Biografie

Traugott Buhre

NameTraugott Buhre

Geboren am21.06.1929

SternzeichenZwillinge 22.05. - 21.06

GeburtsortInsterburg (Ostpreußen).

Verstorben am26.07.2009

TodesortDortmund (D).

Traugott Buhre

Der Theater- und Filmschauspieler avancierte während seiner langen Karriere zu einem der anerkanntesten deutschen Charakterdarsteller. Nach zahlreichen Stationen auf Kleinbühnen wurde Traugott Buhre an Häusern wie dem Wiener Burgtheater oder den Salzburger Festspielen zum mannigfaltigen Mimen mit weitreichender Beachtung. Auf der Bühne faszinierte Buhre durch Wahrhaftigkeit in seiner einfühlsamen Darstellung vielschichtiger, oft widersprüchlicher Charaktere. Dabei prägte er vor allem Inszenierungen von Dramen des österreichischen Schriftstellers Thomas Bernhard. Buhre brillierte nicht nur in klassischen und modernen Theaterrollen sondern auch bei zahlreichen TV- und Kinoproduktionen…
Traugott Buhre wurde am 21. Juni 1929 im ostpreußischen Insterburg geboren.

Hier wuchs er in bürgerlichen Verhältnissen auf und besuchte die Schule. Seine Jugend wurde überschattet von den Ereignissen des Zweiten Weltkrieges. Nach seiner Flucht aus Ostpreußen, Buhre hatte die Zerstörung Königsbergs miterlebt, entging der 15-Jährige in den letzten Kriegstagen knapp dem Tod. Als Flüchtling verbrachte er seine Jugend in der Lüneburger Heide, wo er sich als Feldarbeiter verdiente. Nach Kriegsende zog Buhre nach Hannover, wo er seine Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater begann. Seinen Einstand fand er zunächst als Beleuchter und Kleindarsteller bei einer Wanderbühne.

Später spielte er an verschiedenen Provinzbühnen, bis er schließlich über Stationen in Köln, Bremen, Stuttgart, Frankfurt, Bochum und Hamburg an das Wiener Burgtheater kam. Erste Aufmerksamkeit wurde Buhre mit dem Stück "Galomir" in Grillparzers "Weh dem, der lügt" zuteil. Schnell avancierte er am Theater zum hoffnungsvollen Darsteller in unterschiedlichsten Rollen. 1971 heiratete er in zweiter Ehe die Schauspielerin Brigitte Buhre (geborene Graf); er wurde Vater von sieben Kindern. Sein Talent führte in bald an zahlreiche große deutschsprachige Bühnen, wo er zum Charakterdarsteller aufstieg. Einen Namen machte sich Traugott Buhre während seiner langen Bühnenkarriere mit klassischen Figuren der Weltliteratur, ebenso wie mit Rollen in modernen Stücken.

Dabei arbeitete Buhre mit renommierten Regisseuren wie Peter Palitzsch, Claus Peymann und Andrea Breth zusammen. Er feierte unter anderem als Lessings "Nathan der Weise", Johann Wolfgang von Goethes "Faust", Heinrich von Kleists "Dorfrichter Adam", "Prospero" in William Shakespeares "Sturm", "Bérenger" in Ionescos "Die Nashörner", "Jimmy Porter" in "Blick zurück im Zorn" von John Osborne, "John Johnsons" in Hopkins Kriminaltragödie "Diese Geschichte von Ihnen" seine größten Erfolge. Er prägte vor allem Inszenierungen von Dramen des österreichischen Schriftstellers Thomas Bernhard. Lange tourte er mit Bernhards "Theatermacher" als Bruscon in einer seiner Paraderollen durch die Lande.

Zum Fernsehen kam Buhre Mitte der 1960er Jahre. Hier war er in Krimis wie "Der Kommissar", "Derrick", "Siska", "Ein Starkes Team", "Rosa Roth" oder "Tatort", aber auch in TV-Filmen wie 1994 in "Rosamunde Pilcher – Wilder Thymian" oder Carlo Rolas Kinokomödie "Peanuts – Die Bank zahlt alles" aus dem Jahr 1996 zu sehen. Mit der Titelfigur des abgetakelten Staatsschauspielers Bruscon in der klassischen Komödie "Der Theatermacher" von Thomas Bernhard wurde Buhre 1985 in einer ersten Inszenierung von Claus Peymann bei den Salzburger Festspielen berühmt. In Wolfgang Menges "Spreebogen" mimte Buhre 1995 Leopold Wirthgen. 1999 folgte die Gaunerkomödie "Drei Gauner, ein Baby und die Liebe", bei der er gemeinsam mit Harald Juhnke vor der Kamera stand.

Im Thriller "Nichts als die Wahrheit" aus dem Jahr 1999 erzählte Traugott Buhre, neben Götz George in der Hauptrolle, das Leben des KZ-Arztes und Massenmörders Josef Mengele. Trotz seiner Erfolge beim Film blieb Buhre dem Theater treu. In der Hauptrolle des Blinden in Peter Turrinis "Alpenglühen" beeindruckte er ebenso wie in Uraufführungen von Peter Weiss, Gerlind Reinshagen, Elfriede Jelinek und Franz Xaver Kroetz. Zu den populärsten Kinorollen, die Buhe begleitete, zählen Titel wie "Mit meinen heißen Tränen" (Notturno, 1988)", die Verfilmung des Lebens von Franz Schubert, die Komödien "Dumm gelaufen" (1997) und "Alles Bob!" aus dem Jahr 1999.

Im Thriller "Anatomie" (2000) mimte Buhre neben Franka Potente den Heidelberger Professor Grombeck. 2001 folgten mit Traugott Buhre Carlo Rolas Gangsterdrama "Sass. Die Meisterdiebe" und das Kriminaldrama "Blumen für Polt". 2002 spielte er unter anderem in "Vaya con Dios" den Abt Stefan und war in Michael Hofmanns Drama "Sophiiiie!" vertreten. Anlässlich seines 75. Geburtstages spielte er im Jahr 2004 zum 25. Mal am Berliner Ensemble "Der Theatermacher" von Thomas Bernhard. Ein Stück, das zu seinen populärsten Interpretationen zählte. Die letzte der insgesamt 151 Vorstellungen von "Der Theatermacher" fand 2005 ebenso am Berliner Ensemble statt.

Zur weiteren Arbeit von Buhre gehörte die Rolle des "Newton" in Friedrich Dürrenmatts "Die Physiker" am Bochumer Schauspielhaus. Weitere Beachtung verdiente sich der Mime als Rezitator mit Lesungen der Lyrik des großen Säufers Dylan Thomas. Seine letzte Fernsehrolle hatte er 2008 in einer "Tatort"-Folge mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers. Seine letzte Theaterrolle in "Immanuel Kant" von Bernhard unter der Regie von Matthias Hartmanns wurde im Juni 2009 einer seiner größten Erfolge. Nochmals hätte er bei der Ruhrtriennale den Dorfrichter Adam für Andrea Breth spielen sollen, sagte aber aus gesundheitlichen Gründen ab.

Traugott Buhre verstarb am 26. Juli 2009, kurz nach seinem 80. Geburtstag, in Dortmund.

NameTraugott Buhre

Geboren am21.06.1929

SternzeichenZwillinge 22.05. - 21.06

GeburtsortInsterburg (Ostpreußen).

Verstorben am26.07.2009

TodesortDortmund (D).

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