Biografie

Helmut Schmidt

Der SPD-Politiker und Autor stelle von 1974 bis 1982 den 5. Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Davor verdiente er sich von 1967 bis 1969 als Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, 1969 bis 1972 als Bundesminister der Verteidigung, von 1972 bis 1974 als Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen und leitete kurzzeitig das Außenministerium (17. September 1982 bis 1. Oktober 1982). Während seiner Amtszeit als Kanzler setzte Helmut Schmidt in der Außenpolitik die von seinem Vorgänger Willy Brandt begonnene Entspannungspolitik mit geringerer Entschlossenheit und größerer Bedachtsamkeit fort. Im Innern wurde seine Kanzlerschaft von der unversöhnlichen Konfrontation zwischen Staatsgewalt und linksrevolutionärem Terrorismus überschattet, die in den blutigen Ereignissen des "Deutschen Herbstes" von 1977 ihren Höhepunkt fand. Seit 1983 war Schmidt Mitherausgeber der Wochenzeitung "Die Zeit"...

Die Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland
Helmut Heinrich Waldemar Schmidt wurde am 23. Dezember 1918 in Hamburg-Barmbek als Sohn eines Studienrats und Diplomhandelslehrers geboren.

In jener Stadt wuchs er in bürgerlichen Verhältnissen auf. 1937 legte er an der Lichtwark-Schule in Hamburg-Bergedorf das Abitur ab. Von 1937 bis 1939 wurde Schmidt von der Wehrmacht zum Reichsarbeitsdienst und Wehrdienst eingezogen. 1939 wurde er Soldat und bei der Luftabwehr in Bremen stationiert. Von 1941 bis 1942 kämpfte Schmidt an der Ostfront. 1942 heiratete er seine Schulfreundin Hannelore (Loki) Glaser in Hamburg. Aus der Ehe gingen ein Sohn, der bald nach der Geburt verstarb und eine Tochter hervor. Im Anschluss daran war er bis 1944 als Referent für Ausbildungsvorschriften der leichten Flakartillerie im Reichsluftfahrtministerium in Berlin und in Bernau tätig. Als Batteriechef und Oberleutnant kämpfte Schmidt vom Dezember 1944 bis Kriegsende 1945 an der Westfront. Nach der Kapitulation Deutschlands, geriet Helmut Schmidt im April 1945 in der Lüneburger Heide in Kriegsgefangenschaft, aus der er am 31. August 1945 wieder entlassen wurde. Noch 1945 nahm Schmidt ein Studium der Volkswirtschaft und der Staatswissenschaften in Hamburg auf. 1949 erlangte er mit einer vergleichenden Arbeit über die deutsche und die japanische Währungsreform seinen Abschluss als Diplom-Volkswirt.

Das politische Engagement Schmidts begann unmittelbar nach Kriegsende mit seinem Eintritt in die SPD (1946). Von 1947 bis 1948 war er Bundesvorsitzender des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS). Nach seinem Studium war er in den Jahren 1949 bis 1953 als Referent, dann als Leiter der wirtschaftspolitischen Abteilung in der Behörde für Wirtschaft und Verkehr in Hamburg tätig. Darüber hinaus arbeitete Schmidt dort ab 1952 als Verkehrsdezernent. Für die SPD saß er von 1953 bis 1962 im Deutschen Bundestag in Bonn, wo er sich als Vertreter der jüngeren Parteigeneration und als ausgezeichneter Rhetoriker hervortat. Im Jahr 1957 trat Schmidt in den Fraktionsvorstand der SPD ein und arbeitete als Verkehrs- und Militärexperte der Regierung. Ab 1958 war er Mitglied im SPD-Bundesvorstand. Als Militärexperte trat er ab 1958 energisch gegen eine atomare Bewaffnung der Bundeswehr ein. Im Oktober 1958 erhob man Schmidt, während einer Wehrübung der Flugabwehrschule Rendsburg, zum Hauptmann der Reserve. Zur selben Zeit wählte man ihn wieder als SPD-Fraktionsvorstand ab. Aufgrund seiner scharfen Oppositionshaltung zur Bundesregierung und der kritischen Auseinandersetzung, vor allem mit deren Verteidigungsminister Franz Josef Strauß im Bundestag, erhielt Schmidt in jenen Jahren von seinen Gegnern den Beinamen "Schmidt-Schnauze". Dieses war allerdings auch als Kompliment zu verstehen, würdigte der Spitzname doch seine sachlich-präzise und treffende Rhetorik.

