Biografie

Wim Wenders

Der Autorenfilmer Wim Wenders gilt als einer der Meister des Neuen Deutschen Films. Das von ihm geschaffene Autorenkino trug ihm internationalen Erfolg ein, stieß aber in Hollywood auch auf Unverständnis: Wenders Produktions- und Erzählstil verträgt sich kaum mit der effektorientierten Arbeitsweise der kommerziellen amerikanischen Traumfabrik. Zu seinen erfolgreichsten Filmen zählen "Paris, Texas" (1983), "Der Himmel über Berlin" (1987), "In weiter Ferne, so nah!" (1993) und "The Million Dollar Hotel" (2000)...
Wim Wenders wurde am 14. August 1945 in Düsseldorf geboren.

Wenders wuchs in Koblenz und ab 1955 in Oberhausen auf. Mit 12 Jahren bekam er von seinem Vater, der als Arzt tätig war, eine 8-mm-Kamera geschenkt. Nachdem er 1963 das Abitur bestanden hatte, nahm Wenders ein Studium der Medizin und Philosophie in München, Freiburg und Düsseldorf auf. Als er sein Interesse für den amerikanischen Film der Kriegs- und Nachkriegsjahre entdeckte, brach er 1965 die Studien ab. Während eines längeren Paris-Aufenthalts studierte er die deutsche und internationale Filmgeschichte.

Nun entstanden die ersten weniger bekannten Filme Wenders. Von 1967 bis 1970 besuchte der angehende Regisseur die Münchner Hochschule für Film und Fernsehen, die er mit dem Film "Summer in the City" abschloss. Zugleich begann er als Filmkritiker, unter anderem für die "Süddeutsche Zeitung", zu arbeiten. 1968 heiratete Wenders die Schauspielerin Edda Köchl, mit der er bis 1974 zusammenlebte. 1971 war Wenders Mitbegründer des "Filmverlags der Autoren", der den institutionellen Rahmen des Neuen Deutschen Films abgab. Noch im selben Jahr feierte der Regisseur seinen ersten Erfolg mit der Verfilmung von Peter Handkes Roman "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter".

Im Jahr 1973 zog er die Aufmerksamkeit von Kritik und Publikum durch "Alice in den Städten" auf sich, zwei Jahre darauf gewann er für "Falsche Bewegung" fünf Bundesfilmpreise. Ebenfalls 1975 gründete Wenders seine eigene Produktionsfirma. Wenig später schuf er mit "Im Lauf der Zeit" (1976) eines der Hauptwerke des Neuen Deutschen Films. Der Kinoerfolg von "Der amerikanische Freund" (1977), für den er das Filmband in Silber erhielt, öffnete ihm den Weg in die USA, wo er zunächst von 1978 bis 1982 in die langwierigen Dreharbeiten von "Hammett" involviert war. 1979 verband sich Wenders in zweiter Ehe mit der amerikanischen Sängerin und Schauspielerin Ronee Blakley, mit der aber nur bis 1991 verheiratet blieb.

Indessen schuf Wenders in den USA weitere Filme, die wie "Der Stand der Dinge" (1981) und "Paris, Texas" (1983) von der europäischen Kritik als gelungene Verbindung europäischer und amerikanischer Filmstile gefeiert wurden. Für den "Stand der Dinge" gewann er Auszeichnungen auf den Filmfestspielen von Venedig. "Paris, Texas" bescherte ihm die Goldene Palme von Cannes und den "British Academy Award". In den USA, wo sein eigenwilliges Amerikabild auf wenig Gegenliebe stieß, blieb ihm allerdings der Erfolg versagt. In die Bundesrepublik zurückgekehrt, realisierte Wenders 1987 mit "Himmel über Berlin" einen seiner größten internationalen Erfolge, der ihm den Deutschen Filmpreis, den Regiepreis von Cannes und den Kritikerpreis von Los Angeles einbrachte.

Im Jahr 1991 gelang mit "Bis ans Ende der Welt" einer der bedeutendsten Filme der jüngeren europäischen Filmgeschichte in die Kinos, für den der Regisseur Dreharbeiten auf der ganzen Welt durchgeführt hatte. Für "In weiter Ferne so nah", einer Fortsetzung des "Himmels über Berlin", erhielt Wenders 1993 den Großen Jury-Preis von Cannes. Der Regisseur ist außerdem seit 1993 als Honorarprofessor an der Münchner Hochschule für Film und Fernsehen und seit 1991 als Vorsitzender der European Film Academy tätig. 1993 heiratete Wenders in dritter Ehe die Kameraassistentin Donata Schmidt. Als Drehbuchautor und Co-Regisseur trat Wenders 1995 bei "Par delà les nuages" (Jenseits der Wolken) mit Michelangelo Antonioni, nur als Co-Regisseur bei "Lumière et Compagnie" (1995) und "A Trick of the Light" (1996) auf.

Für "The End of Violence" (1997) firmierte er als Drehbuchautor und Regisseur. Ein großer Erfolg wurde 1999 das kubanische Gesellschafts- und Musikporträt "Buena Vista Social Club", an dem Wim Wenders als Autor mitgewirkt hatte. 2004 thematisierte Wenders mit dem Film "Land of Plenty" die sozialen und ökonomischen Widersprüche in den USA, wo der 11. September 2001 unter der Administration von George W. Bush ein militärisches Aufrüstungsprogramm und einschneidende soziale Sparpläne nach sich gezogen hatte.

Wim Wenders wurde 2004 mit dem "Master of Cinema Award" ausgezeichnet.
1966: - Schauplätze.

1967: - Same Player Shoots Again.

1968: - Silver City.

1969: - Alabama.

1970: - Summer in the City.

1971: - Die Angst des Tormanns beim Elfmeter.

1972: - Der scharlachrote Buchstabe.

1973: - Alice in den Städten.

1974: - Falsche Bewegung (Drehbuch von Peter Handke).

1976: - Im Lauf der Zeit.

1977: - Der amerikanische Freund.

1978-82: - Hammett.

1980: - Nick`s Film.

1981: - Der Stand der Dinge.

1983: - Paris, Texas.

1985: - Tokyo Ga.

1987: - Der Himmel über Berlin.

1990: - Aufzeichnungen zu Kleidern und Städten.

1991: - Bis ans Ende der Welt.

1993: - In weiter Ferne, so nah!.

1993-95: - Die Brüder Skladanowsky (Koregie).

1994/95: - Lisbon Story.

1995: -Jenseits der Wolken (mit M. Antonioni).

1995: - Lumière et Compagnie (Koregie).

1996: -A Trick of the Light (Koregie).

1997: - Das Ende der Gewalt.

1998: - Willie Nelson At The Teatro

1999: - The Million Dollar Hotel.

1999: - Buena Vista Social Club.

2002: - Viel Passiert - Der BAP Film

2002: - Ten Minutes Older - The Trumpet

2003: - The Soul of a Man
(part four of 'The Blues')

2004: - Land of Plenty

2004: - Don't Come Knocking

NameWim Wenders

Geboren am14.08.1945

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortDüsseldorf (D).