Biografie

Gerd Bucerius

Der promovierte Jurist, Richter und Rechtsanwalt engagierte sich nach der Zwangserfahrung der nationalsozialistischen Diktatur in Parlament, Politik und Verlagswesen am Wiederaufbau der Bundesrepublik. Gerd Bucerius prägte als Mitbegründer der Wochenzeitung "Die Zeit" und des Pressekonzerns "Gruner + Jahr" wesentlich die Verlags- und Pressekultur der Nachkriegszeit mit. Bereits 1973 gab Bucerius seine Anteile bei "Gruner + Jahr" an die "Bertelsmann AG" ab. Zugleich trat er in deren Aufsichtsrat ein; vorübergehend übernahm er auch deren Vorsitz. 1985 übertrug er außerdem Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt die redaktionelle Federführung über die Wochenzeitung...

Bedeutende Vertreter des deutschen Verlagswesens
Internationale Vertreter der Medienindustrie
Gerd Bucerius wurde am 19. Mai 1906 im westfälischen Hamm geboren.

Nach dem Abitur nahm er 1925 ein Jura-Studium auf, das er in Freiburg, Hamburg und Berlin absolvierte. 1932 schloss Bucerius die Studien mit der Promotion ab. Am 11. Oktober 1932 heiratet Bucerius Detta Goldschmidt (1910-1970). Im Anschluss daran übte er eine Richtertätigkeit in Kiel und Flensburg aus, um danach als Rechtsanwalt in Hamburg zu praktizieren. Infolge der nationalsozialistischen Machtübernahme durch Adolf Hitler im Januar 1933 wurde Bucerius für das Justizsystem der Diktatur dienstverpflichtet. Seine jüdische Ehefrau emigrierte im Dezember 1938 nach England. Am 19. Dezember 1945 wurde die Ehe geschieden.

Am 12. April 1947 heiratete er Gertrud Ebel (1911-1997) geb. Müller (gen. Ebelin). Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs engagierte sich Bucerius zunächst in der Politik: Er wirkte als Bausenator in der zerstörten Elbmetropole und arbeitete in der Zonenverwaltung am Wiederaufbau mit. Zugleich begann er jedoch auch, sich im Verlagswesen zu engagieren: 1946 wirkte Bucerius in Hamburg an der Gründung der Wochenzeitung "Die Zeit" mit. 1947 wurde er als Vertreter Hamburgs in den Wirtschaftsrat nach Frankfurt berufen, in dem er bis 1949 saß. 1949 zog Bucerius als Abgeordneter der CDU in den Bundestag ein. Zwei Jahre später wurde er Mehrheitseigner der Illustrierten "Stern".

Im Jahr 1952 berief man ihn zum Bundesbeauftragten für die Förderung der Berliner Wirtschaft, als welcher er bis 1957 amtierte. Ebenfalls 1957 stieg Bucerius zum alleinigen Verleger der "Zeit" auf. 1962 trat Bucerius aus der CDU aus, wodurch er auch aus dem Parlament ausschied. Das Jahr 1965 markierte dann den endgültigen Karriere-Durchbruch des Verlegers gegenüber dem Politiker Bucerius: Zusammen mit John Jahr sen. und Richard Gruner gründete er in Hamburg die "Gruner + Jahr GmbH & Co.", die neben dem Axel-Springer-Verlag den größten Pressekonzern der Bundesrepublik abgab.

Bereits 1973 gab Bucerius seine Anteile bei "Gruner + Jahr" an die "Bertelsmann AG" ab. Zugleich trat er in deren Aufsichtsrat ein; vorübergehend übernahm er auch deren Vorsitz. Für den ihm noch verbliebenen "Zeit"-Verlag setzte Bucerius 1977 Hilde von Lang als Geschäftsführerin ein. 1985 übertrug er außerdem Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt die redaktionelle Federführung über die Wochenzeitung. Dies bedeutete jedoch nicht, dass sich Bucerius damit völlig aus dem Verlagsgeschäft verabschiedet hätte: Mit der Kommerzialisierung des deutschen Fernsehens wirkte er 1988 an der Gründung der "Zeit-TV-GmbH" mit.

Im Jahr 1991 schied Bucerius dann jedoch auch aus dem "Bertelsmann"-Aufsichtsrat aus.

Gerd Bucerius starb am 29. September 1995 in Hamburg.


Bedeutende Vertreter des deutschen Verlagswesens
Internationale Vertreter der Medienindustrie

NameGerd Bucerius

Geboren am19.05.1906

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortHamm, Westfalen (D).

Verstorben am29.09.1995

TodesortHamburg (D).