Schmidt veröffentlichte 1961 seine politische Schrift "Verteidigung oder Vergeltung". Im selben Jahr wurde er Innensenator in Hamburg, was ihn kurz darauf zur Niederlegung seines Bundestagsmandats veranlasste. Bei der Hamburger Hochwasserkatastrophe vom 17. Februar 1962, bei der 337 Menschen ihr Leben verloren, war Schmidt als Innensenator der Stadt Leiter der Hilfsmaßnamen und Rettungsarbeiten. Durch sein besonnenes und wirkungsvolles Handeln verschaffte er sich als Krisenmanager in Deutschland höchste Akzeptanz und großes Ansehen. Im Vorfeld der Bundestagswahlen von 1965 trat Schmidt in die SPD-Regierungsmannschaft ein. Nachdem er erneut in den Bundestag gewählt worden war, gab er sein Amt als Innensenator auf. Im Parlament nahm er zunächst die Funktion des stellvertretenden Vorsitzenden, dann 1967 bis 1969 des Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion wahr. Von 1968 bis 1983 war Schmidt außerdem mit dem stellvertretenden Vorsitz der SPD betraut. Während der Großen Koalition mit der CDU/CSU reiste der Fraktionsvorsitzende der SPD 1969 nach Washington und nach Moskau. 1969 wurde Willy Brandt, nach 20-jähriger Regierungszeit der CDU/CSU, bei den Bundestagswahlen im September zum ersten sozialdemokratischen Kanzler der Bundesrepublik gewählt. Ohne einen Koalitionspartner hätte er keine Regierungsmehrheit erreichen können. Die Unterstützung kam von der FDP.

Bereits am nächsten Tag stelle Brandt sein Kabinett beim Bundespräsidenten Gustav Heinemann vor: Außenminister und Vize-Kanzler wurde Walter Scheel, Innenminister Hans Dietrich Genscher und Verteidigungsminister Helmut Schmidt. Als Verteidigungsminister wirkte Schmidt 1969 an der Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrags durch die Bundesrepublik mit. Im selben Jahr veröffentlichte er seine Abhandlung über die "Strategie des Gleichgewichts". 1973 folgte die Schrift "Auf dem Fundamt des Godesberger Programms". Schmidts außenpolitische Konzeption fußte nun auf der Überzeugung, dass die Entspannungspolitik nur unter Wahrung des militärischen Gleichgewichts zwischen West- und Osteuropa realisiert werden könnte. Im Innern nahm er einschneidende Veränderungen der Bundeswehr vor, die eine personelle Umbesetzung der Führungsspitze und eine Reform der Wehrausbildung umfassten. Anfang des Jahres 1972 erkrankte Schmidt an der Schilddrüse, woraufhin er sich einige Wochen zurückzog. Nach seiner Genesung übernahm er vom zurückgetretenen Karl Schiller von Juli bis November das Bundesministerium für Wirtschaft und Finanzen. Als Verteidigungsminister wurde er von Georg Leber abgelöst. Nach dem erneuten Wahlsieg der SPD/FDP-Koalition erfolgte im Dezember 1972 die Vereidigung Schmidts als Bundesfinanzminister im zweiten Kabinett Willy Brandts.

Bei einem USA-Besuch scheute sich Schmidt 1973 nicht, deutliche Kritik an der Vietnam-Politik von Präsident Richard Nixon zu äußern. Als Finanzminister rückte er im Innern das volkswirtschaftliche Ziel der Vollbeschäftigung in den Vordergrund. Am 6. Mai 1974 gab Bundeskanzler Willy Brandt sein Rücktrittsgesuch bekannt. Er übernahm damit die politische Verantwortung für den größten Spionagefall in der Geschichte der BRD. Sein persönlicher Referent Günter Guillaume, sowie dessen Ehefrau, hatten über Jahre als Spione der DDR gearbeitet und dabei alle entscheidenden Informationen der Regierungsarbeit des Kanzlers verraten. Nach dem Rücktritt Brandts als Regierungschef wählte der Bundestag Schmidt am 16. Mai 1974 mit 267 Ja-Stimmen zum 5. Kanzler der Bundesrepublik. In seiner Regierungserklärung stellte der neue Kanzler die Themen Stabilität und Vollbeschäftigung angesichts der weltweiten Rezession und Wirtschaftskrise als vorrangige Aufgaben heraus. Schmidt setzte die Entspannungspolitik seines Vorgängers zunächst behutsam fort. Im Oktober 1974 reiste er nach Moskau zu Gesprächen mit dem Russischen Staatschef Leonid Breschnew, und im Dezember besuchte er US-Präsident Gerald Rudolph Ford in Washington. Am 1. August 1975 unterzeichnete der deutsche Kanzler in Helsinki die Verträge zur "Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa" (KSZE). Hier erfolgte auch die erste Begegnung mit DDR-Staatschef Erich Honecker.

