Biografie

Bernd Eichinger

Der deutsche Produzent, Drehbuchautor und Regisseur zählte zu den wichtigsten Filmemachern Deutschlands; er gilt als "Vater" der Deutschen Filmakademie. Mit "Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" feierte er 1981 seinen ersten großen internationalen Erfolg. Bernd Eichinger wirkte als Filmverleiher wie auch als Filmproduzent und konzentrierte sich auf die Beteiligung an internationalen Großproduktionen wie "Der Name der Rose" und "Das Geisterhaus". Daneben schuf er auch zahlreiche kleinere Projekte wie die Komödien "Der bewegte Mann" oder "Werner - Beinhart!". Als Vorsitzender des Vorstandes und als Aufsichtsratsvorsitzender der Constantin Film AG war er bis 2006 an einigen der erfolgreichsten Kinoproduktionen wie "Die unendliche Geschichte", "Der Untergang" oder "Das Parfum" beteiligt...
Bernd Eichinger wurde am 11. April 1949 in Neuburg an der Donau als Sohn eines Landarztes geboren.

Eichinger wuchs mit seiner Schwester unter behüteten Umständen als Sohn eines Landarztes auf und besuchte eine katholische Internatsschule. Nach Abschluss der Schule mit Abitur begab sich Bernd Eichinger 1970 nach München, um dort an der Hochschule für Fernsehen und Film zu studieren. Das Studium beendete er 1973 mit dem Abschlussfilm "Canossa". Eichinger war nun gelernter Regisseur und Produzent. Im folgenden Jahr betätigte er sich hauptsächlich als Produktionsleiter und Drehbuchautor verschiedener Filme. Noch im Jahr 1974 gründete Eichinger die "Solaris Filmproduktion", die viele jener Autorenfilme produzierte, die dem "Neuen Deutschen Film" Ansehen verliehen.

Zu nennen sind hierbei u.a. "Stunde Null" von Edgar Reitz, "Falsche Bewegung" von Wim Wenders oder "Geschichten aus dem Wienerwald" von Maximilian Schell. Nach dem Zusammenbruch von Constantin-Film kaufte Eichinger 1978 25% der Anteile und wurde Geschäftsführender Gesellschafter der Neue Constantin Film GmbH. 1979 übernahm Eichinger die Leitung der "Neue Constantin Film". In dieser Funktion war er maßgeblich an den Produktionen "Das Boot", "Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo", "Der Profi", "Die unendliche Geschichte" und "Der Name der Rose" beteiligt, um nur einen knappen Auszug seiner Produktionen zu nennen.

Große Beachtung fand Eichingers mehrfach ausgezeichnete Produktion "Das Geisterhaus" aus dem Jahr 1993. Die fast fünfzig Millionen Mark teure Familiensaga nach Isabel Allendes Bestseller war ein großer internationaler Erfolg. 1996, fast 20 Jahre nach seinem Schulabschluss, führte Eichinger erstmals wieder bei der Fernsehproduktion "Das Mädchen Rosemarie" mit Nina Hoss Regie. 1999 folgte "Der große Bagarozy", bei dem allein Eichinger für Drehbuch, Produktion und Regie verantwortlich war. Für die Gesellschaftsfarce "Rossini" war er das Vorbild für den Produzenten. Nach dem Börsengang der Constantin Film AG im Jahr 1999 wurde Eichinger bis März 2001 deren Vorstandsvorsitzender. Ab 2003 verdiente er sich als Aufsichtsratvorsitzender der Constantin Film AG und mit 25,1% als zweitgrößter Einzelaktionär.

Viele seiner Filme wurden international mit den größten Preisen ausgezeichnet, so erhielten die Produktionen "Die unendliche Geschichte", "Der Name der Rose" und "Der bewegte Mann" jeweils einen "Bambi". Eichinger wurde 1984 mit dem "Bambi" als "Bester Filmproduzent" ausgezeichnet. Zwei seiner Produktionen erhielten 2003 einen "Oscar": "Nirgendwo in Afrika" als "Bester nicht englischsprachiger Film" und "Chihiros Reise ins Zauberland" als "Bester Animationsfilm". Im September 2004 kam "Der Untergang" in die Kinos. Der Film hat die letzten Tage Adolf Hitlers, gespielt von Bruno Ganz, im Führerbunker zum Gegenstand. Bernd Eichinger war hier nicht nur als Produzent tätig, sondern auch als alleiniger Autor. Die Regie übernahm Oliver Hirschbiegel.

Für "Der Untergang" wurde Eichinger im November 2004 mit dem "Bambi" und dem "Bayerischen Filmpreis" ausgezeichnet. Außerdem erhielt der Film im Vorfeld der "Oscar"-Verleihung 2005 eine Nominierung als "Bester nicht englischsprachiger Film". Eine neue Herausforderung sah Eichinger in der Inszenierung der Richard Wagner-Oper "Parsifal", die im März 2005 auf der Bühne der Staatsoper in Berlin Premiere feierte. Im April 2005 avancierte "Der Untergang" zum bisher erfolgreichsten deutschen Film in Großbritannien, wo er im ersten Monat 1,3 Millionen Pfund einspielte. Im Januar 2006 verkaufte er seinen Anteil an Constantin-Film. Auch erhielt er 2006 de Bayerischen Verdienstorden.

Für die Verfilmung des Bestsellers "Das Parfüm" wurde Bernd Eichinger im Dezember 2006 mit einem "Bambi" ausgezeichnet. Im selben Monat heiratete Bernd Eichinger die Journalistin Katja Hofmann. 2010 erhielt er den Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises. "Resident Evil: Afterlife" (2010) und "Die Superbullen" (2011) waren die letzten Filme bei denen er als Produzent tätig war.

