Biografie

Josef Mengele

Der angehende Mediziner politisierte sich im rechtsradikalen Milieu der ausgehenden Weimarer Republik, um dann unter der nationalsozialistischen Diktatur in der gleichgeschalteten Wissenschaft und Politik die entsprechende Karriere zu vollziehen. Als berüchtigter "Todesengel von Auschwitz" zog Josef Mengele aufgrund seiner skrupellosen Menschenversuche weltweite Empörung und Verachtung auf sich. Dies konnte den eiskalten KZ-Arzt und NS-Verbrecher jedoch leider nicht am unverdienten Genuss eines ungestörten Lebensabends im lateinamerikanischen Exil hindern...
Josef Mengele wurde am 16. März 1911 in Günzburg als Sohn eines Fabrikanten geboren.

Nach dem Schulbesuch studierte Mengele zunächst Anthropologie, Paläontologie und Medizin in München, Bonn und Wien. Bereits während des Studiums politisierte sich Mengele im ideologisch aufgeheizten Klima der Weimarer Republik. 1931 trat er dem "Stahlhelm" bei, einer rechtsradikalen Vereinigung, die der rechtskonservativen und republikfeindlichen "Deutsch-Nationalen Volkspartei" (DNVP) nahe stand. Nach der Machtübernahme durch die "Nationalsozialistische Arbeiterpartei Deutschlands" (NSDAP) unter Adolf Hitler im Januar 1933 trat Mengele in die SA ein. Der angehende Mediziner betätigte sich nun auch für die wissenschaftliche Untermauerung der nationalsozialistischen Rassenlehre.

Im Jahr 1934 wurde Mengele in den Forschungsstab des "Instituts für Erbbiologie und Rassenhygiene" in Frankfurt berufen. Dort promovierte er 1938 mit einer Arbeit über "Sippenuntersuchungen bei Lippenkiefer-Gaumenspalte" zum Dr. med. Er widmete sich in den folgenden Jahren der Vererbungslehre, Rassenkunde und Zwillingsforschung. 1937 trat Mengele in die NSDAP, ein Jahr später in die SS ein. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs kam er zunächst 1940 bei der "Sanitätsinspektion der Waffen-SS" zum Einsatz. Er wurde dann im folgenden Jahr zum Arzt einer SS-Division berufen, in der er es bis zum Hauptsturmführer brachte. 1943 erhob man Mengele zum Chefarzt des Konzentrationslagers Auschwitz, wo er sich bis Kriegsende zu einem der skrupellosesten Schergen des NS-Regimes entwickelte.

In dem Vernichtungslager war er auch für die Selektion der ankommenden Häftlinge zuständig, so dass er als verantwortlich für den Tod von 400.000 Menschen gilt. Der gefürchtete "Todesengel von Auschwitz" wählte unter den Häftlingen nach auffallenden körperlichen Merkmalen seine Opfer aus, die die anschließenden medizinischen Versuche meist nicht überlebten. Bei Kriegsende konnte der Massenmörder zunächst nach kurzer Gefangenschaft im Nachkriegsdeutschland unerkannt untertauchen. 1949 entkam Mengele mit gefälschten Dokumenten über Rom nach Südamerika, wo er zunächst in Buenos Aires lebte. Von der argentinischen Hauptstadt wechselte der international gesuchte NS-Verbrecher 1959 nach Paraguay.

Obwohl die deutsche Bundesregierung seit 1962 die Auslieferung Mengeles betrieb, konnte er dann im brasilianischen Saõ Paulo unbehelligt seinen Lebensabend verbringen. Nach einem Badeunfall in Enseada da Bartiogo, dem er am 7. Februar 1979 erlegen sein soll, wurde Mengele unter dem Namen Wolfgang Gerhard in Saõ Paulo beigesetzt. Mitte der 1980er Jahre bestätigten gerichtsmedizinische Untersuchungen die Authentizität der Todesnachricht. Gerüchte über ein mögliches Fortleben des ehemaligen KZ-Arztes entbehren seither jeder Grundlage.

NameJosef Mengele

Geboren am16.03.1911

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortGünzburg (D).

Verstorben am07.02.1979

TodesortEnseada da Bartiogo, Saõ Paulo (BRA).