Aufgrund seines Sachverstandes und seiner bedachten Außenpolitik erwarb sich Schmidt großes Ansehen im europäischen Ausland. Die britische Ausgabe der "Financial Times" erklärte ihn zum "Menschen des Jahres 1975". Bei den Bundestagswahlen von 1976 erreichte die SPD einen erneuten, wenn auch knappen Wahlsieg, und Schmidt wurde für eine weitere Amtszeit als Kanzler vereidigt. Im selben Jahr veröffentlichte er die Schriften "Kontinuität und Konzentration" und "Als Christ in der politischen Entscheidung". Die zweite Kanzlerschaft Schmidts war anfangs gekennzeichnet von Differenzen mit der neuen US-Administration unter Jimmy Carter, die jedoch beim USA-Besuch des deutschen Kanzlers im Juli 1977 bereits ausgeräumt waren. In der Nahost-Frage unterstützte Schmidt das palästinensische Mitspracherecht und die Friedensinitiative Sadats. 1978 vereinbarte er bei einem Staatsbesuch des Kreml-Chefs Leonid Breschnew in der Bundesrepublik ein Rahmenabkommen mit der Sowjetunion über wirtschaftliche Zusammenarbeit. Indes eskalierte im Innern die politische Situation, die seit Beginn der 1970er Jahre durch gewalttätige Aktionen der sogenannten "Baader-Meinhof-Bande" um Andreas Baader und Ulrike Meinhof erschüttert worden war.

Die zweite Generation der sich nun als "Rote Armee Fraktion" (RAF) titulierenden Gruppe intensivierte in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts ihren bewaffneten Kampf und löste auf der Gegenseite die polizeiliche Hochrüstung des Staats aus, der auf die Bedrohung mit dem Ausbau des geheimdienstlichen Überwachungsapparats und dem Abbau von Grundrechten reagierte. Am 5. September 1977 erfolgte die Entführung von Hanns-Martin Schleyer, des Präsidenten der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Für dessen Freilassung forderte die RAF von der Bundesrepublik die Haftentlassung von Andreas Baader und 11 weiteren Gefangenen. Jeder von ihnen, so die Forderung, sollte 100.000 DM erhalten und aus Deutschland ausgeflogen werden. Bundeskanzler Schmidt weigerte sich aus Gründen der Staatsräson ("Die Bundesrepublik Deutschland ist nicht erpressbar") der Forderung nachzugeben. Vier arabische Terroristen entführen daraufhin am 13. Oktober 1977 die Lufthansa-Maschine "Landshut", die ihrem Flug von Mallorca nach Frankfurt mit 82 Passagieren und fünf Besatzungsmitgliedern. Über Rom (Italien), Larnaka (Zypern), Bahrein (VAE), Dubai (VAE), Aden (Südjemen) erreichte die Maschiene Mogadischu (Somalia). Die Flugzeugentführer erklärten sich solidarisch mit der deutschen RAF und forderten ebenfalls die Freilassung der in Deutschland inhaftierten RAF-Aktivisten.

Am 18. Oktober 1977 gelang es einer Spezialeinheit des Bundesgrenzschutzes (GSG 9), in einem spektakulären Einsatz die Geiseln auf dem Rollfeld des Flughafens Mogadischu zu befreien. Offenbar unter dem Eindruck dieser Nachricht begingen nur wenige Stunden später die RAF-Aktivisten Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe im Hochsicherheitstrakt der Strafvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim Selbstmord. Alle Bemühungen der Polizei, Hanns Martin Schleyer zu finden und zu befeien, blieben erfolglos. Einem wichtigen Hinweis, der zur Aufdeckung des Verstecks der Entführer geführt hätte, gingen die Ermittlungsbehörden nicht nach. Am 19. Oktober 1977 wurde Hanns-Martin Schleyer tot im Kofferraum eines Autos gefunden. Bundeskanzler Schmidt übernahm die Verantwortung für den Tod des Arbeitgeberpräsidenten und versicherte vor dem Bundestag: "Zu dieser Verantwortung stehen wir auch in der Zukunft. Gott helfe uns!". Trotz mancher Kritik an seinem harten Krisenmanagement in jenem "Deutschen Herbst", wonach Schleyer zum Opfer der Staatsräson geworden war, erhielt Schmidt noch im selben Jahr den Theodor Heuss-Preis überreicht. Im innenpolitischen Bereich rief der Bundeskanzler auch mit seiner Option für einen begrenzten Ausbau der Kernenergie zunehmenden Widerstand sogar in der SPD hervor. Auch die Außenpolitik Schmidts blieb nicht ohne Kritik, da sie durch ihre Anlehnung an die NATO-Aufrüstung die Entspannungspolitik der Vorjahre konterkarierte.