Bernd Eichinger starb am 24. Januar 2011 an den Folgen eines Herzinfarkts in Los Angeles.
1974: Falsche Bewegung
1975: Umarmungen und andere Sachen
1975: Lieb Vaterland, magst ruhig sein
1975: Der starke Ferdinand
1976: Die Wildente
1976: Grete Minde
1976: Der Starke Ferdinand
1977: Stunde Null
1977: Hitler, ein Film aus Deutschland (Produzent)
1977: Die Konsequenz (Produzent)
1978: Taugenichts
1978: Die gläserne Zelle (Produzent)
1979: Geschichten aus dem Wienerwald (Produzent)
1979: Falsche Bewegung (Produzent)
1981: Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo (Produzent)
1984: Die unendliche Geschichte (Produzent)
1986: Der Name der Rose (Produzent)
1988: Ich und Er (Produzent)
1989: Letzte Ausfahrt Brooklyn (Produzent)
1990: Werner – Beinhart! (Produzent)
1991: Manta, Manta (Produzent)
1992: Salz auf unserer Haut (Produzent)
1993: Der Zementgarten (Executive Producer)
1993: Das Geisterhaus (Produzent)
1994: Der bewegte Mann (Produzent)
1994: Voll normaaal (Produzent)
1996: Das Superweib (Produzent)
1996: Das Mädchen Rosemarie (Drehbuch, Regie und Produzent)
1997: Ballermann 6 (Produzent)
1997: Fräulein Smillas Gespür für Schnee (Produzent)
1998: Opernball (Fernsehfilm) (Produzent)
1998: Leslie Nielsen ist sehr verdächtig (Produzent)
1998: Bin ich schön? (Produzent)
1998: Der Campus (Produzent)
1999: Der große Bagarozy (Drehbuch, Regie und Produzent)
1999–2008: Hausmeister Krause – Ordnung muss sein (Serie)
2001: Der Fall Vera Brühne (Fernsehfilm) (Produzent)
2001: Die Nebel von Avalon (Fernsehfilm) (Produzent)
2001: Der Schuh des Manitu (Co-Produzent)
2001: Nirgendwo in Afrika (Co-Produzent)
2002: Resident Evil (Produzent)
2002: Nackt (Produzent)
2004: Der Untergang (Drehbuch und Produzent)
2004: Resident Evil: Apocalypse (Executive Producer)
2005: Fantastic Four (Produzent)
2006: Elementarteilchen (Produzent)
2006: DOA: Dead or Alive (Produzent)
2006: Das Parfum (Drehbuch, Co-Autor und Produzent)
2007: Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer (Produzent)
2007: Resident Evil: Extinction (Executive Producer)
2008: Der Baader Meinhof Komplex (Drehbuch und Produzent)
2010: Zeiten ändern dich (Drehbuch und Produzent)
2010: Resident Evil: Afterlife (Produzent)
2011: Die Superbullen (Produzent)
1975:
Deutscher Filmpreis für Falsche Bewegung

1977:
Deutscher Filmpreis für Stunde Null

1978:
Deutscher Filmpreis für Die gläserne Zelle

1978:
Deutscher Filmpreis für Taugenichts

1980:
Deutscher Filmpreis für Geschichten aus dem Wienerwald

1984:
Bayerischer Filmpreis, Bambi, Jupiter für Die unendliche Geschichte

1986:
Bayerischer Filmpreis für Der Name der Rose

1986:
Bambi für Der Name der Rose

1986:
Europäischer Filmpreis für Der Name der Rose

1986:
Deutscher Filmpreis für Der Name der Rose

1987:
Filmfestspiele von Cannes, César für Der Name der Rose

1987:
Jupiter für Der Name der Rose

1989:
Bayerischer Filmpreis für Letzte Ausfahrt Brooklyn

1990:
Deutscher Filmpreis für Letzte Ausfahrt Brooklyn

1993:
Bayerischer Filmpreis für Das Geisterhaus

1994:
Deutscher Filmpreis für Das Geisterhaus

1994:
Bambi für Der bewegte Mann

1995:
Deutscher Filmpreis für Der bewegte Mann

1997:
Jupiter für Das Mädchen Rosemarie

1999:
Golden Nymph für Opernball

2001:
Bayerischer Filmpreis für Der Schuh des Manitu

2001:
Deutscher Comedypreis für Der Schuh des Manitu

2002:
Deutscher Filmpreis für Der Schuh des Manitu (Co-Produzent)

2002:
Bayerischer Filmpreis für Nirgendwo in Afrika

2002:
Deutscher Filmpreis für Nirgendwo in Afrika

2003:
Oscar für Nirgendwo in Afrika (Co-Produzent)

2003:
Bundesverdienstkreuz

2003:
Deutscher Filmpreis für Nackt

2004:
Bayerischer Filmpreis

2004:
Bambi, Jupiter

2004:
Silberner Astor

2006:
Bayerischer Verdienstorden

2006:
Bambi für Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders

2006:
Jupiter für Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders

2006:
Deutscher Filmpreis (Filmpreis in Silber) für Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders

2007:
Medaille München leuchtet in Gold, für seine Verdienste um die Filmstadt München

2008:
Bayerischer Filmpreis für Der Baader Meinhof Komplex

2010:
Deutscher Filmpreis: Ehrenpreis

NameBernd Eichinger

Geboren am11.04.1949

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortNeuburg a.d. Donau (D).

Verstorben am24.01.2011

TodesortLos Angeles, CA (USA).