Biografie

Wolfgang Amadeus Mozart

Der österreichische Komponist Wolfgang Amadeus Mozart gilt neben Johann Sebastian Bach als unumstrittenes musikalisches Genie. Das Wunderkind Mozart wurde früh vom Vater unterrichtet und schrieb seine ersten Kompositionen noch vor dem zehnten Lebensjahr. Hauptsächlich seine Oper "Die Zauberflöte" machte sein Schaffen international bekannt. Mozarts umfangreiche Hinterlassenschaft von 24 Bühnenwerken, 17 Messen und über 50 Sinfonien lassen ihn heute als zentrale Persönlichkeit der Klassischen Musik erstrahlen. In seiner umfassenden Kreativität hatte er als Vorbild über seinen Tod hinaus maßgeblichen Anteil an deren Weiterentwicklung...
Wolfgang Amadeus Mozart, mit gebürtigem Namen Johannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus, wurde am 27. Januar 1756 in Salzburg im "Hagenauerschen Haus" geboren.

Der Vater Johann Gregor Leopold arbeitete als Musiker. Er spielte Geige, war Violinlehrer und am Hofe des Erzbischofs von Salzburg als Vizekapellmeister tätig. Die Mutter war Anna Maria Pertl. Das Ehepaar Mozart hatte sieben Kinder. Fünf davon starben jedoch bereits im Säuglingsalter. Wolfgang Amadeus Mozart verblieb die Schwester mit Namen Maria Anna Walburga (1751 – 1829). Beide Kinder zeigten schon früh eine hohe musikalische Begabung. Bereits im Alter von vier Jahren konnte Wolfgang Amadeus Mozart Klavierspielen, und 1761 begann er eigene Stücke zu komponieren. Seine ersten Werke waren kurze Stücke, hauptsächlich Menuette. Diese Anfänge wurden von ihm auf dem Cembalo vorgespielt und von seinem Vater notiert. Sein wirklich erstes, vollständig allein gespieltes und notiertes Stück war ein Menuett G–Dur.

Der Vater, der seine Begabung förderte, begann Mozart in einem zweiten Musikinstrument, der Geige, zu unterrichten - und dies im Alter von sechs Jahren. Im gleichen Jahr machten die Eltern bereits die ersten Reisen mit ihrem Wunderkind zu den Salons der damaligen Gesellschaft. So reiste der sechsjährige Mozart auf eine Konzertreise zunächst nach München. Dort verweilte der Vater mit seinen zwei Kindern ungefähr 14 Tage am Hofe des Fürsten. Kurze Zeit später, im September 1762, reiste er weiter nach Wien; dort trat Mozart vor der Erzherzogin Maria Theresia auf. Der Vater wollte die Talente des Kindes weiter fördern und international bekannt machen. Von diesem Ehrgeiz angetrieben, begab sich die gesamte Familie Mozart von 1763 bis 1766 auf Europareise. Mozart wurde zum Wunderkind der Musik. In London schrieb Mozart im Alter von acht Jahren seine frühen Klavierkompositionen und Sinfonien (Es–Dur KV 16, D–Dur KV 19).

Diese Werke orientierten sich eng an Arbeiten seines großen Vorbilds Johann Sebastian Bach. Auf der Rückreise nach Salzburg erkrankte Mozart an Typhus. Wieder in der Heimatstadt, erholte er sich und verweilte dort zunächst von Dezember 1766 bis September 1767. In dieser Zeit wurde das geistliche Singspiel "Die Schuldigkeit des ersten Gebotes" aufgeführt. Dies war ein Gemeinschaftswerk, da der erste Teil von Mozart, der zweite von Haydn und der dritte Teil von dem damaligen Hoforganisten Adlgasser komponiert wurden. Am 19. Januar 1768 fuhr Mozart nach Wien, wo er mit der Fertigstellung seiner komischen Oper "La finta semlplice" KV 51 beauftragt wurde. Im Alter von 13 Jahren, am 14. November 1769, wurde Mozart zum Konzertmeister der Salzburger Hofkapelle ernannt. Dieses Engagement war jedoch unbesoldet.

