Biografie

Rudolf Heß

NameRudolf Heß

Geboren am26.04.1894

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortAlexandria (Ägypten)

Verstorben am17.08.1987

TodesortBerlin (D).

Rudolf Heß

Der Privatsekretär und Stellvertreter Adolf Hitlers hatte maßgeblichen Anteil an der Entfaltung des Führerkults und an der Durchsetzung des bedingungslosen Führerprinzips im nationalsozialistischen Deutschland und in der NSDAP. Als skurriler Sonderling gab Rudolf Heß Anlass zu manchen Spekulationen und Legenden, die sich vor allem um seine geheimnisvolle Friedensmission in Großbritannien ranken. Nach Kriegsende lenkte seine vier Jahrzehnte dauernde Einzelhaft immer wieder die Aufmerksamkeit von Medien und Öffentlichkeit auf das Schicksal des Nationalsozialisten...
Rudolf Heß wurde am 26. April 1894 im ägyptischen Alexandria geboren.

Er entstammte einer angesehenen Kaufmannsfamilie, mit der er bis zu seinem 14. Lebensjahr in dem nordafrikanischen Land aufwuchs. Ab 1908 besuchte Heß ein evangelisches Internat in Bad Godesberg. Er schloss dann die Schule mit der Mittleren Reife im schweizerischen Neuchatel ab. Danach begann Heß nach dem Wunsch des Vaters eine kaufmännische Lehre in Hamburg. 1914 zog er als Freiwilliger in den Ersten Weltkrieg, wo er als Infanterist und als Fliegerleutnant diente sowie mehrere Verwundungen erlitt. 1919 nahm Heß ein Studium der Volkswirtschaft, Geographie und Geopolitik in München auf. Hier geriet er in ersten Kontakt zu rechtsradikalen Kreisen. Er trat der "Thule-Gesellschaft" und dem "Freikorps Epp" bei.

Im Jahr 1920 trat er als einer der ersten Mitglieder in die NSDAP um Adolf Hitler ein. Beim nationalsozialistischen Putschversuch vom November 1923 nahm Heß eine maßgebliche Position ein. Nach einer anfänglichen Flucht in die Schweiz stellte er sich in Deutschland, wo er zu einer 18monatigen Festungshaft verurteilt wurde. Heß verbüßte die Strafe zusammen mit Adolf Hitler in Landsberg. 1924 vorzeitig aus der Haft entlassen, stieg Heß 1925 nach der Neugründung der NSDAP zu Hitlers Privatsekretär auf. 1927 heiratete Heß Ilse Pröhl. Im Zuge der parteiinternen Krise der NSDAP, die Ende 1932 zum Ausschluss von Gregor Straßer führte, wurde Heß zum Vorsitzenden der "Politischen Zentralkommission der NSDAP" erhoben.

Das neugeschaffene Gremium war zuständig für die Koordination und Überwachung der nationalsozialistischen Arbeit in den Parlamenten von Ländern und Kommunen sowie der NS-Presse. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme im Januar 1933 berief man Heß drei Monate später zum "Stellvertreter des Führers" in der NSDAP. In der Folge machte er Hitlers Positionen gegenüber der Parteileitung geltend, wobei er auch gesetzgeberische Vollmachten und das Recht zur Besamtenernennung erhielt. Ebenfalls 1933 wurde Heß zum SS-Obergruppenführer ernannt. Außerdem zog er in den Reichstag ein. Gegen Ende des Jahres wurde er zum Reichsminister ohne Geschäftsbereich erhoben.

Im Februar 1938 trat er dem Geheimen Kabinettsrat, im August 1939 dem Ministerrat für die Reichsverteidigung bei. Der Beginn des Zweiten Weltkriegs bescherte ihm wenig später die Ernennung zu Hitlers zweitem Nachfolger. Trotz seiner Nähe zu Adolf Hitler und der nationalsozialistischen Machtzentrale scheint Heß von Zweifeln am propagierten "Endsieg" befallen worden zu sein: Am 10. Mai 1941 begab er sich auf einen geheimen Flug nach Schottland, wo er offenbar auf dem Landgut des Duke of Hamilton Friedensverhandlungen mit Großbritannien vorbereiten wollte. Heß unternahm im Oktober 1941 in britischer Gefangenschaft einen Selbstmordversuch. Er verfiel zunehmend Wahnvorstellungen und Neurosen.

In Deutschland erklärte Hitler seinen Stellvertreter zum Psychopathen. 1945 wurde Heß aus britischer Gefangenschaft nach Nürnberg überstellt, wo er im Hauptkriegsverbrecherprozess angeklagt war. Am 1. Oktober 1946 verurteilte man Heß zu lebenslanger Haft wegen Planung eines Angriffskrieges und Verschwörung gegen den Weltfrieden. Heß begann zunächst mit sechs weiteren NS-Häftlingen seine Strafe in Berlin-Spandau abzusitzen. Ab 1966 war er der einzige Insasse in der Festung, die unter der Kontrolle der vier Berliner Besatzungsmächte stand. Gnadengesuche der Familie und sogar der Bundesregierung blieben erfolglos. Am 17. August 1987 beginn Rudolf Heß in Berlin-Spandau Selbstmord.

In der Folge geriet Heß durch seinen Freitod vorübergehend zu einem Märtyrer alter und neuer Anhänger des Nationalsozialismus.

(Eine nähere Darstellung der 1933-1945 in Europa begangenen Kriegsverbrechen und Vergehen gegen die Menschlichkeit, insbesondere des Genozids an den Juden und der Verfolgung anderer unerwünschter Bevölkerungsgruppen, muss hier unterbleiben. Der aus Gründen der schnellen und überschaubaren Informationsdarbietung begrenzte Rahmen unseres Lexikons würde jeden Versuch, den Holocaust und Massenmord in angemessener Weise zu thematisieren, ungenügend erscheinen lassen.)

NameRudolf Heß

Geboren am26.04.1894

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortAlexandria (Ägypten)

Verstorben am17.08.1987

TodesortBerlin (D).

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