Beim Gipfeltreffen von Guadeloupe im Januar 1979 begegnete Schmidt erneut dem US-Präsidenten Jimmy Carter und dem britischen Premierminister James Callaghan. Hierbei erreichte Schmidt die politisch entscheidende Zustimmung für Deutschland zum NATO-Doppelbeschluss, der die Stationierung neuer atomarer Mittelstreckenraketen in Europa vorsah, falls die Abrüstungsgespräche mit der Sowjetunion scheitern sollten. 1980 forderte Schmidt, zusammen mit Giscard d’Estaing, in einem gemeinsam verfassten Communiqué die Sowjetunion auf, ihre Truppen aus Afghanistan abzuziehen. Unter anderem für diesen Einsatz sowie für seine Verdienste um Frieden und Menschenrechte wurde Schmidt am 9. Juli 1980, beim Jüdischen Weltkongress in Amsterdam, mit der Goldmann-Medaille ausgezeichnet. Nach dem Wahlsieg der sozial-liberalen Koalition bei den Bundestagswahlen trat Schmidt am 5. November 1980 seine dritte Amtsperiode als Bundeskanzler an. Im Oktober 1981 erkrankte er dramatisch am Herz. In einer gefährlichen Operation erhielt er noch im selben Monat einen Herzschrittmacher. Nach seiner Genesung traf sich Schmidt erneut mit dem russischen Staatschef Leonid Breschnew zu Gesprächen über die Abrüstung von Mittelstreckenraketen in Europa. Im Dezember folgte die Begegnung mit Erich Honecker am Werbellinsee zu diplomatischen Gesprächen.

Im Jahr 1981 wurde Ronald Reagan zum 40. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Im Januar 1982 besuchte ihn Schmidt zu ersten Gesprächen beider Länder und zur Erörterung der Entwicklungen in Polen. Im Innern war das dritte Kabinett Schmidts gekennzeichnet von zunehmenden Differenzen zwischen den Koalitionspartnern über die Wirtschafts- und Finanzpolitik. 1981 gaben eine staatliche Rekordneuverschuldung, eine erhöhte Teuerungsrate und eine konstante Arbeitslosigkeit Anlass zu Kontroversen über die Spar- und Beschäftigungspolitik. Der Nato-Nachrüstungsbeschluss rief innerparteilichen Widerspruch und einen breiten Protest in der Bevölkerung hervor. Angesichts der massiven Kritik an seiner Wirtschafts-, Finanz- und Sicherheitspolitik stellte Schmidt als Bundeskanzler am 5. Januar 1982 im Bundestag in Bonn die Vertrauensfrage, die er mit dem einstimmigen Votum der Koalition bestand. Dennoch nahmen die koalitionsinternen Differenzen in den folgenden Monaten weiter zu. Am 17. September 1982 traten die FDP-Minister Hans Dietrich Genscher, Chef der FDP, Otto Graf Lambsdorff und Gerhard Baum aus der Regierung aus. Schmidt reagierte mit der Bildung eines SPD-Minderheitskabinetts und schlug vorgezogene Neuwahlen vor.

