Biografie

Friede Springer

Die deutsche Unternehmerin wurde die fünfte Ehefrau (1978) und Witwe (1985) des Verlegermoguls Axel Cäsar Springer. Nach seinem Tod erhielt sie die Aktienmehrheit des größten deutschen Verlagshauses. Sie wurde Geschäftsführerin der Axel Springer Gesellschaft für Publizistik, außerdem wurde sie stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Axel Springer Verlag AG. Für ihr umfangreiches gesellschaftliches Engagement wurde Friede Springer mit zahlreichen Auszeichnungen, darunter mit dem Leo-Baeck-Preis, bedacht...

Internationale Vertreter der Medienindustrie
Friede Springer, mit gebürtigem Namen Friede Riewerts, wurde am 15. August 1942 in Oldsum auf der Insel Föhr geboren.

Springer war die Tochter eines Gärtners und einer Hauswirtschaftsleiterin. Sie wuchs auf der Insel Föhr auf. Dort verbrachte sie ihre Kinder- und Jugendzeit. Sie kam mit jungen Jahren in das Haus des Verlegers Axel Cäsar Springer, wo sie dann auch als Kindermädchen für dessen Sohn Nicolaus tätig war. Aus Liebe zu der um dreißig Jahre Jüngeren ließ sich der Großverleger scheiden. Zunächst lebte das Paar ohne Trauung 13 Jahre lang zusammen. 1978 heirateten sie dann, es war die fünfte Ehe des Verlegers. Friede Springer entwickelte schnell eine grenzenlose Bewunderung für ihren Mann und seine Tätigkeit. Sie hatte sich in all den Jahren ihres Zusammenlebens ganz auf ihn eingelassen.

So verzichtete sie freiwillig auf eine eigene Berufsausbildung – ihr Berufswunsch war Ärztin – und auf eigene Kinder. Zusammen mit ihrem Mann teilte sie auch früh die Begeisterung für Israel. Mit dem Antritt des Erbes von Axel Springer, der im Jahr 1985 verstarb, begann auch die Auseinandersetzung zwischen Friede Springer und den beiden Enkeln des Verlegers, Axel-Sven und Ariane. Diese verklagten die Erbin Friede Springer auf Einsichtnahme in die Geschäfte. Dem Verleger gehörten 1985 noch 26,1 Prozent, der Rest lag beim Filmhändler Leo Kirch, der Familie Burda und diversen Kleinaktionären. In der Folge wurde sie Managerin des Axel Springer Verlags und Alleingeschäftsführerin der Springer-Holding. Die Witwe hält indes die Aktienmehrheit des noch immer größten Verlagshauses der Bundesrepublik. Zusammen mit Axel Sven Springer und Ariane Springer besaß Friede Springer als Geschäftsführerin der Axel Springer Gesellschaft für Publizistik 50 Prozent der Aktienanteile plus zehn Aktien.

Unter ihrer Leitung kauften die Springer-Erben 1988 den Anteil der Burda-Brüder für rund 531 Millionen D-Mark zurück. Nachdem in Folge Springers Kinder und Enkel aufbegehrten, zahlte sie die Familienmitglieder aus und übernahm so deren Anteile. Nachdem der Kirch-Medienkonzern durch Liquiditätsprobleme Anfang 2002 zerschlagen worden war, hielt Springer auch wieder die Kontrolle über dessen 40-Prozent-Paket an Aktien. Es gehörten zum Springer-Verlagshaus unter anderem die Verlage Heyne, Econ und Ullstein. In ihrer Position als stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende besaß Springer eine der bedeutendsten Schlüsselstellungen in dem Verlagskonzern, in der sie die Führungsrichtung bestimmt. Neben ihrer Verlagstätigkeit engagiert sich Friede Springer in zahlreichen gesellschaftlichen Bereichen. So führt sie auch den freundschaftlichen Kontakt zu Vertretern des Staates Israel im Sinne ihres Mannes weiter.

Springer wurde Trägerin des Leo-Baeck-Preises 2000, den sie vom Zentralrat der Juden in Deutschland für ihre erfolgreichen Bemühungen zur deutsch-jüdischen Verständigung in Deutschland überreicht bekam. Friede Springer wurde 2002 zur Ritterin der Französischen Ehrenlegion ernannt. Im selben Jahr wurde sie mit der Ehrendoktorwürde der Ben-Gurion-Universität Negev in Israel geehrt. 2002 setzte Friede Springer (formell der Aufsichtsrat) Mathias Döpfner als neuen Vorstandsvorsitzenden ein. 2004 gründete sie die Friede-Springer-Stiftung zur Erforschung von Herz- und Kreislauferkrankungen. Im Februar 2005 erschien eine erste Biografie über die Konzernchefin: Die Journalistin Inge Kloepfer veröffentlichte, nach ausführlichen Gesprächen mit ihr, das Buch "Friede Springer - Die Biographie". Für das Geschäftsjahr 2004 konnte der Springer-Konzern im März 2005 ein Rekordergebnis von 335,8 Millionen Euro Gewinn vermelden.

Zugleich erschien Ende März 2005 die spanische Erstausgabe der Zeitschrift für Unterhaltungselektronik "Audio Video Foto Bild", mit der der Springer-Verlag seine Expansion auf dem internationalen Markt weiter vorantrieb. Anfang Mai 2005 genehmigte die EU-Kommission in Brüssel die Fusion der Tiefdruckaktivitäten von Bertelsmann und Springer zum größten europäischen Unternehmen der Branche. Die beiden großen deutschen Medienhäuser dürfen seither Hochglanzprodukte wie Kataloge und Zeitschriften gemeinsam drucken. Im August 2005 gaben die jeweiligen Konzernsprecher den vereinbarten Zusammenschluss des Springer-Konzerns mit der Sendergruppe ProSiebenSat.1 bekannt, die nur noch vom Kartellgericht genehmigt werden musste. ProSiebenSat.1-Chef Haim Saban zog sich damit nach der erfolgreichen Sanierung des Privatsenders aus dem deutschen Medienmarkt wieder zurück.

Am 12. Juli 2004 wurde Friede Springer der Bayerische Verdienstorden verliehen. 2008 wurde sie mit dem großen Bundesverdienstkreuz mit Stern geehrt. Am 2. Oktober 2009 wurde sie in Kiel mit dem Hermann Ehlers Preis der Hermann Ehlers Stiftung ausgezeichnet. Für die CDU nahm sie als Mitglied der 12., 13. und 14. Bundesversammlung; 2004, 2009 und 2010 an der Wahl des Bundespräsidenten teil.


Bedeutende Vertreter des deutschen Verlagswesens
Internationale Vertreter der Medienindustrie

NameFriede Springer

Geboren am15.08.1942

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortOldsum (D).