Biografie

Harald Juhnke

Der Schauspieler und Sänger zählt zu den großen Entertainern der deutschen Film- und Theaterbühne. Der Durchbruch gelang Harald Juhnke in humoristischen Fernsehspielen der Nachkriegszeit. Mit Shows und Filmen wie "Harald & Eddi" oder "Der Hauptmann von Köpenick" erspielte er sich ein begeistertes Millionen-Publikum. Seine Musik spiegelte den amerikanischen Swing der 1950er Jahre wieder, wobei der elegante Künstler im Smoking mit Titeln wie "Barfuss oder Lackschuh" große Erfolge feierte. Zum Charakterdarsteller und Schwergewicht der Schauspielkunst avancierte "Die Stimme Berlins" mit dem Drama "Der Trinker", das nach seiner 50jährigen Karriere zugleich von Juhnkes ambivalenter Geschichte getragen wurde...
Harry Heinz Herbert Juhnke wurde am 10. Juni 1929 als Sohn des Büro-Angestellten Herbert Hermann Juhnke und dessen Ehefrau Margarete in Berlin geboren.

Mit 15 Jahren wurde Harald Juhnke zum Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg eingezogen. Nach Kriegsende besuchte er die Schauspielschule. Mit 24 Jahren stand Juhnke zum ersten Mal in Berlin auf der Bühne. Drei Jahre später übernahm er seine erste Filmrolle in dem Streifen "Drei Mädchen spinnen". 1953 heiratete Juhnke die Tänzerin Sybil Werden, mit der er bis 1962 zusammenblieb. Gemeinsam wurden sie Eltern von Sohn Peer und Tochter Barbara, die jedoch im Alter von 14 Monaten verstarb. Der Mime übernahm nun zahlreiche Filmrollen, die seinen Erfolg begründeten. 1972 heiratete Juhnke in zweiter Ehe seine Freundin Susanne, die ihm sein drittes Kind, Sohn Oliver, schenkte.

Im Jahr 1979 erzielte der Schauspieler seinen endgültigen Durchbruch im deutschen Fernsehen, wo er bis 1982 die TV-Show "Musik ist Trumpf" moderierte. Juhnkes Leistungen wurden 1981 mit der "Goldenen Kamera" ausgezeichnet. 1983 übernahm er die Moderation der beliebten Sendung "Wie wär's heut mit Revue?". Die Erfolgsbilanz des Schauspielers und TV-Stars erhielt ab 1984 durch ungünstige Pressemeldungen eine erste Beeinträchtigung: Die Meldungen über Juhnkes Alkoholkrankheit und die mit ihr verbundenen Exzesse häuften sich. Dennoch brillierte Juhnke weiterhin im künstlerischen Bereich. 1992 feierte Juhnke im Film "Schtonk", der von den gefälschten Tagebüchern Adolf Hitlers handelte, in der Rolle eines Journalisten einen Riesenerfolg.

Im selben Jahr wurde er mit dem "Deutscher Filmpreis" und dem "Bambi" bedacht. In den 1990er Jahren weitete sich die Berichterstattung der Medien über die privaten und gesundheitlichen Probleme des Künstlers fast zur Hetzkampagne aus. Mit der sich verschärfenden Alkoholsucht häuften sich auch die Fehltritte in der Öffentlichkeit, wo Juhnke etwa 1996 in Berlin handgreiflich gegenüber einer Reporterin wurde. Für seine künstlerischen Leistungen erhielt er im selben Jahr auch den "TeleStar" und die "Goldene Kamera". Ebenfalls 1996 brillierte Juhnke im TV-Film "Der Hauptmann von Köpenick". Sein dortiger Auftritt zählt heute zu den erfolgreichsten Rollen des Schauspielers. Im Januar 1997 geriet Juhnke in die Schlagzeilen, da er infolge eines Alkoholexzesses seinen Auftritt bei einer Talk-Show ausfallen ließ.

