Biografie

Christian Klar

Der linksrevolutionäre Terrorist hinterließ als Mitglied der Roten Armee Fraktion RAF und als Vollstecker jener Gesinnung mit dem sogenannten "Deutschen Herbst" (1977), eines der dunkelsten Kapitel der bundesdeutschen Nachkriegs-Geschichte. Christian Klar trat weniger durch seine politischen Überzeugungen und Wertevermittlungen, als viel mehr durch seine grausamen und barbarischen Taten als exekutiver Part der RAF in Erscheinung. Nach seiner Festnahme wurde er vom Oberlandesgericht Stuttgart wegen neunfachen, gemeinschaftlich begangenen Mordes, darunter an Siegfried Buback, Jürgen Ponto, Hanns-Martin Schleyer sowie elffachen Mordversuchs zu fünfmal lebenslanger Haft und zusätzlich 15 Jahren Haft verurteilt worden; durch den Erwerb von Freistellungstagen wurde er 2008 vorzeitig entlassen...
Christian Klar wurde am 20. Mai 1952 in Freiburg im Breisgau geboren.

Sein Vater war Vizepräsident des Oberschulamtes Karlsruhe, seine Mutter war Gymnasiallehrerin. Klar besuchte das Hans-Thoma-Gymnasium in Lörrach, und nach dem Umzug nach Karlsruhe das Eichendorff-Gymnasium in Ettlingen, wo er 1972 sein Abitur ablegte. Im Anschluss studierte Klar kurzzeitig Geschichte und Philosophie in Heidelberg. Erstes politisches Interesse zeigte Christian Klar während seiner Schulzeit, als er kurzfristiges Mitglied der FDP wurde. 1973 zog er zurück nach Karlsruhe. Zusammen mit Adelheid Schulz und Günter Sonnenberg gründete er hier eine Wohngemeinschaft, in der später auch Knut Folkerts aufgenommen wurde. Am 30. Oktober 1974 beteiligte sich Klar mit der Besetzung des Hamburger Büros von Amnesty International an ersten radikalen Protesten, denen zahlreiche folgten.

Im Laufe der folgenden Jahre steigerte sich seine Gewaltbereitschaft ins Grenzenlose. 1976 wurde er Mitglied der RAF. Innerhalb der Gruppe war Christian Klar fortan maßgeblich an allen terroristischen Aktionen beteiligt. Nachdem der Kern der RAF, bestehend aus Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe, inhaftiert wurde, oblag u.a. Christian Klar, nach den Morden an Generalbundesanwalt Siegfried Buback am 7. April 1977 und am Chef der Dresdner Bank, Jürgen Ponto, am 30. Juli 1977, die Aufsicht über den am 5. September 1977 entführten Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer, an dessen Verschleppung er bereits mitgewirkt hatte, bei der Schleyers Fahrer sowie seine drei Begleiter hingerichtet wurden.

Grund für die Entführung von Schleyer war, ihn als Druckmittel zur Freipressung der RAF-Mitglieder einzusetzen. Jeder von ihnen, so die Forderung, sollte 100.000 DM erhalten und aus Deutschland ausgeflogen werden. Bundeskanzler Helmut Schmidt weigerte sich der Forderung nachzugeben und machte damit deutlich: "Die Bundesrepublik Deutschland ist nicht erpressbar". Vier arabische Terroristen entführten daraufhin am 13. Oktober 1977 die Lufthansa-Maschine "Landshut" auf dem Flug von Mallorca nach Frankfurt mit neuem Ziel Mogadischu. An Bord der "Landshut" befanden sich 82 Passagiere und 5 Besatzungsmitglieder. Damit schlossen sich die arabischen Entführer der RAF an und forderten ebenso die Freilassung der in Deutschland inhaftierten RAF Mitglieder.

Am 18. Oktober 1977 gelang es einer Spezialeinheit des Bundesgrenzschutzes, in einem spektakulären Einsatz, die Geiseln auf dem Rollfeld des Flughafens Mogadischu (Somalia) zu befreien. Nur wenige Stunden später begingen Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe, nach jahrelanger Isolationshaft, in der Strafvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim Selbstmord. Alle Bemühungen der Polizei, Hanns-Martin Schleyer zu finden und zu befreien, blieben erfolglos. Am 19. Oktober 1977 wurde Hanns-Martin Schleyer tot im Kofferraum eines Autos gefunden. Christian Klar wurde am 16. November 1982 bei Friedrichsruh im Sachsenwald bei Hamburg verhaftet, wo sich auch das RAF-Waffendepot "Daphne" befand.

Das Oberlandesgericht Stuttgart verurteilte ihn am 2. April 1985 aufgrund aller Taten der RAF von 1976 bis 1977, zu fünfmal lebenslanger Freiheitsstrafe und einer zeitigen Freiheitsstrafe von 15 Jahren. Ebenso wurde die "besondere Schwere der Schuld" festgestellt, die eine vorzeitige Haftentlassung verhinderte. 1997 entschied das OLG Stuttgart, dass die Mindestverbüßungsdauer 26 Jahre beträgt, eine Strafaussetzung und damit eine Haftentlassung würde frühestens ab dem 3. Januar 2009 möglich. Eine mögliche Entlassung löste ab Anfang 2007 öffentliche, kontroverse Diskussionen aus. Diese wurden davon getragen, dass Christian Klar weder seine Taten bereut hätte noch bereit gewesen währe, zu den Anschlägen auszusagen. So blieb es unklar, welcher der RAF-Terroristen genau welche Schüsse abgegeben hat.

Am 19. Dezember 2008 wurde Christian Klar, durch den Erwerb von Freistellungstagen, vorzeitig und auf Bewährung aus der Haft entlassen.

NameChristian Klar

Geboren am20.05.1952

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortFreiburg (D).