Biografie

Adolf Hitler

Der NS-Politiker war Parteichef der NSDAP (ab 1921), Deutscher Reichskanzler (ab 1933) und als "Führer und Reichskanzler" (ab 1934) Regierungschef und Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches. Als Diktator und Oberbefehlshaber der Wehrmacht (ab 1938) setzte er seine antisemitische Grundeinstellung und rassenbiologische Ideologie in eine Vernichtungs- und Tötungsmaschinerie in ganz Europa um. Der nationalsozialistischen Herrschaft des Deutschen Reiches und dem von ihr entfachen Zweiten Weltkrieg (1939-1945) verlieh Adolf Hitler dabei den Charakter einer einzigartigen Barbarei: Die Ermordung unliebsamer Bevölkerungsgruppen, der Holocaust an den europäischen Juden, zahlreiche Kriegsverbrechen und Verstöße gegen die Menschenrechte wurden mit der Pflichtversessenheit und blinden Mitwirkung einer moralisch und politisch ungefestigten Bevölkerung von Mitläufern, Tätern und Vollstreckern durchführbar...
Adolf Hitler wurde am 20. April 1889 als Sohn des Zollbeamten Alois Hitler und von Clara Pölzel in Braunau am Inn (Österreich) geboren.

Aufgrund des Berufes von Alois Hitler zog er mit seiner Familie häufig um: von Braunau zunächst nach Passau, später nach Lambach und schließlich nach Leonding bei Linz. Hitler brach 1905 die Realschule ohne Abschluss ab. Schon frühzeitig widmete er sich dem Studium völkischer Schriften. Nach dem Tod der Mutter wechselte Hitler 1907 nach Wien, wo seine Bewerbung auf Aufnahme an der Kunstakademie zweimal scheiterte. Der verhinderte Kunstmaler hielt sich in der Folge mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser und war schließlich auch auf das Obdachlosenasyl angewiesen. Während dieser Elendsjahre entwickelte Hitler wesentliche Elemente seiner antisemitischen Ideologie und seiner Gegnerschaft zu Marxismus und Liberalismus. 1913 zog Hitler nach München, wo er im folgenden Jahr bei Kriegsbeginn der Bayerischen Reserve-Infanterie beitrat und mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet wurde. Nach einer 1916 an der Westfront erlittenen Verletzung erhielt er außerdem das Eiserne Kreuz erster Klasse. Die deutsche Kriegsniederlage und die Novemberrevolution von 1918 prägten Adolf Hitler nachhaltig und waren für seine zunehmende Politisierung verantwortlich.

Im Jahr 1919 absolvierte er eine Rhetorikausbildung für Propagandaleute an der Universität München. Noch im selben Jahr trat er der Deutschen Arbeiterpartei (DAP), ab 1920 Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP), bei. Fortan widmete er sich der politischen Arbeit in der Partei, deren Vorsitzender er 1921 wurde. Ideologisch führte ihn seine antisemitische Grundeinstellung zu immer konkreteren Überlegungen über politische Maßnahmen gegen die jüdische Bevölkerung und die angeblich "jüdisch unterwanderte" Weimarer Republik der "Novemberverbrecher". Am 26. Februar 1923 holte Hitler durch den nach ihm benannten Putsch zu seinem ersten Schlag gegen die demokratische Republik aus: Das Scheitern der von Bayern ausgehenden Erhebung hatte das Verbot der NSDAP und eine fünfjährige Haftstrafe für Adolf Hitler, Ernst Julius Röhm und Erich Ludendorff zur Folge. Hitler wurde außerdem 1925 aus der österreichischen Staatsbürgerschaft entlassen und blieb danach staatenlos. Während seiner Landsberger Haft, aus der er vorzeitig entlassen wurde, verfasste Hitler das Buch "Mein Kampf". Die politische Programmatik nahm zahlreiche Elemente seiner späteren Herrschaft vorweg, wurde jedoch von der politischen Kultur der Zeit unterschätzt.