Einen Monat später bescherten ihm unbedachte rassistische Äußerungen in der Öffentlichkeit die Kündigung seitens des Norddeutschen Rundfunks (NDR). Kritische Stimmen forderten überdies ein generelles Fernsehauftritts-Verbot für den "unhaltbar" gewordenen Entertainer. Nach weiteren Alkohol-Eskapaden gelang es Juhnke, durch einen Klinik-Aufenthalt seine Sucht vorübergehend für die Jahre 1997 bis 2000 zu besiegen. Nach der Jahrtausendwende erlag der Schauspieler jedoch erneut dem Alkohol. 2000 bis 2001 folgten mehrere Klinik- und Kuraufenthalte, die die angeschlagene Gesundheit Juhnkes offenbar werden ließen. Am 11. Dezember 2001 gab schließlich der Manager des Schauspielers, Peter Wolf, bekannt, dass Juhnke nie wieder öffentlich auftreten werde.

Im Jahr 2003 veröffentlichte seine Frau Susanne Juhnke, mit Unterstützung der Journalistin Beate Wedekind, ihre erschütternden und beeindruckenden Erinnerungen an das gemeinsame Leben mit Harald Juhnke: "In guten und in schlechten Tagen". Im Dezember 2004 wurde bekannt, dass der demenzkranke Schauspieler wegen gesundheitlicher Probleme in ein Krankenhaus eingeliefert worden sei.

Harald Juhnke starb am 01. April 2005 an den Folgen seiner Krankheit in Berlin.

Die Trauerfeier in der Berliner Gedächtniskirche wurde von vielen Fans und Prominenten begleitet. Harald Juhnke wurde in einem Ehrengrab auf dem Waldfriedhof in Dahlem beigesetzt.


Prominente Vertreter der deutschen Fernsehkultur
1965 - Cyprienne oder Lassen wir uns scheiden!
1970 - Der Kommissar
1973 - Klimbim - Gast-Rolle
1974 - Sergeant Berry
1974 - Familie Buchholz
1974 - Alles unter einem Dach
1974 - Preussenkorso Nr. 17
1976 - Derrick (Pecko)
1976 - Die Buschspringer
1976 - Die Taube in der Hand
1977 - Ein verrücktes Paar - Serie bis 1980
1978 - Ein Mann will nach oben - Serie
1978 - Ein Mann für alle Fälle - Serie
1979 - Das Karussell fährt immer rund herum
1981 - Leute wie du und ich - Serie bis 1984
1982 - Schuld sind nur die Frauen
1983 - Spiegelbilder
1984 - Tonight Harald -Show
1985 - Mit Axel auf Achse
1987 - Drei Damen vom Grill - Serie
1987 - Harald & Eddi - Sketch-Serie
1987 - Sigi, der Strassenfeger
1989 - Der Entertainer
1990 - Juhnkes Schauspielführer
1991 - Juhnke & Co - Comedy-Serie
1991 - Die Hallo-Sisters
1992 - Harry & Sunny - Serie bis 1993
1992 - Juhnke & Co - Der Forstarzt - Serie
1992 - Der Papagei
1993 - Alles auf Anfang
1994 - Zwei alte Hasen - Serie
1995 - Ach du Fröhliche
1995 - Der Trinker
1996 - Friedemann Brix - Eine Schwäche für Mord
1997 - Der Hauptmann von Köpenick
1997 - Klinik unter Palmen
1997 - Harald Juhnke Special
1998 - Letzte Chance für Harry
1998 - Silberdisteln
1998 - Fröhliche Chaoten
1999 - Drei Gauner und ein Baby
1999 - Vor Sonnenaufgang
1999 - Der Spesenritter
2000 - Jugendsünde
2000 - Ein lasterhaftes Pärchen
2000 - Zwei Dickköpfe mit Format

NameHarald Juhnke

Geboren am10.06.1929

SternzeichenZwillinge 22.05. - 21.06

GeburtsortBerlin (D).

Verstorben am01.04.2005

TodesortBerlin (D).

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