Einen Monat später reisten Vater und Sohn nach Italien. Nicht mehr durch das Ziel geleitet, das Wunderkind zu präsentieren, sondern in der Absicht eine finanziell gesicherte Anstellung zu finden. Mozart verfasste dabei diverse ad-hoc-Kompositionen. In Mailand wurde die Oper "Mitride, Ré di Ponto" uraufgeführt. In Bologna unterrichtete ihn der berühmte Padre Giovanni Battista Martini. Gleichzeitig wurde Mozart in der renommierten "Accademia Filarmonica" aufgenommen. Der Papst übergab Mozart auf seiner Italienreise die Auszeichnung "Ritter vom goldenen Sporn", und in Verona wurde er Ehrenkapellmeister. Die erhoffte Anstellung blieb jedoch aus. Wieder zurück in Salzburg verstarb einen Tag nach seiner Ankunft, am 16. Dezember 1771, der Gönner Mozarts, der Fürstbischof. Mozart schrieb 1772 für die feierliche Amtseinführung des Nachfolgers Hieronymus Graf Colloredo das Stück "Il sogno di Scipione".

Mozart komponierte gleichzeitig die Oper "Lucio Silla" für Mailand und weitere acht Sinfonien. Am 21. August 1772 erreichte Mozart dann endlich eine besoldete Anstellung: er wurde zum Konzertmeister des Fürsterzbischof Graf Colloredo ernannt. Kurze Zeit später, Oktober 1772, fuhren Vater und Sohn erneut nach Italien. In Mailand wurde die Oper "Luvcio Silla" zum ersten Mal aufgeführt. Weitere erhoffte Aufträge blieben jedoch aus. Von Juli bis September 1773 verweilte Mozart in Wien. Auch dort erfüllte sich nicht der sehnliche Wunsch nach einer Anstellung am kaiserlichen Hof. So reiste Mozart nach München. Dort komponierte er die Oper "La finta giardiniera" am Hofe von König Maximilian. Die Oper wurde zum großen Erfolg. Dennoch reisten Vater und Sohn erneut ohne Anstellung nach Salzburg zurück. 1775 entstanden die Opern "Il re pastore". 1777 kam es zum Bruch mit dem Fürstbischof Graf Colloredo.

Mozart reiste am 23. September 1777 nach München. Dort verliebte er sich in seine Cousine Maria Anna Thekla, mit der er noch lange Zeit einen sehr direkten Briefwechsel pflegte. Am 30. Oktober 1777 begab sich Mozart nach Mannheim. Angezogen durch den international renommierten Ruf der Mannheimer Schule, partizipierte Mozart an Proben und Konzerten. In dieser Zeit machte er die Bekanntschaft der Familie Weber. Er verliebte sich in die Tochter Constanze Weber, die er später heiratete. Im Jahr 1778 reiste Mozart nach Paris. Dort komponierte er bedeutende Klavier- und Violinsonaten. Seine Mutter erkrankte an Typhus und starb am 3. Juli 1778. Nach diesem Schicksalsschlag reiste Mozart nach Salzburg zurück, wo er 1779 zum Hoforganisten und Konzertmeister berufen wurde. Mozart brillierte in dieser Rolle und überzeugte durch eine gewonnene Reife, die ihm die Mannheimer Schule beschert hatte.

Mozart komponierte in dieser Zeit die Sinfonie G - Dur KV 318, B – Dur KV 319, C – Dur KV 317 und einige Stücke, die zu der nicht vollendeten "Thamos"-Oper zählten. 1780 entstanden nur sehr wenige Kompositionen. Nennenswert ist dabei die Oper "Idomeneo", die am 29. Januar 1781 uraufgeführt wurde. In Wien komponierte er die Oper "Die Entführung aus dem Serail", die zum überwältigenden Erfolg wurde. Am 4. August 1782 heiratete Mozart Constanze Weber. Am 17. Juni 1783 kam das erste Kind zur Welt: Rainmund Leopold, der aber kurz nach seiner Geburt verstarb. 1784 wurde sein zweiter Sohn, Karl Thomas, geboren. Gleichzeitig trat er in die "Freimaurerloge" ein; dort lernte er Haydn kennen. Für damalige Verhältnisse verdiente Mozart viel Geld, dennoch litt er aufgrund des sorglosen finanziellen Umganges ständig unter wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Im Jahr 1786 komponierte er die Oper "Die Hochzeit des Figaros", die im gleichen Jahr mit vollem Erfolg uraufgeführt wurde. Im Jahr darauf triumphierte Mozart mit der Oper "Don Giovanni" in Prag, die in Zusammenarbeit mit Lorenzo Da Ponte entstanden ist. Die Ernennung Mozarts zum kaiserlichen Kammerkomponist im Jahr 1787 war für ihn eine Demütigung. Seine von ihm erwünschte Anstellung am Hofe wurde mit dem italienischen Komponisten Antonio Salieri besetzt. Mozart sollte in der Rolle des Kammermusikers lediglich unterhaltende Musik komponieren. Das Gehalt reichte auch nicht aus, um den Unterhalt der Familie zu bestreiten. Trotz weiterer Meisterwerke wie 1790 "Cosi fan Tutte", 1791 "La Clemenza di Tito" oder 1791 "Die Zauberflöte" wuchsen die Schulden. Die Oper "Die Zauberflöte" war eine Auftragsarbeit des Theaterdirektors und Schauspielers Emanuel Schikaneder.

