Biografie

Axel Springer

NameAxel Springer

Geboren am02.05.1912

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortHamburg (D).

Verstorben am22.09.1985

TodesortBerlin (D).

Axel Springer

Der Unternehmer avancierte in den 1960er Jahren als Galionsfigur des deutschen Verlagswesens zur konservativen Symbolfigur der jungen Bundesrepublik. Den Verlag seines Vaters baute er zum führenden Medienkonzern auf, und mit der BILD-Zeitung schuf Axel Springer das meist beachtetste Informationsmedium in Deutschland. Mit der durch eine ungewöhnliche Medienkonzentration erlangten gesellschaftlichen und politischen Macht, die ihm zahlreiche internationale Ehrungen einbrachte, bot Springer auch eine Angriffsfläche für wiederholte Kritik an den Methoden des von ihm begründeten deutschen Boulevard-Journalismus. Das Bemühen um eine Aussöhnung mit Israel verband er mit einer entschiedenen Ablehnung jedweder Annäherung an die DDR...
Axel Cäsar Springer wurde am 2. Mai 1912, als Sohn des Verlegers und Inhabers des Hammerich & Lesser Verlages, in Hamburg/Altona geboren.

Springer wuchs bei seinen Eltern in Hamburg auf. Nach Abschluss der Schule im Jahr 1928 absolvierte er im Verlag seines Vaters eine Druckerlehre. Später arbeitete er bei der Schröderschen Papierfabriken Sieler & Vogel in Hamburg und Leipzig. Bis 1932 absolvierte Springer ein Volontariat bei der "Bergedorfer Zeitung" und der Nachrichtenagentur WTB. Später wurde er Redakteur der Zeitung "Altonaer Nachrichten", wo er in den Bereichen Sport und Wirtschaft arbeitete. 1933 heiratete Springer die Hamburger Kaufmannstochter Martha Else Meyer, die noch im gleichen Jahr die gemeinsame Tochter Barbara zur Welt brachte. 1934 wurde Springer stellvertretender Chefredakteur bei der Zeitung "Altonaer Nachrichten". Nach dem seine erste Ehe gescheitert war, heiratete er 1939 das Berliner Mannequin Erna Frieda Berta Holm (geb. Küster). Nach einem ärztlichen Attest, wurde er im selben Jahr als kriegsuntauglich eingestuft.

Im Jahr 1941 wurde durch die NSDAP ein Arbeitsverbot über den Verlag verhängt. Fortan wurde Propagandamaterial gedruckt. Im selben Jahr wurde aus der Beziehung mit Erna, der erste Sohn, Axel, geboren. In den Jahren 1944 bis 1945 war Springer Gesellschafter im Hammerich & Lesser Verlag, der unverändert fortbestehen konnte. Als erster Druck erschien der Kalender "Besinnung. Ewige Worte der Menschlichkeit". Ab 1946 verlegte der Verlag die "Nordwestdeutschen Hefte", in denen Informationen vom Nordwestdeutschen Rundfunk gedruckt wurden. Ebenso erschien 1946 erstmals die Programmzeitschrift "Hör zu". Springer gründete 1947 die "Axel Springer Verlags GmbH" und erhielt gemeinsam mit seinem Verlagskollegen John Jahr die Lizenz zur Herausgabe der Frauenzeitschrift "Constanze". Nachdem die erste Ausgabe im März 1948 erschienen war, entwickelte sich "Constanze" zu einem der erfolgreichsten Modemagazine der 1950er, 1960er und 1970er Jahre in Westdeutschland.

