Biografie

Woody Allen

Der US-amerikanische Regisseur, Schauspieler und Autor begann seine Karriere in den 1950er Jahren, als das Medium Fernsehen seinen ersten Höhepunkt erlebte. Ab den 1970er Jahren verewigte er sich in der Filmszene mit seinen Kino-Meisterstücken. Typisch für Allens gesamte Arbeit wurde der Film "Der Stadtneurotiker" (1977), der für die Regie und das Buch mit dem "Oscar" ausgezeichnet wurde. Im Zentrum von Woody Allens Darstellungen stand die Figur, die von Selbstzweifeln, Beziehungskrisen und psychischen Problemen geplagt wird. 1986 wurde er für "Hannah und ihre Schwestern" und 2012 für "Midnight in Paris" nochmals mit dem "Oscar" für das beste Drehbuch bedacht. Allen, der die Auszeichnungen nie persönlich entgegen nahm, wurde 24 Mal für den Oscar nominiert. Neben über 50 Filmen als Drehbuchschreiber und Regisseur schrieb der begeisterte Jazzmusiker auch zahlreiche Erzählungen, Theaterstücke und Kolumnen...
Woody Allen, mit bürgerlichem Namen Allen Stewart Konigsberg, wurde am 1. Dezember 1935 in New York, USA, als Sohn eines Juwelengraveurs und einer Buchhalterin geboren.

Allen besuchte ein hebräisches College in New York. Mit 15 Jahren schrieb er bereits kleinere satirische Beiträge für Zeitungen, wie für "The New Yorker". Woody Allen meldete sich an der New York University im "Communications Arts Course" an. Er hatte auch an einem Film-Kurs teilgenommen, konnte aber nicht einmal das erste Trimester abschließen. Er arbeitete nach der Uni als One-Liner-Zulieferer für Edward E. Albers, der Stars wie Bob Hope bediente. Woody kam unter die Fittiche von Agent Harvey Meltzer. Durch ihn bekam er eine Stelle im "Writer's Development Program" des TV-Senders NBC. So wurde aus Allen schnell ein gefragter Mann, zumal ab dem Jahr 1953 Unterhaltungs-Shows immer beliebter wurden. 1953 heiratete Woody Allen die 16-jährige Harlene Rosen in Hollywood. Die für diese Zeit typische Frühehe ging Ende der 1950er Jahre auseinander.

Nach seiner Zeit beim Fernsehen wurde Allen schnell zu einem gefragten Stand-Up Comedian. Bald danach schrieb er die ersten Drehbücher für Theater und Film und veröffentlichte einige Kurzgeschichten. 1963 suchte der Produzent Charles K. Feldman jemanden, der das Komödienprojekt "Was gibt's Neues, Pussy?" umschreiben sollte. Nachdem er eine Aufführung Allens gesehen hatte, engagierte er ihn dafür. Woody Allen fasste dadurch Fuß im Filmgeschäft und lieferte 1969 mit "Woody, der Unglücksrabe" sein Regiedebüt ab. Er spielte einen sympathischen, vertrottelten Großstadtbewohner, der sich ohne Erfolg bei Frauen und im Job durchs Leben schlug. Mit dem mehrteiligen Film "Was Sie schon immer über Sex wissen wollten..." hatte Woody Allen seinen ganz eigenen Beitrag zur Sex- und Aufklärungswelle Anfang der 1970er Jahre geleistet, indem er eine einsame Samenzelle verkörperte.