Die Uraufführung im gleichen Jahr in Schikaneders "Freihaus-Theater" oder "Theater auf der Wieden" ging mit großem Erfolg über die Bühne. Vor allem dieses Werk trug später zur internationalen Popularität Mozarts als genialer Komponist bei. Im Jahr 1791 erkrankte Mozart schwer. Wenige Tage vor seinem Tode, boten ihm ungarische Adlige eine jährliche Subvention an und holländische Musikfreunde zogen nach. Diese Angebote, die ihn aus seiner schlimmen finanziellen Lage gerettet hätten, kamen zu spät.

Wolfgang Amadeus Mozart starb am 5. Dezember 1791 mittellos und veramt in Wien. Der große Komponist wurde in einem Massengrab beerdigt, da keine finanziellen Mittel für ein eigenes Begräbnis vorhanden waren.
Opern:

- Die Schuldigkeit des ersten Gebots (1767, KV 35)
- Apollo und Hyacinth (1768, KV 38)
- Bastien und Bastienne (1768, KV 50)
- La finta semplice (1768, KV 51)
- Mitridate, Re di Ponto (1770, KV 87)
- Ascanio in Alba (1771, KV 111)
- Il sogno di Scipione (1771, KV 126)
- Lucio Silla (1772, KV 135)
- La finta giardiniera / Die verstellte Gärtnerin (1775, KV 196)
- Il re pastore (1775, KV 208)
- Zaide (1780, KV 344), Fragment
- Idomeneo (1781, KV 366)
- Die Entführung aus dem Serail (1782, KV 384)
- L'oca del Cairo (1783, KV 422), Fragment
- Lo sposo deluso ossia La rivalità di tre donne per un solo amante (1783, KV 430), Fragment
- Der Schauspieldirektor (1786, KV 486)
- Le nozze di Figaro (1786, KV 492)
- Il dissoluto punito ossia il Don Giovanni (1787, KV 527)
- Così fan tutte ossia La scuola degli amanti (1790, KV 588)
- Die Zauberflöte (1791, KV 620)
- La Clemenza di Tito (1791, KV 621)

Kirchenmusik:

- 19 Messen, darunter
- Messe c-Moll KV 427/414a
- Krönungsmesse KV 317
- Waisenhausmesse KV 139
- Spatzenmesse KV 220
- Requiem d-Moll (1791, KV 626)
- Oratorium Die Schuldigkeit des ersten Gebots (1766/67, KV 35)
- Oratorium La Betulia liberata (1771, KV 118)
- Motetten für Sopran und Orchester, darunter
- Exsultate, jubilate KV 164
- Ave verum corpus (KV 618)
- 17 Kirchensonaten
- 4 Litaneien
- 2 Vespern
- Kantaten

Kammermusik:

- 35 Sonaten für Violine und Klavier
- Klaviertrios
- 2 Klavierquartette
- Klavierquintett Es-Dur (1784, KV 452)
- Streichquartette
- Bläserquartette
- Quintette mit Bläsern
- Streichduos und -trios
- Sextett Ein musikalischer Spaß oder Dorfmusikantensextett (1787, KV 522)

Klaviermusik:

18 Klaviersonaten, Variationen über verschiedene Themen, 27 Klavierkonzerte
zahlreiche Einzelstücke: Fantasien, Rondos, etc.

Kanon:

Bona nox, bist a rechter Ochs (KV 561)
Oh, du eselhafter Martin/Oh, du eselhafter Peierl (KV 560b/560a) - Die beiden Textfassungen dieses Kanons beziehen sich auf Mozarts Trink- und Kegelfreunde Johann Nepomuk Peierl und Philip („Liperl“) Jacob Martin, mit denen er gern derbe Späße trieb.

Orchesterwerke:

Ca. 40 Sinfonien, 27 Klavierkonzerte, 7 Violinkonzerte (KV 207, KV 211, KV 216, KV 218, KV 219, KV 268?, KV 271a?)
Klarinettenkonzert A-Dur. 4 Hornkonzerte, Fagottkonzert B-Dur, 2 Sinfonie concertante, 3 Flötenkonzerte, Kassationen, Divertimenti, Serenaden, Märsche und Tänze für Orchester.

NameWolfgang Amadeus Mozart

Geboren am27.01.1756

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortSalzburg (A).

Verstorben am05.12.1791

TodesortWien (A).