Am 27. Februar 1925 wurde die NSDAP neu gegründet. Jedoch erhielt Hitler Redeverbot durch die bayerische Regierung, dem sich auch die preußische Landesregierung anschloss. Gegen Ende der 1920er Jahre kehrte Hitler auf die politische Bühne zurück. Am 16. November 1927 hielt er eine Rede im Berliner Sportpalast. Im Oktober 1931 kam es zur ersten Begegnung mit Reichspräsident Paul von Hindenburg. Am folgenden Tag wurde die "Harzburger Front" als reaktionäres, antidemokratisches Bündnis gegründet. Die inzwischen wieder zugelassene NSDAP ging aus den Wahlen von 1932 mit ersten Erfolgen hervor. Zu seinen engsten Vertrauten und Wegbegleitern zählten fortan: Josef Goebbels, Rudolf Heß, Herrmann Göring, Adolf Eichmann, Heinrich Himmler, Reinhard Heydrich und Albert Speer. Am 27. Januar 1932 erfolgte seine Zuerkennung zur deutschen Staatsbürgerschaft. Im ersten Wahlgang zur Reichspräsidentenwahl erhielt Hitler im März 1932 rund 30 Prozent der Stimmen. Im zweiten Wahlgang im April erzielte er bereits 37 Prozent der Stimmen. Nach den Reichstagswahlen vom 31. Juli des selben Jahres ging die NSDAP als stärkste Fraktion hervor. Hitlers Forderung auf Ernennung zum Reichskanzler wurde von Hindenburg zurückgewiesen. Am 8. Dezember 1932 kam es nach einer möglichen Regierungsbeteiligung mit Gregor Strasser zum Zerwürfnis. Strasser legte daraufhin alle Parteiämter nieder und zog sich aus der Politik zurück.

Am 4. Januar 1933 kam es zwischen Franz von Papen und Hitler im Hause eines Kölner Bankiers zur Vereinbarung über eine neue Regierungsbildung. Nach den Reichstagswahlen vom 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler einer nationalkonservativen Regierung ernannt, der mit Hermann Göring und Wilhelm Frick noch zwei weitere Nationalsozialisten angehörten. In Folge des Ermächtigungsgesetzes (24. März 1933), des sogenannten "Röhm-Putsches" (30. Juni 1934) und des Todes von Reichspräsident Paul von Hindenburg (2. August 1934) setzte Hitler schrittweise seine Alleinherrschaft gegen die demokratischen Parteien, gegen seine politischen Mitkonkurrenten innerhalb der NSDAP und gegen die demokratischen Verfassungsorgane durch. Hitler firmierte nun als "Führer", der alle Funktionen des Reichspräsidenten und Reichskanzlers auf sich vereinte. Seine auf Antisemitismus und Rassismus gegründete Ideologie fand am 15. September 1935 in den Nürnberger Gesetzen ihre offizielle politische Umsetzung. Am 20. Juli 1936 gab Hitler die Unterstützung der antirepublikanischen Truppen General Francisco Franco y Bahamonde durch deutsche Luftstreitkräfte im Spanischen Bürgerkrieg (16. Juli 1936 - 28. März 1939) bekannt. Am 7. März 1936 erfolgte der Einmarsch deutscher Truppen in das entmilitarisierte Rheinland.

Am 25. Oktober des selben Jahres kam es zum Antikominternpakt mit Japan, dem Italien später beitrat. Adolf Hitler empfing am 25. Oktober 1937 Benito Mussolini in Berlin und entwickelte mit der "Achse Berlin-Rom" sein militärisches Allianzsystem. Hitler trug im November 1937 der militärischen Führung seine militärischen und außenpolitischen Ziele vor und forderte die Aufrüstung der Wehrmacht für mögliche Angriffskriege innerhalb der kommenden zwei Jahre. Am 4. Februar 1938 entließ Hitler die militärische Spitze und übernahm selbst die Oberbefehlsgewalt der Wehrmacht. Im selben Jahr wurde Konstantin von Neurath durch Joachim von Ribbentrop als Außenminister ersetzt. Am 15. März 1938 verkündete Adolf Hitler vor einer begeisterten Menschenmenge auf dem Wiener Heldenplatz den "Anschluß" Österreichs an das Deutsche Reich. Am 30. Mai 1938 begann nach einem Geheimbefehl Hitlers die Zerschlagung der Tschechoslowakei. Nach dem "Münchner Abkommen" vom 29. September fielen die Sudetendeutsch bewohnten Gebiete an Deutschland zurück. Daraufhin erklärte Hitler keine weiteren territorialen Ansprüche in Europa mehr zu haben. Die in der Öffentlichkeit gegen die jüdische Bevölkerung geschürte Stimmung eskalierte in der Reichsprogromnacht vom 9. November 1938 in einer konzertierten Gewaltaktion gegen jüdische Einrichtungen, Geschäfte und Synagogen in ganz Deutschland. Die als spontane Entladung des Volkszorns verklärte “Reichskristallnacht” basierte auf einer gesteuerten Aktion von SS und Polizei, die propagandistisch durch Josef Goebbels in Szene gesetzt wurde.

