Biografie

Albert Speer

Der deutsche Architekt war zur Zeit des so genannten "Dritten Reiches" "Generalbauinspekteur für die Reichshauptstadt Berlin" und "Reichsminister für Bewaffnung und Munition". Im Stil der nationalsozialistischen Ästhetik entwarf Albert Speer die bedeutendsten Gebäude jener Zeit. Hitlers Architekt und Rüstungsminister war maßgeblich an der nationalsozialistischen Judenvernichtung beteiligt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gelang es Speer, unter Irreführung der Öffentlichkeit von seiner Schuld abzulenken. Nach 20 Jahren Haft verbrachte der verkannte NS-Täter seinen Lebensabend als ein in der Gesellschaft des westlichen Nachkriegsdeutschland geachteter Bürger...

Die einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jhs.
Albert Speer wurde am 19. März 1905 in Mannheim geboren.

Nach dem Abitur studierte Speer Architektur in Karlsruhe, München und später in Berlin. Im Anschluss wurde Speer Assistent bei Heinrich Tessenow in Berlin. Dort hatte er auch erste Kontakte zu nationalsozialistischen Gruppen. 1931 trat er der NSDAP bei. Den nationalsozialistischen Gedanken übertrug Speer erfolgreich in eine architektonische Ästhetik, wodurch er schnell innerhalb der Partei Karriere machte. Getragen von der persönlichen und engen Freundschaft mit Adolf Hitler avancierte Speer ab 1933 zum populärsten und erfolgreichsten Architekten des Reiches. Zu Speers frühen Arbeiten zählte das Aufmarschgelände in Nürnberg, auf dem die NSDAP ab 1934 ihren Parteitag abhielt.

Weiter entstanden im Auftrag des Reiches zahlreiche Monumentalbauten im Stil der nationalsozialistischen Ideologie. Speer zeigte sich auch als großer Organisator bei der Umsetzung von Großveranstaltungen und Massenkundgebungen. So war er etwa verantwortlicher Leiter der "Lichtdome" im Rahmen des Parteitages von 1934. In Speer fand Hitler einen Freund, der ihn wie kaum ein anderer aufbauen und inspirieren konnte. Daher ernannte er ihn im Oktober 1934 zum "Architekten des Führers" und 1937 zum "Generalbauinspekteur für die Reichshauptstadt Berlin" (Germania). Zwischen 1938 und 1939 baute Speer in Berlin die neue Reichskanzlei. Diese wurde bereits in das geplante "Nord-Süd-Projekt" eingebunden, welches aus der Reichskanzlei, der Großen Halle und dem "Führerpalais" bestand. In diesem Zusammenhang war Speer direkt für die "Entmietung" der jüdischen Bevölkerung Berlins und deren Abtransport in die Konzentrationslager verantwortlich.

Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Speer zum "Reichsminister für Bewaffnung und Munition" und zum "Generalinspekteur für Festungsbau, Straßenwesen, Wasser und Energie" bestellt. 1943 erfolgte Speers Berufung zum Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion. In dieser Funktion war er für die Ausbeutung und Vernichtung Tausender von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen verantwortlich, mit deren Hilfe er die Kriegs- und Rüstungsziele zu erreichen suchte. Kurz vor Hitlers Selbstmord im März 1945 verweigerte Speer allerdings dem Führer die Ausführung des Befehls, die gesamte deutsche Infrastruktur zu zerstören ("Unternehmen: verbrannte Erde"). Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gelang es Speer, die Spuren seiner Schuld weitgehend zu verwischen.

Speer konnte gegenüber der Öffentlichkeit glaubhaft machen, von der Judenvernichtung nichts gewusst zu haben. Speer wurde zwar 1946 verhaftet, dann aber vom Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg nur zu 20 Jahren Haft verurteilt, die er im Kriegsverbrechergefängnis von Berlin-Spandau verbüßte. Nach seiner Haftenlassung im Jahr 1966 konstruierte Speer die Legende von seiner Schuldlosigkeit auf literarischer und filmischer Ebene weiter. Dabei unterstützte ihn unabsichtlich der Historiker Joachim Fest, der 1969 einen biographisch-dokumentarischen Film mit Speer drehte. Von Verlegerseite bekam Speer bei der Konstruktion seiner geschönten Lebensgeschichte unfreiwillige Unterstützung durch Wolf Jobst Siedler, der seine Bücher verlegte: 1969 erschienen die "Erinnerungen" und 1981 "Der Sklavenstaat - Meine Auseinandersetzung mit der SS".

Albert Speer starb am 1. September 1981 in London. Erst nach seinem Tod gelang es einer jüngeren Historikergeneration, die wahre Verstrickung Speers mit dem Holocaust offen zu legen.

Anlässlich des 60. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkriegs wurde im Mai 2005 eine mehrteilige biographische Verfilmung des Lebens von Albert Speer in der ARD ausgestrahlt. Der Regisseur Heinrich Breloer konnte darin dokumentieren, dass Hitlers Architekt entgegen seiner Beteuerungen doch von "Auschwitz" gewusst hatte.

(Eine nähere Darstellung der 1933-1945 in Europa begangenen Kriegsverbrechen und Vergehen gegen die Menschlichkeit, insbesondere des Genozids an den Juden und der Verfolgung anderer unerwünschter Bevölkerungsgruppen, muss hier unterbleiben. Der aus Gründen der schnellen und überschaubaren Informationsdarbietung begrenzte Rahmen unseres Lexikons würde jeden Versuch, den Holocaust und Massenmord in angemessener Weise zu thematisieren, ungenügend erscheinen lassen.)


Die einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jhs.

NameAlbert Speer

Geboren am19.03.1905

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortMannheim (D).

Verstorben am01.09.1981

TodesortLondon (GB).

google-site-verification: google44cc944cebb47e16.html