"Der Stadtneurotiker" (1977) markierte seinen Durchbruch und einen Wendepunkt in Woody Allens Karriere. Ausgezeichnet wurde seine Regie und sein Buch mit dem "Oscar"; von vielen US-Kritikern wurde ihm indes unter anderem sein Narzissmus übel genommen. Der Streifen "Bullets Over Broadway" aus dem Jahr 1994 gehörte mit "Broadway Danny Rose" (1984) und "The Purple Rose of Cairo" (1985) zu den Filmen, in denen Woody Allen auf ebenso bissige wie liebevolle Weise Milieus und Lebensräume beschrieb. Gegen Ende der 1990er Jahre hatte Allen über 25 Filme als Drehbuchschreiber und Regisseur sowie eine Unzahl von Erzählungen und Kolumnen verfasst und nebenbei eine kleine Karriere als Jazzmusiker gemacht. Schlagzeilen machte Allen aber nicht nur durch seine Arbeit. Er war ab 1980 mit der Schauspielerin Mia Farrow liiert und adoptierte mit ihr die gemeinsame Adoptivtochter Soon-Yi. 1986 wurde er für "Hannah und ihre Schwestern" mit dem Oscar für das Beste Drehbuch ausgezeichnet.

Die Beziehung zu Farrow zerbrach 1992 und Allen heiratete im Jahr 1997 seine 36 Jahre jüngere Adoptivtochter Soon-Yi, was damals zu einem regelrechten Skandal führte. Mit ihr adoptierte Allen wiederum die Töchter Bechet Dumaine und Manzie Tio. Bei den 55. Internationalen Filmfestspielen von Cannes im Jahr 2002 wurde Woody Allen mit der Goldenen Palme für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Im Herbst 2004 verlieh man dem Regisseur auf dem 52. Internationalen Filmfestival von San Sebastían erneut einen Preis für sein Lebenswerk. Zugleich stellte Allen dort seinen Film "Melinda und Melinda" vor. Seine 36. Regiearbeit stellte 2005 das Drama "Match Point" dar. Im September 2008 gab er mit einer Inszenierung von Giacomo Puccinis Einakter "Gianni Schicchi" sein Debüt als Opernregisseur. Im selben Jahr, 2008, erschien der Film "Vicky Cristina Barcelona" mit Scarlett Johansson, Rebecca Hall, Javier Bardem und Penélope Cruz in den Hauptrollen. 2013 erschien sein Filmdrama "Blue Jasmine" mit Cate Blanchett in der Hauptrolle.

B=Drehbuch, D=Darsteller, R=Regie

1962: The Laughmaker (B)
1965: Was gibt’s Neues, Pussy? (What’s New, Pussycat?) (B, D)
1966: What’s Up, Tiger Lily? (R)
1967: Casino Royale (B, D)
1969: Woody, der Unglücksrabe (B, D, R)
1971: Bananas (B, D, R)
1971: Mach’s noch einmal, Sam (Play it Again, Sam) (B, D)
1972: Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, ... (B, D, R)
1973: Der Schläfer (Sleeper) (B, D, R, Musik)
1975: Die letzte Nacht des Boris Gruschenko (B, D, R)
1976: Der Strohmann (The Front) (D) – Regie: Martin Ritt
1977: Der Stadtneurotiker (Annie Hall) (B, D, R)
1978: Innenleben (Interiors) (B, R)
1979: Manhattan (B, D, R)
1980: Stardust Memories (B, D, R)
1982: Eine Sommernachts-Sexkomödie (B, D, R)
1983: Zelig (B, D, R)
1984: Broadway Danny Rose (B, D, R)
1985: The Purple Rose of Cairo (B, R)
1986: Hannah und ihre Schwestern (B, D, R)
1987: Radio Days (B, R)
1987: September (B, R)
1987: King Lear (D)
1988: Eine andere Frau (Another Woman) (B, R)
1989: New Yorker Geschichten, dritter Teil Ödipus Ratlos (B, D, R)
1990: Verbrechen und andere Kleinigkeiten (B, D, R)
1990: Alice (B, R)
1991: Schatten und Nebel (Shadows and Fog) (B, D, R)
1991: Ein ganz normaler Hochzeitstag (Scenes From a Mall) (D)
1992: Ehemänner und Ehefrauen (Husbands and Wives) (B, D, R)
1993: Manhattan Murder Mystery (B, D, R)
1994: Bullets Over Broadway (B, R)
1994: Don’t Drink the Water (TV-Produktion) (B, D, R)
1995: Geliebte Aphrodite (Mighty Aphrodite) (B, D, R)
1995: Sonny Boys (The sunshine boys) (D) – Regie: John Erman
1996: Alle sagen: I love you (Everyone Says I Love You) (B, D, R)
1997: Harry außer sich (Deconstructing Harry) (B, D, R)
1997: Wild Man Blues (D)
1998: Celebrity (B, R)
1998: Antz (Stimme)
1998: The Impostors (D)
1999: Sweet and Lowdown (B, D, R)
2000: Schmalspurganoven (Small Time Crooks) (B, D, R)
2000: Ich hab doch nur meine Frau zerlegt (D)
2000: Cuba Libre (Company Man) (D)
2001: Im Bann des Jade Skorpions (B, D, R)
2002: Hollywood Ending (B, D, R)
2003: Anything Else (B, D, R)
2004: Melinda und Melinda (B, R)
2005: Match Point (B, R)
2006: Scoop – Der Knüller (Scoop) (B, D, R)
2007: Cassandras Traum (Cassandra’s Dream) (B, R)
2008: Vicky Cristina Barcelona (B, R)
2009: Whatever Works – Liebe sich wer kann (B, R)
2010: Ich sehe den Mann deiner Träume (B, R)
2011: Midnight in Paris (B, R)
2012: To Rome With Love (B, D, R)
2013: Blue Jasmine (B, R)
2014: Plötzlich Gigolo (D)
Woody Allen
c/o 42 West
90 Park Avenue
19th Floor
New York, NY 10016
USA
1974
Fotogramas de Plata: ausländischen Darsteller

