Biografie

Heinrich Lübke

NameHeinrich Lübke

Geboren am14.10.1894

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortEnkhausen

Verstorben am06.04.1972

TodesortBonn

Heinrich Lübke

Der deutsche CDU-Politiker stellte von 1959 bis 1969 den zweiten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland. Davor war Heinrich Lübke von 1932 bis 1933 für "Zentrum" Mitglied des Preußischen Landtags, ehe er sein Amt nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten niederlegen musste. Ab 1946 Mitglied der CDU, verdiente er sich von 1953 bis 1959 als Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Er befürwortete die Große Regierungskoalition zwischen SPD und CDU/CSU, die in den Jahren 1966-1969 das Land regierte. Als Bundespräsident bemühte sich Lübke um eine Förderung der Entwicklungshilfe für die Dritte Welt und um die Schaffung eines gemeinsamen Agrarmarkts in der damaligen EWG...

Heinrich Lübke wurde am 14. Oktober 1894 im westfälischen Enkhausen als Sohn eines Schuhmachers und Landwirtes geboren.

Nach der Schule nahm er 1913 an der Bonner Universität ein Studium der Landwirtschaft, Geodäsie und Kulturtechnik auf. In den Jahren 1914 bis 1918 nahm Lübke am Ersten Weltkrieg teil. Danach studierte er bis 1921 Volkswirtschaft, Verwaltungsrecht sowie Boden- und Siedlungsrecht an den Universitäten von Münster und Berlin. Von 1921 bis 1923 war Lübke im Siedlungswesen in Münster tätig. Im Anschluss daran arbeitete er bis 1933 als Geschäftsführer landwirtschaftlicher Organisationen in Berlin. Dabei setzte er sich für den Zusammenschluss der Klein- und Mittelbauernverbände zur "Deutschen Bauernschaft" ein, die er ab 1926 leitete.

Im Jahr 1929 verheiratete sich Lübke mit Wilhelmine Keuthen. Zwei Jahre später wurde er als Abgeordneter der katholischen Zentrumspartei in den Preußischen Landtag gewählt. Infolge der nationalsozialistischen Machtübernahme durch Adolf Hitler im Januar 1933 musste Lübke allerdings seine politischen Ämter aufgeben. In den Jahren 1934/35 wurde gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen Korruption eröffnet. Er war deswegen bis zur Einstellung des Verfahrens monatelang inhaftiert.

In der Zeit von 1937 bis 1939 war Lübke wieder im Siedlungs- und Bauwesen tätig. Anschließend arbeitete er bis 1945 für das Architektur- und Ingenieurbüro Schlempp, das später für den Rüstungsminister Albert Speer zur Mitarbeit mit dem nationalsozialistischen Regime verpflichtet wurde. In diesem Zusammenhang plante das Büro Gebäude für das Raketenwaffenprogramm, das mit Zwangsarbeitern betrieben wurde. Nach Kriegsende trat Lübke 1945 in die CDU ein, für die er im Provinziallandtag von Westfalen saß. Von 1946 bis 1952 war er Mitglied zunächst des westfälischen, dann des nordrhein-westfälischen Landtages.

Im Jahr 1947 berief man Lübke in die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen, in der er bis 1952 den Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten stellte. 1952 trat er freiwillig zurück. 1949 wurde Lübke in den Bundestag gewählt, wo er als Vorsitzender des agrarpolitischen Ausschusses fungierte. Im Jahr darauf schied er vorübergehend aus dem Parlament aus. 1953 war er als Generalanwalt des Raiffeisenverbandes in Bonn tätig. Ebenfalls 1953 wurde Lübke erneut in den Bundestag gewählt, in dem er nun bis 1959 vertreten war. Unter Bundeskanzler Konrad Adenauer übernahm er den Posten des Ministers für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

In dieser Funktion zählte Lübke zu den Mitbegründern der "Grünen Pläne" und des "Grünen Bericht", die sich die Förderung der deutschen Landwirtschaft zum Ziel machten. Die "Grünen Pläne" sahen die Beseitigung der wirtschaftlichen und strukturellen Benachteiligungen vor, die in der Landwirtschaft gegenüber anderen Wirtschaftszweigen vorherrschten. Darüber hinaus trieb Lübke die Entwicklung zum gemeinsamen Landwirtschaftsmarkt in der damaligen EWG (Europäische Wirtschaftsgemeinschaft) voran. 1953 ehrte ihn die Landwirtschaftliche Fakultät der Bonner Universität mit dem Titel des Ehrendoktors. 1957 wurde Lübke das Großkreuz des Bundesverdienstordens verliehen.

Am 15. September 1959 wurde Heinrich Lübke zum 2. Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Dieses Amt übte er für zwei Amtsperioden bis 1969 aus. Lübke zeigte sich bemüht, dem Amt des Bundespräsidenten mehr Bedeutung zu verleihen. Durch seine eigenwillige Rhetorik, die ihm in der Öffentlichkeit von einem Lapsus zum nächsten verhalf, wurde er jedoch zur Zielscheibe kontinuierlicher Angriffe der Medien. Lübke setzte sich als Bundespräsident auch maßgeblich für die Bildung einer Großen Regierungskoalition aus SPD und CDU/CSU ein, die in der Zeit von 1966 bis 1969 regierte.

Im außenpolitischen Bereich profilierte sich der Bundespräsident als Förderer der Entwicklungshilfe für die sogenannte Dritte Welt. Seine Politik wurde allerdings von Vorwürfen überschattet, die wegen seiner Tätigkeiten im Nationalsozialismus zunächst aus der DDR, dann aber auch in der bundesrepublikanischen Öffentlichkeit gegen ihn lanciert wurden. Aus gesundheitlichen Gründen trat Lübke 1969 drei Monate vor dem Ende seiner Amtsperiode als Staatsoberhaupt der Bundesrepublik zurück.

Heinrich Lübke starb am 6. April 1972 in Bonn.


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NameHeinrich Lübke

Geboren am14.10.1894

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortEnkhausen

Verstorben am06.04.1972

TodesortBonn

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