Biografie

William Shakespeare

Der englische Schriftsteller zählt – besonders als Dramatiker – zu den größten Dichtern aller Zeiten. Seine schöpferische Sprachkraft, seine meisterhafte psychologische Gestaltung in der Personencharakterisierung und seine Weiterentwicklung in der literarischen Form begründen seine überzeitliche Bedeutung und seinen Weltruf als Dramendichter. Die Charaktere in seinen späteren Stücken zeichnen sich durch eine psychologisierende Darstellungsweise aus, die in einer bildhaften Sprache wie dichterischer Genialität deutlich gemacht wird. Seine literarischen Figuren und Geschichten folgen vielmals zeitgenössischen oder historischen Vorbildern. Seine Historiendramen wie "König Johann" (1595/96), seine Komödien wie "Ein Sommernachtstraum" (1595/96) oder "Der Kaufmann von Venedig" (1596), seine Romanzen wie "Ein Wintermärchen" (1609) und seine Tragödien "Romeo und Julia" (1595), "Othello" (1604) oder "König Lear" (1605) markieren Höhepunkte der Weltliteratur...
William Shakespeare wurde vermutlich am 23. April 1564 geboren.

Getauft wurde er laut Kirchenregister am 26. April 1564 in Stratford-on-Avon , Warwickshire. Sein Vater, John Shakespeare, war Landwirt und Händler, der 1565 zum Stadtrat und später zum Stadtverwalter gewählt wurde. Die Mutter, Mary Arden of Wilmcote, kam aus altem, aber verarmtem Adel. Shakespeare ging in Stratford in die Lateinschule, die kostenlos war, weil der Unterhalt vom Bezirk finanziert wurde. Seine Ausbildung bezog sich hauptsächlich wie damals üblich in lateinischer Sprache, Dichtung und Geschichte. Eine Universität besuchte er nicht. Bereits mit 18 Jahren heiratete er Anne Hathaway (1556–1623). Am 26. Mai 1583 wurde seine Tochter Susanna in Stratford getauft. Am 2. Februar 1585 seine Zwillinge Hamnad und Judith. Sein einziger Sohn Hamnad starb im Alter von 11 Jahren.

Shakespeare ging nach London, jedoch ist der genaue Zeitpunkt seiner Übersiedlung nicht bekannt. Es ist nicht sicher, welcher Tätigkeit er dort anfangs nachging. In Aufzeichnungen heißt es, dass er sich als Schulmeister und mit anderen Hilfsdiensten verdingte. 1592 wird er dort als Schauspieler genannt. Im gleichen Jahr erwähnt ihn der Dramatiker Graham Green als "Krähe, die sich mit unseren Federn schmückt". Shakespeare hat bereits in dieser Zeit durch sein Emporkommen als Dichter den Neid in diesen Kreisen geschürt. In dem Zentrum London versteht er es, wichtige Verbindungen zu knüpfen. Dem Freund Henry Wriothesley, dem 3. Earl von Southhampton, widmet er 1593 und 1594 die ersten veröffentlichten Gedichte wie das erotische Kleinepos "Venus and Adonice" und "The Rape of Lucrecia". Sie sind erstes Zeichen seines meisterhaften Könnens in der poetischen Form der Renaissance.

In diese Zeit fällt auch die Entstehung seiner meisten 1609 gedruckten Sonette, deren markantes Kennzeichen Gefühlsstärke und kühne Ausdrucksweise als Höhepunkt der englischen Sonettkunst ausmachen. In den Jahren 1591/92 entsteht sein wohl frühestes Drama, das dreiteilige Historical Play "Heinrich VI.", in dem er noch der Tradition der elisabethanischen Gräuel- und Rachetragödien mit dem Charaktertyp des verbrecherischen und intriganten Schurken folgt. Bereits in dem 1592/93 entstandenen Werk "Richard II." lässt sich erkennen, dass Shakespeare diese Traditionslinie verlässt und die Typencharakterisierung nicht mehr in Gräueltaten, sondern im Zynismus und in der sarkastischen Ironie ihrer Sprache realisiert. Shakespeare geht über das elisabethanische Historiendrama hinaus, indem er nicht mehr eine politisch-moralische Grundanschauung vorträgt, sondern seine Figuren tragisch scheitern lässt.