1975
Berlinale: Silbernen Bär

1975
UNICRIT: (Die letzte Nacht des Boris Gruschenko)

1978
Oscar: Regie (Der Stadtneurotiker)

1978
Bodil Award: nicht-europäischen Film (Der Stadtneurotiker)

1978
Oscar: Originaldrehbuch (Der Stadtneurotiker)

1980
César: ausländischen Film (Manhattan)

1980
Sindacato Nazionale: Silbernes Band, Regisseur (Manhattan)

1980
Bodil Award: nicht-europäischen Film (Manhattan)

1983
Pasinetti-Preis, Venedig: besten Film (für Zelig)

1984
David di Donatello: ausländischer Schauspieler (Zelig)

1984
Bodil Award: nicht-europäischen Film (Zelig)

1986
César: ausländischen Film (The Purple Rose of Cairo)

1986
Bodil Award: nicht-europäischen Film (The Purple Rose of Cairo)

1985
César: Festival FIPRESCI-Preis Cannes, (The Purple Rose of Cairo)

1985
David di Donatello Drehbuch/Ausländischer Film (Broadway Danny Rose)

1986
Golden Globe: Drehbuch (The Purple Rose of Cairo)

1987
Oscar: Regie (Hannah und ihre Schwestern)

1986
Fotogramas de Plata: ausländischen Film (The Purple Rose of Cairo)

1987
David di Donatello Drehbuch/Ausländischer Film (Hannah und ihre Schwestern)

1987
Bodil Award: nicht-europäischen Film (Hannah und ihre Schwestern)

1987
BAFTA-Award: Film und Originaldrehbuch (Hannah und ihre Schwestern)

1987
WGA Awards (Screen) Originaldrehbuch (Verbrechen und andere Kleinigkeiten)

1990
WGA Awards (Screen) Originaldrehbuch (Hannah und ihre Schwestern)

1993
BAFTA-Award: Originaldrehbuch (Ehemänner und Ehefrauen)

1995 Goldener Löwe: Lebenswerk

1996
Directors Guild America: Lebenswerk

2002
Prinz-von-Asturien-Preis

2006
David di Donatello: europäischer Film (Match Point)

NameAllen Stewart Konigsberg

AliasWoody Allen

Geboren am01.12.1935

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortNew York (USA).