Biografie

Francisco Franco y Bahamonde

Der spanische Offizier und Fremdenlegionär entschied dank der gewichtigen Unterstützung des faschistischen Italien und Hitler-Deutschlands den spanischen Bürgerkrieg für sich. Als letzter Diktator Europas errichtete Francisco Franco ein faschistisches Regime über Spanien, das - von der europäischen und westlichen Welt gestützt - erst nach dreieinhalb Jahrzehnten durch den Tod des "Caudillo" ("Anführer", "Häuptling") ein spätes Ende fand...
Francisco Franco y Bahamonde wurde am 4. Dezember 1892 in Ferrol (Galicien, Spanien) geboren.

Nach der Schule genoss Franco eine Offiziersausbildung in Toldeo und in Paris. Ab war er im Kolonialdienst in Marokko tätig, wo er an der Entstehung der spanischen Fremdenlegion mitwirkte. Von 1923 bis 1927 fungierte Franco als Kommandeur der Fremdenlegion. 1926 wurde er zum Brigadegeneral befördert. 1927 übertrug man ihm die Leitung der Militärakademie in Saragossa. Infolge der spanischen Revolution wechselte Franco in der ersten Hälfte der 1930er Jahre auf verschiedene Posten auf den Balearen, in Marokko und auf den Kanaren.

Als im Juli 1936 der Bürgerkrieg ausbrach, setzte sich Franco an die Spitze der spanischen Truppen in Marokko, um sie mit Hilfe der faschistischen Regimes von Benito Mussolini in Italien und Adolf Hitler in Deutschland nach Spanien zu führen. Am 30. September 1936 wurde Franco von den rechtsgerichteten Kräften zum nationalspanischen Regierungschef, Generalissimo und Staatsoberhaupt erhoben. Dem nun entfesselten Bürgerkrieg fielen vermutlich eine Millionen Menschen, auch unter der Zivilbevölkerung, zum Opfer. Mit logistischer und personeller Unterstützung aus dem faschistischen Italien und aus Hitler-Deutschland konnten die Franchisten schließlich die Oberhand über die republikanischen Truppen gewinnen.

Traurige Berühmtheit erlangte in diesem Zusammenhang die von der deutschen Luftwaffe verantwortete Bombardierung von Guernica. Den verbrecherischen Akt, dem große Teile der Zivilbevölkerung zum Opfer fielen, hat der Künstler Pablo Picasso durch sein gleichnamiges Wandgemälde für die Pariser Weltausstellung von 1937 auf eindrucksvolle Weise dokumentiert. Am zum "Tag des Sieges" erhobenen 20. Mai 1939 erklärte Franco den spanischen Bürgerkrieg offiziell für beendet. Der nun als "Caudillo" ("Anführer", "Häuptling") titulierte Diktator errichtete in der Folge ein faschistisches Militärregime über Spanien. Als Vergeltungsmaßnahme ließ er 1940/41 etwa 200.000 Republikaner und Antifaschisten hinrichten.

Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs distanzierte sich das Franco-Regime jedoch von Deutschland und Italien, was einen diplomatischen und wirtschaftlichen Boykott Spaniens in der unmittelbaren Nachkriegszeit jedoch nicht verhindern konnte. Die bedeutende strategische Position des Landes bewogen jedoch die USA zum Einlenken, die gegen die Zulassung US-amerikanischer Stützpunkte auf der iberischen Halbinsel die internationale Duldung des Schlächters unterstützten. 1955 erreichte die weltweite Anerkennung des faschistischen Regimes durch den UN-Beitritt Spaniens einen unerklärlichen Höhepunkt. Dabei entfaltete der Diktator im Innern ein gnadenloses Klima der politischen Verfolgung. Durch mehrere Verfassungsgesetze etablierte Franco das Land als Monarchie, in der ihm selbst die lebenslange Funktion des Staatsoberhaupts zufiel.

Als Nachfolger protegierte Franco nicht den Thronfolger Don Juan, den er wegen seiner fortschrittlichen politischen Einstellung vielmehr kalt stellte. Stattdessen baute der Diktator den Sohn Don Juans, Juan Carlos, zum künftigen Staatsoberhaupt auf, indem er ihn 1969 zum Thronfolger proklamierte. Die militärischen Vereinbarungen mit den USA zogen auch umfangreiche Wirtschaftshilfen nach sich, so dass sich Spanien im Laufe der 1950er, 1960er und schließlich 1970er Jahre von einem agrarisch geprägten Entwicklungsland zu einer der führenden Industrienationen entwickelte. Großen Anteil am Wirtschaftsaufschwung hatte dabei der Tourismus. Die Öffnung des Landes zog auch vorsichtige Ansätze einer Demokratisierung nach sich, die sich etwa 1967 in der Einführung von Parlamentswahlen nach eingeschränktem Wahlrecht niederschlugen.

Indes rief der franchistische Zentralismus auch regionalistischen Protest hervor, der sich besonders im Baskenland und in Katalonien mit zunehmender Vehemenz zu Wort meldete und schließlich in Terrorakte mündete. Im Zuge der internationalen Studentenbewegung kam es auch in Spanien gegen Ende der 1960er Jahre zu den ersten Protesterscheinungen an den Universitäten, die 1969 die Verhängung des Ausnahmezustandes über das ganze Land nach sich zogen. 1970 legitimierte der US-Präsident Richard Nixon die Franco-Diktatur durch seinen Staatsbesuch in Spanien. Im selben Jahr und nochmals 1972 folgte ihm darin der Außenminister der Bundesrepublik, Walter Scheel, der dabei allerdings auf ein Gespräch mit Oppositionellen bestand. 1973 übertrug Franco die Leitung der Regierung auf seinen Gefolgsmann Luis Carrero Blanco, der ein halbes Jahr später jedoch einem politischen Attentat zum Opfer fiel.

Nachdem sich unter dem nachfolgenden Regierungschef Arias Navarro zunächst eine liberalere Innenpolitik abzuzeichnen begonnen hatte, trug die Hinrichtung von Oppositionellen im September 1975 zu einer erneuten Verschärfung der inneren Situation des Landes bei. Der Weg zu einer wirklichen Liberalisierung und Modernisierung Spaniens war erst frei, nachdem der selbsternannte "Caudillo" am 20. November 1975 in einem adrider Krankenhaus gestorben war. Francisco Franco y Bahamonde hatte sich zuletzt mehr denn je als anachronistische und machtbesessene Figur erwiesen. Die nun unter dem nachfolgenden König Juan Carlos I. einsetzende Öffnung Spaniens erfolgte auch deshalb erst so spät, weil zuvor weder die europäische noch die westliche Staatengemeinschaft insgesamt ein wirkliches Interesse an einem solchen Weg gezeigt hatte.

NameFrancisco Franco y Bahamonde

Geboren am04.12.1892

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortFerrol (Galicien, Spanien)

Verstorben am20.11.1975

TodesortMadrid (Spanien)

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