Biografie

Jimmy Carter

Der Südstaaten-Farmer stellte von 1977 bis 1981 den 39. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Aufgewachsen in einer Baptistengemeinde, schöpfte er die Kraft für soziale Reformen und Menschenrechte aus seinem tiefen christlichen Glauben. Jene moralischen Werte waren es, die den außenpolitisch unerfahrenen James Earl Carter 1976, nach der Niederlage in Vietnam und der Watergate-Affäre, das höchste politische Amt der Staatengemeinschaft bescherten. Seine Mischung aus Entscheidungsschwäche im Inneren und offensiver Menschenrechtspolitik nach Außen, stürzte die USA in eine noch tiefere Wirtschafts- und Gesellschaftskrise. Nach der gescheiterten Befreiung der US-Botschaft in Teheran im November 1979, erlitten die Demokraten gegen Ronald Reagan die schwerste Wahlniederlage in diesem Jahrhundert...

Die Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika
James Earl (Jimmy) Carter wurde am 1. Oktober 1924 in Plains (Georgia, USA) als Farmer- und Kaufmannssohn geboren.

Aufgewachsen ist er in bürgerlichen Verhältnissen in tiefem christlichen Glauben. Bereits in seiner Jugend betreute er die Sonntagsschule seiner Baptistengemeinde. Nach dem Abschluss der High School trat Carter 1941 zunächst in das Georgia Southwestern College ein. 1943 wechselte er jedoch zur Naval Academy in Annapolis, wo er Nuklearphysik studierte. Während seiner Ausbildung, zuletzt als Technischer Offizier auf einem Atom-U-Boot bei der Navy, heiratete er 1947 Rosalynn Smith, mit der er vier Kinder bekam. 1953 zwang ihn der Tod des Vaters zur Rückkehr in die Heimat, um das Familienunternehmen, eine Erdnussfarm, fortzuführen.

Zur Modernisierung der Farm unternahm er landwirtschaftliche Studien. Von 1955 bis 1962 begann er bereits in Plains sich auf kommunaler Ebene politisch zu engagieren, wobei er sich durch seinen liberalen Standpunkt zum Rassenproblem der Südstaaten auszeichnete. 1962 wurde Carter als Anhänger der Demokraten in den Senat von Georgia gewählt. 1964 wurde er in dieser Funktion bestätigt. Nach seiner missglückten Kandidatur von 1966 für das Amt des Gouverneurs von Georgia, bereitete er durch zahlreiche Reisen und öffentliche Auftritte den Wahlkampf von 1970 vor. Von 1971 bis 1975 stellte Carter den Gouverneur von Georgia. Während dieser Zeit entfaltete er eine liberale Integrations- und Sozialpolitik, die vor allem um eine Gleichstellung der afroamerikanischen und der armen Bevölkerungsteile bemüht war.

Zugleich begann er eine immer größere Rolle auf der nationalen Ebene der Demokratischen Parteipolitik zu spielen. 1976 gewann er, vornehmlich mit den Stimmen der afroamerikanischen und wirtschaftlich schwachen Bevölkerungsschichten, den Einzug zum Präsidentschaftswahlkampf. Ab 1977 stellte er den 39. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Seine moralischen Werte waren es, die den außenpolitisch unerfahrenen Politiker, nach der Niederlage in Vietnam und der Watergate-Affäre, das höchste politische Amt der USA bescherten. Seine Mischung aus Entscheidungsschwäche im Inneren und offensiver Menschenrechtspolitik nach Außen, stürzte die USA in eine noch tiefere Wirtschafts- und Gesellschaftskrise. Auch gelang es ihm kaum, die anvisierte Verbesserung der wirtschaftlichen Lage zu erreichen.

Carters Handlungen gefährdeten nicht nur die Endspannungspolitik mit der Sowjetunion, sondern riefen auch die Kritik verbündeter Staaten hervor. Mit enormem wirtschaftlichen Druck sowie moralischen Pressionen destabilisierte er zahlreiche, mit den USA verbündete, Diktaturen wie den Iran, Nicaragua oder die Philippinen. Carter erregte weltweites Aufsehen, indem er US-Hilfen für Staaten einstellen ließ, die im Verdacht von Menschenrechtsverletzungen standen. In seiner Amtszeit schloss Jimmy Carter weiter die Verträge zur Übergabe des Panama-Kanals und war maßgeblich an den Verhandlungen zum Abkommen von Camp David I beteiligt. Er handelte den SALT-II-Vertrag mit der Sowjetunion aus, und die USA nahmen erstmals diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China auf.

Einen dramatischen Höhepunkt erlebte Carters Außenpolitik im November 1979 durch die Geiselnahme von US-Bürgern in Teheran, mit der iranische Studenten die Auslieferung des nach den USA emigrierten ehemaligen Schahs durchzusetzen versuchten. Der Fall markierte zugleich eine sensible Niederlage des US-Präsidenten. Im April 1980 scheiterte ein amerikanischer Militäreinsatz im Iran, der die Befreiung der Geiseln zum Ziel gehabt hatte. Nach der gescheiterten Befreiungsaktion musste Carter 1980 gegen Ronald Reagan die größte Wahlniederlage der Demokraten in jenem Jahrhundert hinnehmen. Die Geiseln im Iran wurden schließlich am letzten Amtstag Präsident Carters, am 20. Januar 1981, freigelassen.

Nach seiner Präsidentschaft hatte sich Carter immer wieder in friedenserhaltenden und humanitären Projekten hervorgetan. Dazu gegründete und finanzierte er das Carter Center für weltweite Aktivitäten in der sogenannten "Dritten Welt". 1990 ermöglichte die diplomatische Intervention Carters in Nicaragua den Rücktritt des Revolutionsführers Daniel Ortega und die Regierungsübernahme durch seinen demokratisch gewählten Nachfolger. Kurze Zeit später vermittelte er zwischen der US-Administration Bill Clintons und Somalia. 1994 erreichte er in Verhandlungen mit Nord-Korea eine dortige Abrüstung der Nuklearwaffen. Er intervenierte 1994 auch im Konflikt um Haiti und Bosnien. Carter begleitet seitdem unermüdlich die US-Innenpolitik und das Weltgeschehen.

Sein humanitäres Engagement wurde durch zahlreiche Auszeichnungen anerkannt. 1999 erhielt er den International Child Survival Award der UNICEF. Im Jahr 2000 wurde Jimmy Carter mit der Eisenhower-Medaille und 2002, nach mehrfacher Nominierung, mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Im Februar 2004 veröffentlichte Jimmy Carter seinen ersten Roman, der unter dem Titel "Die Rebellen" den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg thematisiert.


Die Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika

NameJames Earl Carter

AliasJimmy Carter

Geboren am01.10.1924

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortPlains, Georgia (USA).