Im Jahr 1948 erhielt Springer mit der Lizenz zur Herausgabe einer Tageszeitung ("Hamburger Abendblatt") auch die Genehmigung zur Verlegung der ersten überparteilichen Zeitung, die in Hamburg von Behörden zugelassene wurde. Um den hohen Auflagen gerecht zu werden, wurde 1950 mit dem Bau des Verlagshauses in der Kaiser-Wilhelm-Straße begonnen. Nachdem die "Hör zu" die Millionenauflage überschritten hatte, entwickelte Springer 1952 nach dem Muster der englischen "Yellow-Press"-Zeitungen das Boulevard-Format der "BILD-Zeitung". Als auch seine zweite Ehe scheiterte, heiratete Springer 1953 Rosemarie Alsen, geborene Lorenz. Ebenso kaufe er 1953 aus englischem Besitz die Zeitungen "Die Welt", "Welt am Sonntag" und "Das Neue Blatt" zu dem bestehenden Verlagsprogramm dazu. 1956 tätigte Springer, mit einer Beteiligung am Berliner Ullstein-Verlag, seine erste externe Akquisition.

Seit April des Jahres erschien die "BILD-Zeitung" in täglicher Folge und in Gestalt der "Bild am Sonntag" auch am Wochenende. Springer reiste 1958 nach Moskau, wo er Gespräche mit dem russischen Staats- und Regierungschef Nikita Chruschtschow führte. Ziel der Initiative war es, der russischen Regierung ein Konzept zur deutschen Wiedervereinigung nahe zubringen. Ergebnis der Reise war jedoch nur ein Interview, das in der Zeitung "Die Welt" veröffentlicht wurde. 1959 erwarb Springer den Mehrheitsanteil am Berliner Ullstein-Verlag, der mittlerweile die Tageszeitungen "B.Z." und "Berliner Morgenpost" verlegte. Springer heiratete 1962 in vierter Ehe Helga Alsen, geborene Ludewig-Sarre. Aus dieser Beziehung gingen die Söhne Raimund und Nikolaus hervor. Zur weiteren Ergänzung des Programms kaufte der Verleger 1964 die Düsseldorfer Boulevardzeitung "Mittag" sowie das Münchner Verlagshaus Kindler & Schiermeyer auf. Weitere Zukäufe waren 1965 die Jugend-Zeitschrift "Bravo", "twen" und die Fußball-Illustrierte "Kicker".

Im Jahr 1965 spendete Springer im Rahmen einer Israel-Reise 3,5 Millionen DM für den Bau eines israelischen Museums. Gemeinsam mit dem Bundespräsidenten Heinrich Lübke wurde 1966 in West-Berlin das neue Springer-Verlagshaus eingeweiht, das ab 1967 Hauptsitz des Konzerns wurde. In diesem Jahr begannen auch die ersten großen Proteste, die sich im Zuge der Studentenbewegung gegen den Verlag regten. Im Mittelpunkt der Kritik stand die Person Axel Springers. Ausgang des Unmutes diverses Studentengruppen war der Missbrauch der Medienmacht durch Springer. Mit Parolen wie "Enteignet Springer" zogen Studenten, in meist nicht genehmigten Demonstrationen, durch die Straßen von Berlin. Springer antwortete mit der Veröffentlichung von vier Grundsätzen, die fortan für alle Redakteure des Springer-Verlages bindend waren: 1.) - Das Eintreten für die Wiedervereinigung Deutschlands. 2.) - Aussöhnung zwischen Deutschen und Juden. 3.) - Ablehnung jeder Art von politischem Totalitarismus. 4.) - Verteidigung der sozialen Marktwirtschaft.

Nach dem Anschlag auf den Studentenführer Rudi Dutschke drohte die Situation 1968 zu eskalieren. Aufgrund der vorangegangenen verbalen Hetzkampagne der Springer-Presse gegen die Studentenbewegung lautete deren Vorwurf: "Bild schoss mit". Nun wurde der Fall politisch und auf höchster Ebene behandelt. Eine Pressekommission, die von der Bundesregierung eingesetzte wurde, schloss sich der Kritik am Springer-Verlag an und äußerte seine Bedenken über den unverantwortlichen Umgang mit der Pressefreiheit in Deutschland. Springer verkaufte daraufhin freiwillig die Zeitschriften "Das Neue Blatt", "Jasmin", "Eltern", "Bravo", "twen" und "Kicker", wofür er vom Verband der Deutschen Zeitungsverleger gelobt wurde. 1970 wurde der Konzern zu einer Aktiengesellschaft umgewandelt. Die bisherigen Unternehmen des Konzerns, wie Ullstein, Hammerich & Lesser und Axel Springer & Sohn, wurden in der AG zusammengefasst, deren alleinigen Aktionär und Aufsichtsratsvorsitzenden Springer selbst stellte.

