Biografie

Maximilian Schell

Der Schauspieler und fünfmalige Bundesfilmpreisträger mit österreichischer und Schweizer Staatsangehörigkeit galt als Rebell, der gegen den Strom schwamm und das deutsche Nachkriegskino in unbequemen, gesellschaftskritischen Filmen belebte. Zu seinen populärsten Rollen zählen die Darstellungen in "Das Urteil von Nürnberg" (1961), er erhielt dafür 1962 den Oscar als bester Hauptdarsteller, "Die Brücke von Arnheim" (1977), "Steiner – Das Eiserne Kreuz" (1977) und "Morgen in Alabama" (1984). Ab den 1960er-Jahre begann Maximilian Schell auch als Produzent und Regisseur hinter der Kamera zu agieren. Von unbestreitbarem Wert als filmhistorisches Dokument ist auch Schells einzigartige biographische Montage "Marlene" (1984)...
Maximilian Schell wurde am 8. Dezember 1930 als Sohn des Schweizer Schriftstellers Hermann Ferdinand Schell und der Wiener Schauspielerin Margarethe Noé von Nordberg in Wien geboren.

Seine Eltern flüchteten 1938 vor den Nazis in die Schweiz, wo er mit elf Jahren schon in der Rolle des Wilhelm Tell in Zürich auf der Bühne stand. Schell besuchte das Gymnasium in Basel und machte in Zürich das Abitur. Von 1948 bis 1949 leistete er seinen Militärdienst, ebenfalls in der Schweiz, danach studierte Schell Germanistik und Kunstgeschichte sowie Musik- und Theaterwissenschaften in Zürich und München. Als er sich 1952 dann für den Beruf des Schauspielers entschied, gab er vorerst seine Künste auf der Bühne zum Besten, so auch am Basler Stadttheater, wo Schell nicht nur als Schauspieler sondern auch als Regisseur und Dramaturg tätig war. Erst drei Jahre später folgte mit "Kinder, Mütter und ein General" sein Leinwanddebüt. Im folgenden Jahr hatte Schell internationalen Erfolg mit "Ein Mädchen aus Flandern".

Im Jahr 1958 gelang es ihm, in dem Hollywoodstreifen "Die jungen Löwen" eine Rolle neben Marlon Brando und Montgomery Clift zu bekommen. 1961 spielte er in "Das Urteil von Nürnberg" einen Verteidiger und erhielt für seine schauspielerische Leistung 1962 den "Oscar". Auch als Co-Produzent trat Schell auf, so an der Seite von Rudolf Noelte in der Kafka-Verfilmung "Das Schloß", wo er auch vor der Kamera in der Rolle des "K" zu sehen war. Ende der 1960er-Jahre begann er auch als Regisseur hinter der Kamera zu agieren. Mitte der 1970er Jahre realisierte Schell nach Filmen wie "Die Akte Odessa" oder "Steiner - Das eiserne Kreuz" auch eigene Filmproduktionen wie etwa "Der Richter und sein Henker" von Friedrich Dürrenmatt und "Der Fußgänger aus dem Jahr 1974.

In den 1980ern versuchte Schell sich neben Fernsehproduktionen wie "Peter der Große" auch als Opernregisseur und Pianist. Unter dessen sorgte seine drei Jahre andauernde Liaison mit Soraya von Persien für Schlagzeilen. 1983 stellte er aus Tonbandinterviews, Dokumentar- und Filmmaterial die Dokumentation "Marlene" über Marlene Dietrich zusammen. In Norbert Kückelmanns "Morgen in Alabama" sah man Schell 1984 nach über 20 Jahren erstmals wieder in einem Film eines deutschen Regisseurs. Ein Jahr später hatte er die Titelrolle in der amerikanischen TV-Serie "Peter der Große". 1986 heiratete er die russische Schauspielerin Natalja Andreitschenko. 1989 wurde ihre gemeinsame Tochter Nastassja geboren. 2005 wurde die Ehe geschieden. Als mörderischer Regierungsrat glänzte Schell in Hans W. Geissendörfers Friedrich Dürrenmatt-Verfilmung "Justiz" 1993, einer wiederum deutschen Produktion.

Neben seiner filmschaffenden Arbeit war Maximilian Schell aber auch immer wieder auf internationalen Theaterbühnen zu sehen - den "Jedermann" bei den Salzburger Festspielen verkörperte er in den Jahren von 1978 bis 1982. In Jürgen Flimms "Through Roses" (1996) spielte Schell den jüdischen Geiger Carl Stern, der Auschwitz überlebte. Ein Jahr darauf lief Bernhard Sinkels TV-Zweiteiler "Maestro", darin spielte Schell einen Musiker, der Karriere machte. Viel beachtet war auch Schells Dokumentation über seine Schwester mit dem Titel "Meine Schwester Maria Schell", die im Jahr 2002 veröffentlicht wurde. Die bekanntesten Filme der letzten Jahre mit Schell waren "Deep Impact" und "Wer liebt, dem wachsen Flügel". Im Januar 2006 wurde Maximilian Schell mit dem Ehrenpreis des "Bayerischen Filmpreises" für sein Lebenswerk geehrt.

Großen Erfolg feierte Maximilian Schell im Frühjahr 2006 mit seiner Darstellung des Generals in Arthur Millers Bühnenstück "Resurrection Blues", das 90 Tage lang im Londoner Old Vic Theatre aufgeführt wurde. Die US-amerikanische Abenteuerkomödie "Brothers Bloom" nach der Regie von Rian Johnson zählte 2008 zu seinen letzten großen Rollen. 2009 wurde er mit dem "Bambi" für sein Lebenswerk ausgezeichte. Am 20. August 2013 heiratete Schell die 47 Jahre jüngeren deutschen Opernsängerin Iva Mihanovic, mit der er seit 2008 liiert war.

Maximilian Schell starb am 1. Februar 2014 im Landeskrankenhaus Innsbruck nach einer Operation am Rücken.
1955 - Kinder, Mütter und ein General

1957 - Die letzten werden die ersten sein

1957 - TV: Der Meisterdieb

1958 - Die jungen Löwen

1959 - TV: Eine Dummheit macht auch der Gescheiteste

1959 - TV: The Fifth Column

1960 - TV: Hamlet

1961 - Das Urteil von Nürnberg

1964- TV: Der seidene Schuh

1966 - Anruf für einen Toten

1967 - Der Befehl

1970 - Erste Liebe

1973 - Der Fußgänger

1975 - Ansichten eines Clowns

1976 - Steiner - Das eiserne Kreuz

1977 - Die Brücke von Arnheim

1979 - Geschichten aus dem Wienerwald

1979 - Das schwarze Loch

1983 - Marlene

1984 - Morgen in Alabama

1985 - Peter der Große

1989 - Der Rosengarten

1990 - The Freshman

1992 - Die Spur des Windes

1993 - Candles in the Dark

1994 - Little Odessa

1996 - The Vampyre War

1996 - TV: Through Roses

1997 - Maestro

1998 - Deep Impact

1999 - Wer liebt, dem wachsen Flügel

2000 - Fisimatenten
2000 - I love you, Baby

2002 - TV: Der Bestseller: Mord auf Italienisch

2002 - Meine Schwester Maria (Regie, Buch, Prod.)

2003 - TV: Coast to Coast

2006 - Das Haus der schlafenden Schönen

NameMaximilian Schell

Geboren am08.12.1930

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortWien (A).

Verstorben am01.02.2014

TodesortInnsbruck (A).