Biografie

Oliver Hirschbiegel

Der Foto- und Videokünstler hat sich seit 1986 als Fernsehregisseur bei "Tatort"-Produktionen und der Sat.1-Serie "Kommissar Rex" einen Namen gemacht. Größeres, auch internationales Aufsehen erregte Oliver Hirschbiegel 2001 mit seinem Kinodebüt "Das Experiment". Für weiteren öffentlichen Diskussionsstoff sorgte dann 2004 der zweite Kinofilm des Regisseurs, der eine ungewöhnliche Charakterstudie über die Figur Adolf Hitlers im unmittelbaren "Untergang" des so genannten Dritten Reiches abgab. Zusammen mit Bruno Ganz und dem Produzenten Bernd Eichinger erhielt der Regisseur im Herbst 2004 den Bambi für den besten deutschen Film. Ein weiteres, sehr außergewöhnliches Projekt realisierte Hirschbiegel 2006 mit "Ein ganz gewöhnlicher Jude"; 2013 folgte mit "Prinzessin Diana" ein Biopic über Diana...
Oliver Hirschbiegel wurde am 26. März 1957 in Hamburg geboren.

Dort besuchte er die Waldorfschule. Danach trieb ihn sein Fernweh auf die See, wo er sich als Küchenjunge verdingte. Nach Hamburg zurückgekehrt, schrieb sich Hirschbiegel an der dortigen Hochschule der Künste für Grafik und Malerei ein. Hirschbiegel entwickelte seine künstlerischen Aktivitäten in den Bereichen Fotografie und Film. Mit dem Regisseur Gabor Gody gründete er das Videomagazin "Infermental". Daneben wurde Hirschbiegel auch schauspielerisch tätig: So übernahm er Rollen in den TV-Produktionen "Rosemaries Hochzeit" (1985) und "Losberg" (1986). Der Fernsehfilm "Das Go!Projekt" bezeichnete 1986 sein Debüt als Fernsehregisseur und Autor. Für den "Tatort"-Krimi "Kinderspiel" (1992) erhielt Hirschbiegel den Grimme-Preis.

Hirschbiegel machte sich in der Folge vor allem als Regisseur der Krimiserie "Kommissar Rex" einen Namen, von der er 1993 bis 1996 14 Folgen für Sat.1 bestritt. In der ARD-Reihe "Wilde Herzen" brillierte er 1996 mit dem Thriller "Trickser", für den er einen Grimme-Spezialpreis erhielt. Mit dem Bayerischen Fernsehpreis wurde Hirschbiegel 1999 für seinen Film "Todfeinde – Die falsche Entscheidung" (1998) ausgezeichnet. Schließlich folgte 2001 das Kinodebüt Hirschbiegels: Moritz Bleibtreu spielte die Hauptrolle in "Das Experiment", mit dem der Regisseur auf der Grundlage eines sozialpsychologischen Versuchs, der 1971 in den USA durchgeführt worden war, die moralische Manipulierbarkeit und Aggression des menschlichen Charakters aufzeigte. Für diesen Film erhielt er den Bayerischen Filmpreis und 2002 eine Oscar-Nominierung. 2001 erhielt er für "Das Experiment" den Regiepreis beim World Film Festival in Montreal. Noch 2001 folgte mit "Mein letzter Film" ein weiterer Fernsehfilm, bei dem Hirschbiegel Regie führte.

Großes Aufsehen erregte 2004 Hirschbiegels Regiearbeit in der Adolf-Hitler-Verfilmung "Der Untergang". In dem von Bernd Eichinger produzierten Film spielt Bruno Ganz inmitten der letzten Kampfhandlungen des Zweiten Weltkriegs in Berlin einen Adolf Hitler voller menschlicher Schwächen, der kaum mit dem üblichen Bild des Holocaust-Täters übereinstimmt. Eichinger verfasste auch das Drehbuch zu dem Film und stützte sich dabei auf den gleichnamigen Bestseller von Joachim Fest und die von Melissa Müller herausgegebenen Aufzeichnungen von Hitlers Sekretärin Traudl Junge ("Bis zur letzten Stunde", 2002). Mit diesem Tabubruch riefen Hirschbiegel und Eichinger in der deutschen Kulturwelt große Aufregung und intensive Debatten über Sinn und Zweck einer "Vermenschlichung" der historischen Hitler-Figur hervor. In der internationalen Filmwelt stieß die Produktion insgesamt auf positive Reaktionen. Zusammen mit Bruno Ganz und dem Produzenten Bernd Eichinger erhielt der Regisseur im Herbst 2004 den Bambi für den besten deutschen Film, als welcher "Der Untergang" prämiert wurde. Bei der Oscar-Verleihung 2005 wurde "Der Untergang" als bester nicht englischsprachiger Film nominiert.

Im April 2005 avancierte "Der Untergang" zum bisher erfolgreichsten deutschen Film in Großbritannien, wo er im ersten Monat 1,3 Millionen Pfund einspielte. Ein weiteres, sehr außergewöhnliches Projekt realisierte Hirschbiegel 2006 mit "Ein ganz gewöhnlicher Jude". Das Stück ist eine One-Man-Show, die durch die selbstbewussten und bisweilen zynischen Reflexionen von Ben Becker getragen wird. Die mutige Entscheidung, einen 90minütigen Monolog in die Kinos zu bringen wurde von Publikum und Kritikern gleichermaßen gewürdigt. 2007 war er Jury-Mitglied des 3. Zurich Film Festivals unter dem Vorsitz von US-Produzent Albert S. Ruddy. In Großbritannien und Irland entstand 2009 mit Leam Neeson in der Hauptrolle der Kinofilm "Five Minutes of Heaven". Sein Biopic-Film "Prinzessin Diana" stieß 2013 international auf vernichtende Kritik. Auf der Berlinale 2015 präsentierte er sein Film "Elser - Er hätte die Welt verändert".
1986: Das Go! Projekt (TV)
1986: Losberg (TV-Reihe, als Schauspieler)
1991: Mörderische Entscheidung – Umschalten erwünscht (TV)
1992: Tatort: Kinderspiel (TV)
1993: Kommissar Rex (TV-Reihe)
1994: Tatort: Ostwärts (TV)
1996: Trickser (TV)
1997: Rex – Die frühen Jahre (TV)
1997: Das Urteil (TV)
1998: Todfeinde (TV)
2001: Das Experiment
2002: Mein letzter Film
2004: Der Untergang
2005: Ein ganz gewöhnlicher Jude
2007: Invasion (The Invasion)
2009: Five Minutes of Heaven
2011: Borgia (Fernsehserie, 4 Folgen)
2013: Diana
2015: Elser - Er hätte die Welt verändert

NameOliver Hirschbiegel

Geboren am26.03.1957

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortHamburg (D).