Am 1. Oktober 1982 wurde Schmidt mit einem konstruktiven Misstrauensvotum von CDU/CSU und FDP als Bundeskanzler abgewählt. Dies bedeutete auch das Ende der langjährigen sozialliberalen Regierungsära, denn zu seinem Nachfolger im Amt des Bundeskanzlers wurde Helmut Kohl (CDU) bestellt, der in den Bundestagswahlen vom März 1983 in dieser Position bestätigt wurde. Schmidt verzichtete auf eine weitere Kanzlerkandidatur und wand sich am 1. Mai 1983 der Wirtschaft zu. Darüber hinaus betätigte er sich nun als Mitherausgeber der Wochenzeitung "Die Zeit", deren Verleger er von 1985 bis 1989 war. Als Kandidat seines Hamburger Wahlkreises gehörte er noch bis 1987 dem Bundestag an. Am 22. Dezember 1983 wurde er mit der Ehrenbürgerwürde der Freien und Hansestadt Hamburg bedacht. Am 10. September 1986 erfolgte seine Abschiedsrede im Deutschen Bundestag. Im Dezember 1986 traf sich Schmidt mit Giscar d'Estaing zur Gründung eines Ausschusses für die Europäische Währungsunion sowie für Vorbereitungen zur Errichtung einer Europäischen Zentralbank. 1987 publizierte Schmidt die Schrift "Menschen und Mächte", 1989 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Berlin ernannt. Des weiteren erhielt er 1998 zu seinem 80. Geburtstag die Ehrenbürgerwürde des Landes Schleswig-Holstein.

Helmut Schmidt blieb indes im In- und Ausland als anerkannter Staatsmann und Publizist. Als gefragter Gesprächspartner und weltpolitischer Beobachter, dessen politische Meinung und historische Erfahrung, nach wie vor, von höchstem Interesse für Politik, Medien und Gesellschaft sind blie er der Öffentlichkeit erhalten. Nach Helmut Schmidt wurde ein von der Allgemeinen Deutschen DirektBank AG gestifteter Journalistenpreis für kritische Wirtschaftsberichterstattung benannt, der im Oktober 2004 bereits zum neunten Mal vergeben werden konnte. Am 24. Januar 2006 wurde ihm im Auswärtigen Amt in Berlin zusammen mit dem ehemaligen französischen Staatspräsident Valéry Giscard d’Estaing der Adenauer-de Gaulle-Preis für sein Wirken um die deutsch-französische Zusammenarbeit verliehen. Am 8. Juni 2007 wurde Helmut Schmidt als Erster überhaupt mit dem Henry-Kissinger-Preis der American Academy in Berlin ausgezeichnet. Damit ehrte ihn die American Academy als Publizist für seine herausragende Rolle in der transatlantischen Kommunikation. Am 21. Oktober 2010 verstarb seine Frau "Loki" in Hamburg-Langenhorn.

Im März 2013 wurde Schmidt mit dem Hanns Martin Schleyer-Preis "für hervorragende Verdienste um die Festigung und Förderung der Grundlagen eines freiheitlichen Gemeinwesens" ausgezeichnet. Die Auszeichnung markierte zugleich eine Versöhnung mit der Familie Schleyer.

Helmut Schmidt starb am 10. November 2015 in Hamburg.


Die Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland
Bedeutende Vertreter des deutschen Verlagswesens
1961
Verteidigung oder Vergeltung. Ein deutscher Beitrag zum strategischen Problem der NATO

1969
Militärische Befehlsgewalt und parlamentarische Kontrolle

1969
Reform des Parlaments

1972
Die Opposition in der modernen Demokratie

1987
Menschen und Mächte

1989
Politik als Beruf heute

1990
Die Deutschen und ihre Nachbarn. Menschen und Mächte

1991
Politischer Rückblick auf eine unpolitische Jugend

1993
Handeln für Deutschland

1994
Zur Lage der Nation

1996
Weggefährten – Erinnerungen und Reflexionen

1997
Die Allgemeine Erklärung der Menschenpflichten, (Mitarbeit).

1998
Auf der Suche nach einer öffentlichen Moral. Deutschland vor dem neuen Jahrhundert

1998
Globalisierung. Politische, ökonomische und kulturelle Herausforderungen

1998
Kindheit und Jugend unter Hitler, Sammelband

2000
Die Selbstbehauptung Europas, Perspektiven für das 21. Jahrhundert

2003
Hand aufs Herz. Helmut Schmidt im Gespräch mit Sandra Maischberger

2004
Die Mächte der Zukunft: Gewinner und Verlierer in der Welt von morgen

2005
Auf dem Weg zur deutschen Einheit

2006
Nachbar China. Helmut Schmidt im Gespräch mit Frank Sieren.

2007
Ich habe keine Angst vor dem Tod, Interview Vanessa de l’Ors mit Helmut Schmidt, "Cicero – Magazin für politische Kultur"



NameHelmut Schmidt

Geboren am23.12.1918

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortHamburg-Barmbek (D).

Verstorben am10.11.2015

TodesortHamburg (D).