisseur

1965
Stimme am Telefon (The Slender Thread)

1966
Dieses Mädchen ist für alle (This Property Is Condemned)

1968
Mit eisernen Fäusten (The Scalphunters)

1969
Das Schloß in den Ardennen (Castle Keep)

1969
Nur Pferden gibt man den Gnadenschuß (They Shoot Horses, Don't They?)

1972
Jeremiah Johnson

1973
So wie wir waren (The Way We Were)

1975
Yakuza (The Yakuza)

1975
Die drei Tage des Condor (The Three Days of the Condor)

1977
Bobby Deerfield

1979
Der elektrische Reiter (The Electric Horseman)

1981
Die Sensationsreporterin (Absence of Malice)

1982
Tootsie

1985
Jenseits von Afrika (Out of Africa)

1990
Havanna

1993
Die Firma (The Firm)

1995
Sabrina

1999
Begegnung des Schicksals (Random Hearts)

2005
Die Dolmetscherin (The Interpreter)

2005
Sketches of Frank Gehry - Dokumentarfilm



Filme als Schauspieler

1962
War Hunt - Regie: Denis Sanders

1982
Tootsie - Eigenregie

1992
The Player - Regie: Robert Altman

1992
Ehemänner und Ehefrauen - Regie: Woody Allen

1998
Zivilprozess (A Civil Action) - Regie: Steven Zaillian

1999
Eyes Wide Shut - Regie: Stanley Kubrick

2002
Spurwechsel (Changing Lanes) - Regie: Roger Michell

2005
Die Dolmetscherin (The Interpreter) – Eigenregie

2007
Die Sopranos (The Sopranos) - Regie: Alan Taylor

2007
Michael Clayton

2008
Verliebt in die Braut (Made of Honor)

NameSydney Pollack

Geboren am01.07.1934

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortLafayette, Indiana (USA).

Verstorben am26.05.2008

TodesortLos Angeles (USA).