Ab dem Jahr 1594 zählt William Shakespeare als Schauspieler zur Truppe "Lord Chamberlains Men", die sich ab 1603 "King`s Men" nennen darf. Als Dramatiker bringt er die Schauspieltruppe zu großem Ruhm, ihr Theater "Globe", von dem es damals fünf bis sechs "playhouses" als feste Spielstätten in London gab, wird zum bedeutendsten Spielort. Gespielt wurde darin ab dem Jahr 1599. Shakespeare war auch privater Teilhaber dieses Schauspielhauses, das sein wirtschaftliches Geschick belegt. Seine Wohlhabenheit dokumentiert die Führung eines eigenen, 1596 bewilligten Familienwappens. In seinen Schauspielen wie Dramen, Tragödien, Komödien und Märchenspiele beweist er seine einzigartige Genialität an bildhafter Ausdrucksstärke, sprachlicher Vielfalt, psychologischer Tiefe, dichterischer Einbildungskraft und vor allen Dingen die bühnenwirksame Aufbereitung menschlicher und historischer Konflikte.

Die Stücke vereinen spannungsvoll die Bandbreite literarischer Elemente vom tragischen Pathos über die groteske Komik bis zur feinsten Charakterzeichnung. Nach dem Muster der Fabel entwickelt Shakespeare die Handlung und die Charaktere, denen er Sprache und Situation realistisch anpasst. In den beiden Teilen von "Heinrich IV." offenbart sich Shakespeares weitere Leistung in der Dramenentwicklung, die er offen gestaltet, indem er Elemente der Komik hinzufügt. Sein dramatisches Werk teilt sich in drei Abschnitte auf, wobei die Datierungen unsicher sind. Der erste Abschnitt bis zum Jahr 1594 enthält unter anderem "Heinrich VI." und "Richard III.". Der zweite Abschnitt reicht bis 1601 unter anderem mit den Stücken "Ein Sommernachtstraum", "Viel Lärm um nichts", "wie es euch gefällt" oder "Was ihr wollt".Der dritte Abschnitt umfasst hauptsächlich Tragödien, endet 1609 und enthält Werke wie "Hamlet", "Ende gut, alles gut", "König Lear", "Macbeth" oder "Pericles".

Der letzte Abschnitt zieht sich bis 1613 mit "Cymbeline", "Wintermärchen", "Der Sturm" und "Heinrich VIII.". Auch in der Form der Komödie entwickelt er seinen eigenen Stil wie das Beispiel "Sommernachtstraum" zeigt. Nicht nur der Handlungsort ist verlegt von der höfischen Umgebung in die Phantasiewelt, sondern auch die seelisch-psychische Tiefe ist präzise herausgearbeitet. In romantischen Zügen wird die Realität nur gespiegelt, moralische Belehrungen fehlen absichtlich. Dennoch zeigen die Spiele die Bedrohung und Gefahren des Scheiterns. Auch der "Kaufmann von Venedig" ist ein Beispiel für das komödiantische Shakespeare-Thema der Gegensätzlichkeit und Widersprüchlichkeit des Lebens. Als Tragödienschreiber schafft er ebenfalls Unerreichtes in der Gattungsänderung. In der Entwicklungsreihe steht das bekannte Liebesdrama "Romeo und Julia" (1595/96), in dem die Protagonisten nicht mehr durch Rache und Intrige sterben, sondern schicksalhaft bestimmt durch den blinden Zufall untergehen.

Die Serie großer Tragödien hebt 1599 an mit "Julius Cäsar" oder "Antonius und Cleopatra". "Hamlet" (1600/01) und "Othello" (1603/04) zählen zu den späteren Tragödien mit ihrer menschlichen Tragik in themenorientierter Darstellung wie melancholische Weltverzweiflung, Verachtung oder rigorose Verblendung. Seine tragischen Helden sind einer nicht fassbaren Macht ausgeliefert, die über das menschliche Leben hinaus auf eine unüberwindbare kosmische Ordnung weist. Als Romanzen werden einige späte Dramen Shakespeares bezeichnet wie "Der Sturm" von 1611/12, die in einer Phantasiewelt die Widersprüchlichkeit im menschlichen Innern stimmungshaft erzählen. 1611 kehrte er nach Stratford-on-Avon zurück, wo er sich ein Haus erworben hatte. Dort wohnte er bis zu seinem Tod.

