Biografie

Andreas Baader

Als "Baader-Meinhof-Gruppe" zählten Andreas Baader und Ulrike Meinhof zur ersten Generation der so genannten "Roten Armee Fraktion" (RAF). Damit hatten sie wesentlichen Anteil an der militärischen Eskalation, in welche die politischen Auseinandersetzungen zwischen dem Staat und der sich radikalisierenden Jugend- und Protestbewegung in den 1970er Jahren gerieten. Im "Deutschen Herbst" von 1977 fand der Konflikt in der Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut", der Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer und dem Selbstmord Baaders, Meinhofs und anderer in Stuttgart-Stammheim ihren traurigen Höhepunkt...

Die Studenten- und Protestbewegung von 1966-1975
Andreas Baader wurde am 6. Mai 1943 in München geboren.

Sein Vater, der Historiker und Archivar Bernt Philipp Baader, blieb nach dem Krieg vermisst. Als er dreizehn Jahre alt war, kam er nach Königshofen in ein Internat, aber nachdem er mehrmals von dort weggelaufen war, holte ihn die Mutter wieder nach München. Das Gymnasium musste Andreas Baader ohne Abitur verlassen. 1963 zog er nach West-Berlin wesshalb er nicht zum Wehrdienst eingezogen werden. Von 1965 an lebte er in Schöneberg mit der Kunstmalerin Ellinor Michel und deren Ehemann in einem Dreiecksverhältnis. Während der politischen Unruhen Ende der 1960er Jahre lernte er 1967 Gudrun Ensslin kennen.

Im April 1968 beteiligte er sich erstmals an terroristischen Aktionen. Zusammen mit Gudrun Ensslin erfolgten Brandanschläge auf Kaufhäuser in Frankfurt a.M. Ziel der Anschläge, so Baader und Ensslin, sei der Protest gegen "die Gleichgültigkeit der Bundesrepublik gegenüber dem Vietnamkrieg". Beide wurden zu drei Jahren Haft verurteilt und 1969 nach einem Revisionsantrag vorzeitig wieder entlassen. Baader und Ensslin nutzen ihre Entlassung, um nach Frankreich zu flüchten. 1970 kehrte Baader nach Deutschland zurück, wo er verhaftet wurde. Am 14. Mai organisierte Gudrun Ensslin mit Ulrike Meinhof die Flucht Baaders aus der Haftanstalt.

Diese Tat gilt als der Entstehungszeitpunkt der sogenannten "Baader-Meinhof-Gruppe", die jedoch schon bald als "Rote Armee Fraktion" (RAF) titulierte. Zusammen mit Holger Meins flüchteten Baader, Meinhof und Ensslin mit weiteren Sympathisanten nach Jordanien, um sich palästinensischen Guerillas anzuschließen, die sie für ihre weiteren Aktionen im Kampf mit Waffen ausbildeten. 1972 kehrten sie nach Deutschland zurück und übernahmen als "Rote Armee Fraktion" die Verantwortung für Terroranschläge im Mai, die sie in Augsburg, Hamburg sowie in Karlsruhe und im Hauptquartier der US-Armee in Heidelberg durchführten. Noch im selben Jahr wurden bei einer konzertierten Polizeiaktion Baader, Meins und Jan-Carl Raspe in Frankfurt nach einer Schießerei, bei der Baader verletzt wurde, festgenommen.

Im Jahr 1974 besuchte Jean-Paul Sartre Andreas Baader im Gefängnis, wo er unter besonderen Bedingungen, die als Isolationshaft umstritten waren, untergebracht war. Im Mai 1975 begann der Prozess gegen die Kernmitglieder der RAF im Oberlandesgericht Stuttgart. Die Anklage: 5 Morde, 54 Mordversuche sowie mehrere Sprengstoffanschläge und Banküberfälle. 1976 übernahm Ensslin in einer Erklärung die Verantwortung für die Sprengstoffanschläge in Frankfurt und Heidelberg. Am 28. April 1977 erfolgte die Verurteilung Baaders und der anderen RAF-Mitglieder zu lebenslanger Haft. Am 5. September 1977 antwortete die RAF auf das Urteil mit der Entführung von Hanns-Martin Schleyer, dem Präsidenten der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände.

Nun forderte die RAF von der Bundesrepublik die Freilassung Baaders sowie elf weiterer in Haft befindlicher Mitglieder. Jeder von ihnen, so die Forderung, sollte 100.000 DM erhalten und aus Deutschland ausgeflogen werden. Bundeskanzler Helmut Schmidt weigerte sich der Forderung nachzugeben und machte damit deutlich: "Die Bundesrepublik Deutschland ist nicht erpressbar". Vier arabische Terroristen entführten daraufhin am 13. Oktober 1977 die Lufthansa-Maschine "Landshut" auf dem Flug von Mallorca nach Frankfurt mit neuem Ziel Mogadischu. An Bord der "Landshut" befanden sich 82 Passagiere und 5 Besatzungsmitglieder. Damit schlossen sich die arabischen Entführer der RAF an und forderten die Freilassung der in Deutschland inhaftierten RAF Mitglieder.

Am 18. Oktober 1977 gelang es einer Spezialeinheit des Bundesgrenzschutzes in einem spektakulären Einsatz, die Geiseln auf dem Rollfeld des Flughafens Mogadischu (Somalia) zu befreien. Nur wenige Stunden später begingen Andreas Baader, Gudrun Ensslin, und Jan-Carl Raspe nach jahrelanger Isolationshaft in der Strafvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim Selbstmord. Alle Bemühungen der Polizei, Hanns-Martin Schleyer zu finden und zu befreien blieben erfolglos. Am 19. Oktober 1977 wurde Hanns-Martin Schleyer tot im Kofferraum eines Autos gefunden. Andreas Baader wurde gemeinsam mit den beiden Mitgefangenen Ensslin und Raspe auf dem Dornhaldenfriedhof in Stuttgart beigesetzt.


Die Studenten- und Protestbewegung von 1966-1975

NameAndreas Baader

Geboren am06.05.1943

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortMünchen (D).

Verstorben am18.10.1977

TodesortStuttgart-Stammheim (D).