Biografie

John Neumeier

Der US-Amerikaner zählt zu den bedeutendsten Choreographen der Gegenwart. Internationale Anerkennung erwarb sich Prof. John Neumeier, der seit 1973 den Ballettdirektor und Chefchoreograf sowie seit 1996 den Intendanten des Hanburg Ballett stellt, durch seine Gestaltung des Handlungsballetts und seiner Neuinterpretation des klassischen Repertoires. Als Ballettdirektor der Hamburger Oper schuf Neumeier eine Truppe von internationalem Rang. Zu seinen bekanntesten Werken als Choreograph gehören "Romeo und Julia" (1971), "Die Kameliendame", "Endstation Sehnsucht" (1983), "Odyssee" (1995) und "Illusions like swan lake" (2002). Daneben gilt sein Engagement der Nachwuchsförderung...
John Neumeier wurde am 24. Februar 1942 in Milwaukee, Wisconsin, USA geboren.

Bereits im Kindesalter erhielt er ersten Ballettunterricht in seiner Heimatstadt. Nach Abschluss der High School studierte er Ballett in Kopenhagen und an der Royal Ballet School in London. An der Marquette University in Milwaukee erwarb er den akademischen Grad eines Bachelor of Arts in Englischer Literatur und Theaterwissenschaften. 1963 wurde er in London von Marcia Haydée und Ray Barra gefördert und daraufhin von John Cranko am Stuttgarter Ballett engagiert. Hier wurde Neumeier zum Solisten ausgebildet, worauf er erste Choreografien entwickelte. 1969 wurde John Neumeier von Ulrich Erfurth als Ballettdirektor nach Frankfurt berufen.

John Neumeier erregte schnell Aufsehen, vor allem durch seine Neudeutung bekannter Ballette wie "Der Nussknacker", "Romeo und Julia" und "Daphnis und Chloë". August Everding holte John Neumeier 1973 als Leiter der Compagnie nach Hamburg. Unter seiner Direktion wurde das HAMBURG BALLETT zu einem der führenden Ensembles der deutschen Tanzszene, das bald darauf internationale Anerkennung erfuhr. 1978 erhielt Neumeier für eine vom NDR aufgezeichnete vierteilige Fernsehfolge die "Goldene Kamera". 1975 rief John Neumeier als Abschluss und Höhepunkt der Saison die "Hamburger Ballett-Tage" ins Leben; sie münden alljährlich in die "Nijinsky-Gala", die jeweils einem tanzspezifischen oder ballett-historischen Thema gewidmet ist. Schon in der ersten Spielzeit begründete er die Reihe der Ballettwerkstatt.

Sie vermittelt dem Publikum Einblick in die Tanzgeschichte und die kreative Arbeit der Hamburger Compagnie. Ebenso 1978 gründete John Neumeier die Ballettschule des Hamburg Ballett, die im Herbst 1989 mit dem ihr angeschlossenen Internat und zusammen mit der Compagnie in ein eigens für sie von der Stadt Hamburg eingerichtetes Ballettzentrum zog. Mittlerweile besteht die Compagnie zu mehr als der Hälfte aus Absolventen dieser Ballettschule. Vier weitere "Werkstätten" wurden 1981 fürs Fernsehen produziert. Seine 1986 produzierte Verfilmung des Handlungsballettes "Die Kameliendame" wurde beim internationalen TV-Festival in New York mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. 1988 wurden ihm der "Deutsche Tanzpreis" und der "Prix Diaghilev" verliehen. Als Choreograf galt sein Hauptinteresse dem klassischen Ballett, der Weiterführung und Erneuerung der Tradition.

In seinen Neuschöpfungen gestaltet er neue Erzählformen, die aus künstlerischer Sicht beabsichtigt unbegrenzte Interpretationen zulässt. Größte Erfolge hatte er dabei mit Inszenierungen von William Shakespeare-Balletten wie "Ein Sommernachtstraum", "Hamlet", "Othello" und "Wie es euch gefällt", "VIVALDI oder Was ihr wollt" oder in den für Marcia Haydée geschaffenen Literaturballetten "Die Kameliendame" und "Endstation Sehnsucht". Neumeier wurde 1987 zum Ehrendoktor der Schönen Künste der Marquette University in Milwaukee und vom Senat der Hansestadt Hamburg zum Professor ernannt. 1991 wurde er in Frankreich vom Kultusminister zum "Chevalier des Arts et des Lettres" ernannt. 1992 erhielt er in Moskau den "Benois de la Danse" und zwei Jahre später in St. Petersburg beim Ballettwettbewerb "Maja '94" wurde sein Pas de deux "Carmen" als beste zeitgenössische Choreografie ausgezeichnet.