Am 30. Januar 1939 kündigte Hitler in einer Reichstagsrede für den Fall eines weiteren Weltkriegs die "Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa" an. Damit zeigte Hitler nochmals die Tragweite der expansionistischen und aggressiven Zielsetzungen nach Innen und Außen. Im März 1939 folgte die Zerschlagung der Tschechoslowakei und die Errichtung des "Protektorats" Böhmen und Mähren. Mit dem "Hitler-Stalin-Pakt" wurden am 23. August 1939 in einem geheimen Zusatzprotokoll die Interessensphären in Osteuropa abgegrenzt. Am 1. September 1939 löste die deutsche Wehrmacht mit dem Einmarsch in Polen den Zweiten Weltkrieg aus. Der Befehl zum Angriff im Westen folgte am 9. Oktober 1939. Johann Georg Elser verübte am 8. November den erfolgslosen Anschlag im Münchener Bürgerbräukeller auf Hitler. Im folgenden Jahr wurden Dänemark und Norwegen besetzt sowie die Westoffensive gegen Frankreich eröffnet. Mit der sogenannten Führerweisung Nr. 21 ordnete Hitler am 18. Dezember 1940 die Vorbereitungen für das "Unternehmen Barbarossa", den deutschen Überfall auf die Sowjetunion, an, der dann am 22. Juni 1941 begann. Der langwierige Verlauf des Unternehmens sollte letztendlich die deutsche Kriegsniederlage herbeiführen. Nach der Besetzung Jugoslawiens und Griechenlands erklärte Hitler am 5. Dezember 1941 auch den Vereinigten Staaten von Amerika den Krieg.

Am 20. Januar 1942 wurde auf der sogenannten "Wannsee Konferenz" in Berlin die "Endlösung der Judenfrage" beschlossen, worauf die massenhafte Ermordung der jüdischen Bevölkerung Europas in den Konzentrationslagern ihren Lauf nahm. Am 26. April 1942 ließ sich Hitler vom Reichstag eine durch kein Gesetz beschränkte Vollmacht als "Oberster Gerichtsherr" erteilen. Im selben Jahr folgte der Ausbau der Küstenstellungen in Westfrankreich zum "Atlantik-Wall". Wenig später, am 31 Januar 1943, leitete die Kapitulation der 6. Armee in Stalingrad eine Wende im Kriegsgeschehen ein. Die Wehrmacht sah sich nun zunehmenden Verlusten an allen Fronten gegenüber. Eine von Militärführern um Graf Stauffenberg organisierte Erhebung gegen Hitler scheiterte jedoch: Der "Führer" überlebte am 20. Juli 1944 das gegen ihn gerichtete Attentat und ließ die beteiligten Offiziere hinrichten. Gegen Ende des Jahrs 1944 musste innerhalb Deutschlands der "Volkssturm", bestehend aus Kindern und alten Männern, zur Verteidigung der Reichsgrenzen eingesetzt werden. Noch in seiner letzten Ansprache vom 30. Januar 1945 beschwor Adolf Hitler den "Endsieg", für dessen Erlangung er die Bevölkerung zu unerbitterlichem Widerstand aufrief.

In der Nacht vom 28. auf den 29. April 1945 schlossen Eva Braun und Adolf Hitler in einer mitternächtlichen Heiratszeremonie im Führerbunker unter der Berliner Reichskanzlei den Bund der Ehe. Joseph Goebbels und Martin Bormann waren die Trauzeugen. Im Protokoll wurde der Notstand, die Kriegstrauung, die "arische Abstammung" und "keine Erbkrankheiten" vermerkt. Das frische Ehepaar Adolf und Eva Hitler beging am darauffolgenden Tag, dem 30. April 1945, durch das Einnehmen von Blausäure und einem gezielten Kopfschuss Selbstmord. Die Leichen wurden einem Befehl Hitlers zufolge im Garten der Reichskanzlei mit Benzin übergossen und verbrannt. Nur einige Meter davon entfernt erreichte die sowjetische Rote Armee den Reichstag. Wenig später bedeutete die deutsche Kapitulation das Ende des mit über 50 Millionen Toten opferreichsten Krieg, den die Menschheit jemals erleben musste, und der mit einer spezifisch deutschen Note in die Geschichte eingegangen ist: der mit industriellen Mitteln und mit systematischer Akribie in ganz Europa betriebenen Massenvernichtung.

(Eine nähere Darstellung der 1933-1945 in Europa begangenen Kriegsverbrechen und Vergehen gegen die Menschlichkeit, insbesondere des Genozids an den Juden und der Verfolgung anderer unerwünschter Bevölkerungsgruppen, muss hier unterbleiben. Der aus Gründen der schnellen und überschaubaren Informationsdarbietung begrenzte Rahmen unseres Lexikons würde jeden Versuch, den Holocaust und Massenmord in angemessener Weise zu thematisieren, ungenügend erscheinen lassen.)

NameAdolf Hitler

Geboren am20.04.1889

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortBraunau am Inn (A).

Verstorben am30.04.1945

TodesortBerlin (D).