Biografie

Isabel Allende

Die Diplomatentochter lernte mit jungen Jahren die Welt kennen und entwickelte sich in den 1960er Jahren zu einer engagierten Journalistin und Frauenrechtlerin in Chile. Nach der traumatischen Erfahrung des Militärputsches von 1973, der ihrem Onkel Salvador Allende das Leben kostete, stieg Isabel Allende im Exil seit Beginn der 1980er Jahre zur international anerkannten und gefeierten Schriftstellerin auf. Mit Erfolgsromanen wie "Das Geisterhaus", "Liebe und Schatten" und "Eva Luna" profilierte sich die Literatin als spezifisch lateinamerikanische Schriftstellerin, welche die Kultur, die Geschichte und das Leid ihrer Heimat auf eindrucksvolle Weise zu vermitteln weiß...
Isabel Allende wurde am 2. August 1942 in Lima (Peru) geboren.

Ihr Vater war chilenischer Diplomat. Da sich die Eltern bald scheiden ließen, wuchs das Kind zunächst bei der Mutter in Santiago de Chile auf. Allendes Mutter verheiratete sich wieder mit einem Diplomaten, so dass die Tochter in lateinamerikanischen, europäischen und arabischen Hauptstädten zur Schule ging. 1957 kehrte Allende nach Santiago zurück, wo sie eine Privatschule besuchte. Nach dem Schulbesuch trat Allende als Sekretärin in die UNO-Niederlassung in Chile ein. Nach dieser Tätigkeit wandte sie sich dem Journalismus zu, um für Printmedien und das Fernsehen zu arbeiten. Allende setzte sich durch ihre journalistische Tätigkeit vor allem für die Emanzipation der Frau und Gleichberechtigung der Geschlechter ein.

Im Jahr 1967 gründete sie mit anderen Frauenrechtlerinnen die Frauenzeitschrift "Paula". Zugleich war sie von 1969 bis 1974 für die Zeitschrift "Mampato" und 1973 für die Filmzeitschrift "Maga-Cine-Ellas" tätig. In der "Paula" schrieb die junge Journalistin auch für die linke Volksfront-Regierung ihres Onkels Salvator Allende. Ein traumatisches Erlebnis bedeutete für Allende die Ermordung bzw. der erzwungene Selbstmord des demokratisch gewählten Volksfrontpräsidenten im September 1973: Ihr Onkel wurde Opfer des Militärputsches, der den Diktator Augusto Pinochet an die Macht brachte. Nachdem Pinochet 1974 zum Staatspräsidenten erhoben worden war, wechselte Allende mit der Familie nach Caracas ins Exil.

In der venezuelanischen Hauptstadt war sie dann von 1976 bis 1983 als freie Mitarbeiterin für die Tageszeitung "El Nacional" tätig. Außerdem arbeitete sie als Schulleiterin. Zugleich intensivierte Allende nun ihre schriftstellerische Tätigkeit, die sie bereits in ihrer chilenischen Jugendzeit begonnen hatte. 1982 legte sie mit dem Roman "La casa de los espíritus" ("Das Geisterhaus", 1984) ihr erfolgreiches literarisches Debüt vor. Hierin arbeitete sie die Vergangenheit ihrer chilenischen Heimat bis zum Sturz ihres Onkels auf. Der erste Erfolgsroman Allendes wurde auf den internationalen Bestsellerlisten platziert. 1993 wurde er von Bille August verfilmt. Weitere Höhepunkte in Allendes literarischem Schaffen war 1984 der Roman "Tiempo de amor y de sombra" ("Von Liebe und Schatten", 1986).

Nachdem sie nach Kalifornien gewechselt war, legte sie dort 1988 mit "Eva Luna" den dritten Erfolgsroman vor. Im selben Jahr heiratete Allende in zweiter Ehe den amerikanischen Rechtsanwalt William Gordon. In die Ehe brachte sie Tochter Paula und Sohn Nicolás ein, die aus einer vorangegangenen Verbindung stammten. Allende avancierte weltweit zur literarischen Vermittlerin der lateinamerikanischen Geschichte, Kultur und Politik. Dabei beanspruchte sie auch, stellvertretend für jene die Stimme zu erheben, die etwa unter dem Pinochet-Regime in Chile zum Schweigen verurteilt waren. Ihr eigenes tragisches Familienschicksal verarbeitete die Schriftstellerin 1995 in dem autobiographischen Buch "Paula", das sich mit dem krankheitsbedingten Tod ihrer gleichnamigen Tochter auseinander setzte, die 1992 gestorben war.

Weitere Veröffentlichungen legte Allende 1998 mit "Afrodita" ("Aphrodite"), 2001 mit "Retrato en Sepia" ("Porträt in Sepia") und 2002 mit "La Ciudad de las Bestias" ("Die Stadt der wilden Götter") vor. Das letztgenannte Buch eröffnete die Trilogie "Die Abenteuer von Aguila und Jaguar", die 2003 durch das spannende Abenteuer- und Jugendbuch "El Reino del Drágon de Oro" ("Im Reich des Goldenen Drachens") fortgesetzt und 2004 durch "El Bosque de los Pigmeos" ("Im Bann der Masken") abgeschlossen wurde. Allende gewann zahlreiche Literaturpreise. Bereits 1983 wurde sie von chilenischer Seite mit dem Panorama Literario ausgezeichnet. 1986 erhob man sie zum "Autor des Jahres" und 1998 erhielt sie den Dorothy and Jillian Gish Prize. 2003 wurde sie US-amerikanische Staatsbürgerschaft.

Anlässlich des 200. Geburtstags des dänischen Dichters Hans Christian Andersen im Jahr 2005 wurde Isabel Allende zur Märchenbotschafterin ernannt und soll so für die Arbeit der abc-Stiftung gegen Analphabetismus werben. Allende legte 2005 ihren Roman "Zorro" vor, in dem sie den Heldenmythos in einer neuen Version fortschrieb. 2009 und 2010 veröffentlichte sie die Titel "Die Insel unter dem Meer" und "Ein diskretes Wunder".
1982:
La casa de los espíritus (Das Geisterhaus, 1984)

1984:
La gorda de porcelana

1984:
Tiempo de amor y de sombra (Von Liebe und Schatten, 1986)

1988:
Eva Luna

1990:
Cuentos de Eva Luna (Geschichten der Eva Luna)

1992:
El Plan Infinito (Der undendliche Plan)

1995:
Paula

1998:
Afrodita (Aphrodite - Eine Feier der Sinne)

1999:
Hija de la Fortuna (Fortunas Tochter)

2001:
Retrato en Sepia (Porträt in Sepia)

2002:
La Ciudad de las Bestias (Die Stadt der wilden Götter)

2003:
El Reino del Drágon de Oro (Im Reich des Goldenen Drachen)

2004:
El Bosque de los Pigmeos (Im Bann der Masken)

2005:
Zorro

NameIsabel Allende

Geboren am02.08.1942

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortLima (Peru).