William Shakespeare starb am 23. April 1616 in Stratford-on-Avon.

Seine Werke wurden vielfach übersetzt so zum Beispiel die bekannte Ausgabe von Christoph Martin Wieland (1762 bis 1766), von A.W. Schlegel (1797–1810), fortgesetzt von Dorothea Tiek und W.H. von Baudissin, oder in neuerer Zeit von E. Fried (1952). Vielfach wurden seine Werke verfilmt wie "Was ihr wollt", "Romeo und Julia", "Othello", "Der Kaufmann von Venedig" oder "Hamlet".
Historiendramen

1595-96
König Johann (King John)

1596
Eduard III. (Edward III, (Shakespeares Verfasserschaft nicht allgemein anerkannt)

1612-13
Heinrich VIII. (King Henry VIII or All Is True)

1598-99
Heinrich VI. Teil 1 (King Henry VI, Part 1)

1590-92
Heinrich VI. Teil 2 (King Henry VI, Part 2)

1590-92
Heinrich VI. Teil 3 (King Henry VI, Part 3)

1593
Richard III. (King Richard III, gedruckt 1597)

1590-1599
Richard II. (King Richard II., gedruckt 1597)

1595-96
Heinrich IV. Teil 1 (King Henry IV, Part 1, gedruckt 1598)

1597
Heinrich IV. Teil 2 (King Henry IV, Part 2, gedruckt 1600)

1599
Heinrich V. (King Henry V, gedruckt 1600), (Raubdruck)



Komödien


1591
Die Komödie der Irrungen (The Comedy of Errors, gedruckt 1621)

1593
Verlorene Liebesmüh (auch: Liebes Leid und Lust; Love’s Labour’s Lost, gedruckt 1598)

1594
Der Widerspenstigen Zähmung (The Taming of the Shrew, gedruckt 1623)

1590–95
Zwei Herren aus Verona (The Two Gentlemen of Verona, gedruckt 1623)

1595/96
Ein Sommernachtstraum (A Midsummer Night’s Dream, gedruckt 1600)

1596
Der Kaufmann von Venedig (The Merchant of Venice)

1598/99
Viel Lärm um nichts (Much Ado about Nothing, gedruckt 1600)

1599
Wie es euch gefällt (As You Like It, gedruckt 1623)

1600/01
Die lustigen Weiber von Windsor (The Merry Wives of Windsor)

1601
Was ihr wollt (Twelfth Night or What You Will, gedruckt 1623)


Romanzen

1607
Perikles, Prinz von Tyrus (Pericles, Prince of Tyre, gedruckt 1609)

1609
Ein Wintermärchen (The Winter’s Tale, gedruckt 1623)

1610
Cymbeline (Cymbeline)

1611
Der Sturm (The Tempest, gedruckt 1623)


Problemstücke

1601
Troilus und Cressida (Troilus and Cressida, gedruckt 1610)

1602/03
Ende gut, alles gut (All’s Well That Ends Well, gedruckt 1623)

1604
Maß für Maß (Measure for Measure, gedruckt 1623)


Tragödien

1589-92
Titus Andronicus (gedruckt 1594)

1595
Romeo und Julia (Romeo and Juliet, gedruckt 1599)

1601
Hamlet (Hamlet, Prince of Denmark, gedruckt 1603)

1604
Othello (gedruckt 1622)

1605
König Lear (King Lear, gedruckt 1608)

1606
Timon von Athen (Timon of Athens, gedruckt 1623)

1608
Macbeth (gedruckt 1623)


Römerdramen

1599
Julius Cäsar (The Tragedy of Julius Caesar, gedruckt 1623)

1607
Antonius und Cleopatra (Antony and Cleopatra, gedruckt 1623)

1608
Coriolanus (Coriolanus, gedruckt 1623)


Lyrik

1593
Venus und Adonis (Venus and Adonis)

1594
Lucretia (The Rape of Lucrece)

1609
Der Liebenden Klage (A Lover’s Complaint)

1609
Der verliebte Pilger (The Passionate Pilgrim)

1601
Der Phoenix und die Turteltaube (The Phoenix and Turtle)

NameWilliam Shakespeare

Geboren am23.04.1564

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortStratford-on-Avon (GB).

Verstorben am23.04.1616

TodesortAvon (GB)..on.Stratford