Biografie

Johann Sebastian Bach

Der deutsche Komponist, Orgel- und Klaviervirtuose gilt als einer der bedeutendsten Erneuerer der Musik; vielfach wird er als der größte Komponist der Musikgeschichte beschrieben. Die Bedeutung des Barock-Komponisten und Musikers Johann Sebastian Bach liegt besonders in der protestantischen Kirchenmusik. Er beherrschte in außerordentlicher Weise das Cembalo- und Orgelspiel. Seine Kunst des Improvisierens im polyphonen Stil war beispiellos. Die höchste Kunstform der Barockmusik, die Fuge, führte Bach zu ihrem Höhepunkt. Auch für die Musiktheorie und die Entwicklung der Instrumente setzte er neue Akzente. Seine Werke sind gekennzeichnet von dynamischer Melodik, einem hohen Maß an Ausdrucksvariation und Harmonie. Johann Sebastian Bach beherrschte - mit Ausnahme der Oper - alle musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten seiner Zeit und setzte Ordnungen und Anregungen für jede weitere Entwicklung der Musik...


Erfinder, Entdecker, Erleuchtete

Johann Sebastian Bach wurde als achtes Kind von Johann Ambrosius Bach und seiner Frau Elisabeth am 21. März 1685 im thüringischen Eisenach geboren.

Bereits seine Familie war musikalisch tätig. So war sein Vater Ratsmusiker in Erfurt und im Anschluss Hoftrompeter und Leiter des Stadtpfeifer-Kollegiums. Ab dem Jahr 1693 besuchte Bach die Lateinschule in Eisenach, auf die schon Martin Luther gegangen war. Zwei Jahre später übernahm sein ältester Bruder Johann Christoph die Erziehung von Bach, da die Eltern in diesem Jahr starben. Als Organist an der Michaeliskirche in Ohrdruf sorgte er auch für den musikalischen Unterricht von J.S. Bach. So lernte Bach bereits früh das Klavierspiel und wurde in die Kompositionstechniken eingeführt. Zusätzlich bekam er an der Klosterschule in Eisenach Unterricht mit dem Schwerpunkt Musik und Gesang. Anschließend war er Schüler und Chorknabe der Michaelisschule in Lüneburg.

Im Jahr 1700 wurde Bach Chorknabe der Michaelisschule in Lüneburg. 1703 wurde Bach Geiger im Kammerorchester des Herzogs Johann Ernst von Weimar. Es folgte im gleichen Jahr eine Anstellung als Organist in Arnstadt. 1705 ließ er sich von Dietrich Buxtehude in Lübeck unterrichten. Im gleichen Jahr war er als Organist an der Sankt-Blasius-Kirche in Mühlhausen tätig. 1707 heiratete Bach seine Frau Maria Barbara, eine Cousine zweiten Grades, mit der er eine Tochter und drei Söhne hatte. Sie verstarb im Jahr 1720. In Weimar wurde Bach 1708 zunächst Hoforganist und Geiger am Hof der Herzöge Wilhelm Ernst und Ernst August von Sachsen-Weimar, dann 1714 Konzertmeister. Dort konnte der Komponist seinen ganzen musikalischen Genius entfalten. Diese Zeit gilt als erster Höhepunkt im Schaffen und Wirken Bachs.

Bach schuf rund 30 Kantaten wie zum Beispiel den bekannten Actus Tragicus "Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit" sowie Orgel- und Cembalowerke. 1717 ging Bach als Kapellmeister und Direktor der Kammermusik nach Köthen. Dort fand er ein hohes musikalisches Niveau im Orchester, das Bach in seinem künstlerischen Schaffen motivierte. In dieser Zeit entstanden im Besonderen Stücke weltlicher Instrumentalmusik, wie zum Beispiel die "Brandenburgische Konzerte" oder die "Kammermusik für Violine, Flöte und Cembalo". Weiterhin komponierte er zahlreiche Kirchenkantaten, Musik für Ensembles und Soloinstrumente, wie beispielsweise die "Sonaten und Partiten für Violine solo" und "Das wohl temperierte Clavier I". 1721 heiratete Bach Anna Magdalena Wilcke. Aus dieser Verbindungen gingen insgesamt dreizehn Kinder hervor, aber nur sechs überlebten.

Im Jahr 1723 wurde Johann Sebastian Bach Thomaskantor in Leipzig. Dort widmete er sich seiner eigentlichen Stärke, der Kirchenmusik. In der Funktion eines städtischen Musikdirektors sorgte er für die Komposition und Aufführung in den Leipziger Hauptkirchen. Zu seinen weiteren Aufgaben zählte der Unterricht an der Thomasschule in den Fächern Latein, Katechismus und Musik. Bach füllte diese Stelle insgesamt 27 Jahre aus, in denen ein großes Oeuvre der Kirchenmusik entstand. Darüber hinaus schuf er große zyklische Instrumental- und Vokalkompositionen sowie Orgel-, Klavier- und Kirchenwerke. Zu seinen bedeutendsten Werken aus der Leipziger Zeit zählen unter anderem fünf vollständige Jahreszyklen von Sonntagskantaten, zahlreiche Orgelchoräle, 13 Klavierkonzerte, die Auferstehungskantate, das Weihnachtsoratorium, das Musikalische Opfer, die Johannespassion, die Matthäuspassion und die H-Moll-Messe.

In Leipzig begründete Bach seinen Ruf als Orgelvirtuose, Komponist, Kompositionslehrer und Orgelgutachter der Spitzenklasse. 1749 machte sich ein Augenleiden, der graue Star, bemerkbar. Im Jahr darauf ließ Bach zwei Operationen über sich ergehen, die jedoch keinen großen Erfolg zeigten. Monate später erlitt er einen Schlaganfall.

Johann Sebastian Bach starb am 28. Juli 1750 in Leipzig. Seit 1950 ist Bachs Leichnam in der Gruft der Thomaskirche, Leipzig, untergebracht.

Obwohl Bach den Ruf als hervorragendster Organist seiner Zeit genoss, galt vielen Kritikern sein kontrapunktischer Stil als überholt. Zu seiner Zeit waren die homophonen Werke im Stil der Vorklassik gefragt. Erst im 19. Jahrhundert gewann der Komponist durch Felix Mendelssohn Bartholdys Aufführung der Matthäuspassion im Jahr 1829 wieder an Aktualität. 1850 wurde die Bach-Gesellschaft gegründet. Inzwischen wurde erkannt, dass der Komponist musikgeschichtlich zwar als Schlussstein der Barockmusik zu betrachten ist, zugleich brachte er jedoch eine neue musikalische Tontechnik hervor, welche die weitere Entwicklung der Musik nachhaltig beeinflusste. Auch für die Musiktheorie und die Entwicklung der Instrumente setzte er neue Akzente.


Erfinder, Entdecker, Erleuchtete

NameJohann Sebastian Bach

Geboren am21.03.1685

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortEisenach (D).

Verstorben am28.07.1750

TodesortLeipzig (D).