Im Jahr 1994 wurden ihm die Ehren-Medaille der Stadt Tokio überreicht, die "Carina-Ari-Goldmedaille", Schwedens höchste Tanzauszeichnung, und der "Hamburger Bürgerpreis". 1996 erhielt Neumeier vom Polnischen Ministerium für Kunst und Kultur die "Nijinsky-Medaille". 1997 wurde Neumeier in Tokio mit dem "Min-OnInternational Award for Arts" ausgezeichnet. 1999 kreierte Neumeier "Getting Closer" für das American Ballet Theatre, beim Royal Ballet in London "Lento", zur Wiedereröffnung des Royal Opera House Covent Garden. Zum 35jährigen Bestehen des Tokyo Ballet im Jahr 2000 gestaltete John Neumeier "Seasons -The Colors of Time". 2000 wurde Neumeier mit dem "European Prince Henrik Award" bedacht. Im selben Jahr überreichte ihm die dänische Königin Margarethe II. den "Danebrog Orden" in Gold.

Im Jahr 2001 wurde Neumeiers Ballett "Messias" als beste Produktion mit der höchsten Tanzauszeichnung Italiens, dem "DANZA & DANZA Magazine Award", ausgezeichnet. Sein Ballett "Nijinsky" wurde mit dem Bayerischen Theaterpreis 2001 bedacht. Im Frühjahr 2001 choreographierte Neumeier mit "Sounds of Empty Pages" als erster westlicher Choreograf seit rund 100 Jahren ein Ballett für das Mariinsky Theater in St. Petersburg, das dem Komponisten Alfred Schnittke gewidmet wurde. Internationale Anerkennung verdiente er sich indes durch seine Choreografien zu Sinfonien von Gustav Mahler, Johann Sebastian Bachs "Matthäus-Passion", Wolfgang Amadeus Mozarts "Requiem" und Georg Friedrich Händels "Messias". Ebenso Beachtung fand seine Gestaltung von Leonard Bernsteins "West Side Story" und "On the Town" sowie die Entwicklung einer rhapsodischen Form der Ballettrevue, wie etwa in "Shall we dance?" und "Bernstein Dances".

Im April 2002 wurde ihm Russlands höchster Theaterpreis, die "Goldene Maske" und im Oktober 2002 der dänische Wilhelm-Hansen-Preis verliehen. Am 15. Dezember 2002 wurde Neumeier zum Ehrenmitglied der Sächsischen Staatsoper Dresden ernannt. 2002 wurde eine Live-Verfilmung des Balletts "Illusionen – wie Schwanensee" auf DVD veröffentlicht und 2004 wurde "Tod in Venedig" im Festspielhaus in Baden-Baden vom SWR aufgezeichnet. 2003 wurde ihm die Medaille für Kunst und Wissenschaft des Senats, Hamburgs höchste kulturelle Auszeichnung, überreicht und ihm wurde auf Vorschlag des französischen Präsidenten Jacques Chirac die Ritterwürde der Ehrenlegion verliehen. 2004 wurden ihm in Italien der "Porselli Preis - Ein Leben für den Tanz" verliehen.

Am 15. April 2005 hat John Neumeier mit der Uraufführung seines mit dem Königlich Dänischen Ballett erarbeiteten Werkes "Die kleine Meerjungfrau", eine Hommage an den dänischen Dichter Hans Christian Andersen zu dessen 200. Geburtstag, das neue Opernhaus in Kopenhagen eröffnet. Im Mai 2005 erhielt er den "SAECULUM-Preis" und im November den "Steffen-Kempe-Preis". Durch das von Prinzessin Caroline gegründete Monaco Dance Forum wurde John Neumeier im Dezember 2006 mit dem "Nijinsky-Preis" für sein Lebenswerk geehrt. Im Oktober 2007 wurde er in Baden-Baden den Herbert von Karajan Musikpreis ausgezeichnet. 2008 wurde ihm vom "Verein zur Förderung der Tanzkunst in Deutschland e.V." und dem "Deutschen Berufsverband für Tanzpädagogik e.V." der "Deutsche Tanzpreis" verliehen.

NameJohn Neumeier

Geboren am24.02.1942

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortMilwaukee, Wisconsin (USA).