Biografie

Brigitte Mohnhaupt

Die linksrevolutionäre Terroristin hinterließ als Mitglied der Roten Armee Fraktion RAF und als Vollsteckerin jener Gesinnung, neben Christian Klar, mit dem sogenannten "Deutschen Herbst" von 1977, eines der dunkelsten Kapitel der bundesdeutschen Nachkriegs-Geschichte. Brigitte Mohnhaupt trat ab 1971 weniger durch ihre politischen Überzeugungen und Wertevermittlungen, als viel mehr durch ihre grausamen Taten als exekutiver Part der RAF in Erscheinung. Nach zahlreichen gemeinschaftlich verübten Morden an Siegfried Buback, Jürgen Ponto, Hanns-Martin Schleyer und Weiteren, wurde Mohnhaupt rechtskräftig wegen Mordes verurteilt und für 24 Jahre in der JVA Aichach, Bayern inhaftiert...
Brigitte Margret Ida Mohnhaupt wurde am 24. Juni 1949 in Rheinberg geboren.

Aufgewachsen ist sie in bürgerlichen Verhältnissen. 1960 ließen sich ihre Eltern scheiden, worauf Mohnhaupt zu ihrer Mutter zog. 1967 legte sie in Bruchsal bei Karlsruhe am Schönborn-Gymnasium das Abitur ab. In Anschluss begann sie in München ihr Studium an der Philosophischen Fakultät der Universität München. 1968 heiratete Brigitte Mohnhaupt Rolf Heißler, der später ebenfalls Mitglied der RAF war. Die Ehe dauerte zwei Jahre und wurde 1970 geschieden. Durch ihre Nähe zu Karlsruhe blieb auch Mohnhaupt die sich hier formierende Roten Armee Fraktion nicht verborgen. Mohnhaupt entwickelte indes ein grenzenloses Gewaltpotential. Etwa im Jahr 1971 wurde sie Mitglied der RAF. Mohnhaupt beteiligte sich darauf an der Organisation, der Logistik und der Waffenbeschaffung.

Am 9. Juni 1972 wurde sie in Berlin verhaftet und zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt, aus der sie am 8. Februar 1977 entlassen wurde. Nachdem der Kern der RAF, bestehend aus Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe, inhaftiert wurde, oblag unter anderem Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar, nach den Morden an Generalbundesanwalt Siegfried Buback am 7. April 1977 und am Chef der Dresdner Bank, Jürgen Ponto, am 30. Juli 1977, die Aufsicht über den am 5. September 1977 entführten Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer, an dessen Verschleppung sie bereits mitgewirkt hatte, bei der Schleyers Fahrer sowie seine drei Begleiter ermordet wurden.

Grund für die Entführung von Schleyer war, ihn als Druckmittel zur Freipressung der RAF-Mitglieder einzusetzen. Jeder von ihnen, so die Forderung, sollte 100.000 DM erhalten und aus Deutschland ausgeflogen werden. Bundeskanzler Helmut Schmidt weigerte sich der Forderung nachzugeben und machte damit deutlich: "Die Bundesrepublik Deutschland ist nicht erpressbar". Vier arabische Terroristen entführten daraufhin am 13. Oktober 1977 die Lufthansa-Maschine "Landshut" auf dem Flug von Mallorca nach Frankfurt mit neuem Ziel Mogadischu. An Bord der "Landshut" befanden sich 82 Passagiere und 5 Besatzungsmitglieder. Damit schlossen sich die arabischen Entführer der RAF an und forderten ebenso die Freilassung der in Deutschland inhaftierten RAF Mitglieder.

Am 18. Oktober 1977 gelang es einer Spezialeinheit des Bundesgrenzschutzes, in einem spektakulären Einsatz, die Geiseln auf dem Rollfeld des Flughafens Mogadischu (Somalia) zu befreien. Nur wenige Stunden später begingen Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe, nach jahrelanger Isolationshaft, in der Strafvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim Selbstmord. Alle Bemühungen der Polizei, Hanns-Martin Schleyer zu finden und zu befreien, blieben erfolglos. Am 19. Oktober 1977 wurde Hanns-Martin Schleyer tot im Kofferraum eines Autos gefunden. Am 11. Mai 1978 wurde Mohnhaupt, zusammen mit Sieglinde Hofmann, Rolf Clemens Wagner und Peter-Jürgen Boock, in Jugoslawien verhaftet. Für die Auslieferung nach Deutschland forderte Jugoslawien den Austausch von acht Exilkroaten, was die Bundesregierung ablehnte.

Am 17. November 1978 durften die RAF-Gefangenen aus Jugoslawien in ein Land ihrer Wahl ausreisen. Am 15. September 1981 beteiligte sich Mohnhaupt in Heidelberg am Attentat auf US-General Frederick Kroesen, der dabei verletzt wurde. Am 11. November 1982 wurde Mohnhaupt erneut verhaftet und aufgrund der Taten der RAF im Zeitraum vom 1971 bis 1977 sowie des Attentats auf Frederick Kroesen, im März 1983 zu fünfmal lebenslänglich und zusätzlich zu 15 Jahren verurteilt. Die Mindesthaftstrafe betrug wegen der besonderen Schwere der Schuld 24 Jahre. Inhaftiert wurde sie in der JVA Aichach, Bayern. Ein Gesuch auf vorzeitige Entlassung Mohnhaupts wurde zum 21. Februar 2006 wegen der vorliegenden "besonderen Schwere der Schuld" abgelehnt. Am 12. Februar 2007 entschied das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart, dass Mohnhaupt am 27. März 2007 auf Bewährung zu entlassen ist.

In Übereinstimmung mit der Bundesanwaltschaft und einem psychiatrischen Sachverständigen gebe es "keine Anhaltspunkte für eine Gefahr, dass Mohnhaupt künftig neue schwere Straftaten begehen könnte". Ihre Entlassung löste ab Anfang 2007 öffentliche, kontroverse Diskussionen aus. Diese wurden davon getragen, von einem generellen Abbüssen einer solchen Tat Abstand zu nehmen.

NameBrigitte Mohnhaupt

Geboren am24.06.1949

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortRheinberg (D).