Biografie

Gustav Mahler

Der österreichische Komponist und Dirigent machte sich um die Entwicklung der spätromantischen Sinfonie verdient, die er bis zum epochalen Höhepunkt weiterentwickelte. Gustav Mahler übte einen wichtigen Einfluss auf zahlreiche Komponisten des 20. Jahrhunderts aus, wie zum Beispiel auf Arnold Schönberg oder Alban Berg. Mahlers Kompositionen konzentrierten sich auf die Gattung des Liedes und der Sinfonie. Als Operndirektor galt er zudem als Reformer des Musiktheaters. Zu seinen bedeutenden Werken gehören "Lieder eines fahrenden Gesellen", "Kindertotenlieder" und "Das Lied von der Erde"...
Gustav Mahler wurde als Sohn des Gastwirtes Bernhard Mahler und seiner Frau, geborene Hermann, am 7. Juli 1860 im böhmischen Kalischt (heute Tschechische Republik) geboren.

Bereits mit zehn Jahren hatte Gustav Mahler erste öffentliche Auftritte als Pianist. Fünf Jahre später studierte er am Wiener Konservatorium. Einer seiner Lehrer war Anton Bruckner. 1877 besuchte er an der Wiener Universität Vorlesungen in Philosophie und Harmonielehre. Während seines Studiums unterrichtete Mahler Klavier als Brotverdienst. Nachdem er das Konservatorium abgeschlossen hatte, betätigte er sich als Kapellmeister in verschiedenen Orten.

In den Jahren um 1880 schuf Mahler die Komposition zur Kantate für Soli, Chor und Orchester "Das klagende Lied", dazu lieferte er einen eigenen Text. In dieser Zeit begannen die Arbeiten zu der Märchenoper "Rübezahl", wovon heute nur noch das Libretto erhalten ist. In dieser Zeit, 1880, wurde er zweiter Kapellmeister im Bad Hall in Österreich. In der Zeit von 1883 bis 1885 war er als Musik- und Chordirektor am Königlichen Theater in Kassel angestellt. Er beschäftigte sich mit Kompositionen von Sinfonien und Liedern. Gustav Mahler verließ Kassel aufgrund von Differenzen mit der Theaterintendanz. Er siedelte nach Prag über, wo er in den Jahren 1885 und 1886 als Opernkapellmeister am deutschen Landestheater tätig war.

Doch kurz darauf zog er aus Prag fort und ließ sich in Leipzig nieder. Dort war er gleichfalls als Opernkapellmeister am Stadttheater angestellt. 1888 traf er erstmals auf Johann Strauß, woraus sich eine lebenslange Freundschaft entwickelte. In diesem Jahr wurde er Operndirektor in Budapest. Um das Jahr 1889 begannen die Arbeiten zur Vertonung der Volksliedsammlung "Des Knaben Wunderhorn" von Clemens Brentano und Achim von Arnim. Lange Zeit bildeten diese Lieder Mahlers textliche Grundlage zu seinen Kompositionswerken.

Dabei ging er so vor, dass er dem Textinhalt seine musikalische Struktur überstülpte. In den Jahren von 1891 bis 1897 war er Erster Kapellmeister am Stadttheater in Hamburg, außerdem leitete er das Symphonieorchester. In dieser Zeit schuf er zwei Symphoniewerke. Mahler verband die Gattungen Symphonie und Lied, indem er Lieder und Orchesterlieder, die er zu Instrumentalsätzen änderte, in die Symphoniewerke einpasste. In den Jahren 1891 und 1893 schuf Mahler die Orchesterfassung des Zyklus "Lieder eines fahrenden Gesellen" von 1883 als erstes genuines Werk der Gattung Orchesterlied. Die Zugehörigkeit zum Judentum hinderte seiner Laufbahn als Musiker. 1897 trat der Komponist zum Katholizismus über.

Er wurde daraufhin zum Kapellmeister an der Wiener Hofoper befördert. Später wurde er künstlerischer Direktor des größten Theaters in Wien. Mahler sah darin eine Chance, seine Vorstellungen von einer reformierten Oper zu realisieren. Er verkündete die Oper als ein gesamtkünstlerisches Werk. Für seine Kompositionstätigkeit ließen ihm die beruflichen Aufgaben wenig Zeit. Ab dem Jahr 1898 war er für drei Jahre Leiter der Wiener Philharmoniker. Es ist Mahlers Verdienst, dass in dieser das Musikleben, besonders aber die Oper in Wien zum Weltruhm gipfelte. 1902 heiratete er Alma Maria Schindler. Durch sie schloss er mit Mitgliedern des Künstlerkreises "Wiener Secession" Bekanntschaft.

Im Jahr 1907 gab er den Posten des Direktors der Wiener Hofoper auf, da er sich antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt sah und mit familiären Problemen zu tun hatte. Im selben Jahr hielt er sich als Gastdirigent der Metropolitan Opera und des Philharmonic Orchestra in New York auf. Zwei Jahre später, 1907, leitete er die New York Philharmonic Society. In München wurde 1910 eines seiner Hauptwerke, die "VIII. Symphonie" unter seiner Leitung uraufgeführt. Im selben Jahr begannen die Arbeiten zur "X. Symphonie". Das Werk blieb unvollendet.

Die Liedkompositionen haben eine zentrale Stellung im Gesamtwerk von Gustav Mahler. Dazu zählen unter anderem die "Lieder eines fahrenden Gesellen" (1883-1885), "Kindertotenlieder" (1901-1904), Werke aus "Des Knaben Wunderhorn" (1888-1899), "Sieben Lieder aus letzter Zeit" (1899-1904) und "Fünf Lieder nach Rückert" (1901-1904). Mit dem Titel "Sinfonie für Tenor- und Alt- (oder Bariton-) Stimme und Orchester" in seinem "Lied von der Erde" (1907/08) schlug Mahler eine Verbindung zu seiner sinfonischen Arbeit. In gleicher Weise setzten bereits Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms und Anton Bruckner Chor- und Solostimmen in Sinfonien ein, um eine musikalische Einheit zu bewirken.

In seinen Sinfonien thematisiert der Komponist den unüberbrückbaren Bruch zwischen Kunst und gesellschaftlicher Realität, den Mahler in seinem künstlerischen Schaffen und in seiner bürgerlichen Berufstätigkeit selbst zu spüren bekam.

Gustav Mahler starb am 18. Mai 1911 in Wien.

Nach seinem Tod kamen seine "Symphonie für Alt, Tenor und Orchester", "Das Lied von der Erde" und die "IX. Symphonie", ein reines Instrumentalwerk, zur Uraufführung. In den sechziger Jahren setzte eine Renaissance der Mahler-Musik ein, wozu der Dirigent Leonard Bernstein einen wesentlichen Beitrag leistete.

NameGustav Mahler

Geboren am07.07.1860

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortKalischt, Bömen (heute CZ)

Verstorben am18.05.1911

TodesortWien (A)