Von der "Rote Armee Fraktion" wurde 1972 ein Bombenanschlag auf das Hamburger Springer-Hochhaus verübt. 17 Mitarbeiter des Verlages wurden verletzt. 1973 folgte ein Brandanschlag auf ein Gästehaus Springers in Kampen sowie auf sein Chalet in Gstaad. 1974 wurde Springer von der israelischen Bar-Ilan-Universität in Ramat-Gan die Ehrendoktorwürde verliehen. 1976 folgte die Ehrendoktorwürde der Hebräischen Universität von Jerusalem und 1977 die Auszeichnung der American Friendship Medal. Großes Medieninteresse löste 1977 das Buch "Der Aufmacher" aus. Der Autor und Journalist Günter Wallraff hatte sich unter dem Decknamen Hans Esser in die Redaktion der Bild-Zeitung in Hannover eingeschlichen. Mit seiner Kritik an der Arbeitsweise der Zeitung brachte er abermals eine Welle der Empörung in Gang. In einem späteren Prozess unterlag der Verlag gegenüber Wallraff. Zur Genugtuung der Öffentlichkeit wurde der Springer-Verlag 1978 zur Zahlung von 50.000 DM an die Studentin Eleonore Poensgen verurteilt.

Der Grund hierfür war, dass die BILD-Zeitung nach der Ermordung des Dresdner-Bank-Chefs Jürgen Ponto die Studentin zur Terroristin erklärt hatte. Ebenfalls 1978 heiratete Springer in fünfter Ehe Elfriede "Friede" Riewerts. Für seine Verdienste um die Aussöhnung zwischen Deutschen und Juden wurde er als erster Preisträger mit der Leo-Baeck-Medaille bedacht. Springers ältester Sohn Axel, der ihm trotz zahlreicher Querelen sehr nahe stand und als sein Nachfolger galt, beging 1980 in Hamburg Selbstmord. Kurz darauf wurde das Buch "Aus Sorge um Deutschland" veröffentlicht. Ebenfalls 1980 kam es während des PEN-Kongresses in Bremen zum organisierten Boykott gegen Springer. 58 Schriftsteller und Journalisten beschlossen, nicht mehr für den Springer-Verlag zu schreiben. Zahlreiche Künstler und Wissenschaftler schlossen sich dem an.

Im nächsten Jahr wurde Springer mit der Ehrendoktorwürde der Universität Boston und dem Konrad Adenauer-Preis der Deutschlandstiftung bedacht. Anfang der 1980er zog sich Springer mehr und mehr aus dem Geschäftsleben zurück. Zu seinen letzten Projekten zählte der vergebliche Ausbau des Btx. Ab 1982 nahm er Verhandlungen mit dem Burda-Verlag über den Verkauf von Konzernanteilen auf. Im selben Jahr wurde Springer mit der Berliner Ernst Reuter-Medaille geehrt. Nach zähen Verhandlungen mit dem Bundeskartellamt übernahm der Burda-Verlag 1983 einen Anteil von 24,9% am Springer-Verlag. Im selben Jahr wurde Springer, als erster Deutscher, mit dem Titel "Bewahrer Jerusalems" bedacht. 1985 verkaufte der Verleger weitere Konzernanteile in Höhe von 49%, wobei Leo Kirch seine ersten 10% am Springer-Unternehmen erwarb.

Kurz darauf verstarb Axel Cäsar Springer am 22. September 1985, im Alter von 73 Jahren, in West-Berlin.


Bedeutende Vertreter des deutschen Verlagswesens
Internationale Vertreter der Medienindustrie

NameAxel Springer

Geboren am02.05.1912

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortHamburg (D).

Verstorben am22.09.1985

TodesortBerlin (D).

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