Biografie

Rudi Carrell

Der Entertainer feierte als Showmaster, Schauspieler, Produzent und Sänger große Erfolge, zuerst in seiner Heimat den Niederlanden und später vor allem in Deutschland. Jahrzehntelang prägte Rudi Carrell das deutsche Fernsehen. Der Durchbruch gelang ihm 1964 mit der Sendung "Die Rudi-Carrell-Show". Mit der legendären Sendung "Am laufenden Band" präsentierte er ab 1974 die erfolgreichste Unterhaltungs-Sendung des deutschen Fernsehens. Das von Carrell entwickelte Show-Konzept für RTL "7 Tage - 7 Köpfe" wurde zur erfolgreichsten Comedy-Produktion Europas. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen gehören u.a. der "Bambi", zwei "Goldene Kamera", das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und der Karl-Valentin-Orden...

Prominente Vertreter der deutschen Fernsehkultur
Rudi Carrell wurde am 19. Dezember 1934 im niederländischen Alkmaar als Rudolf Wijbrabd Kesselaar geboren.

Sein Vater und Großvater waren beide im Showgeschäft tätig. Carrell besuchte das Gymnasium, verließ es aber mit 16 Jahren und machte sich mit seinem Fahrrad auf nach Paris. Bis nach Brüssel ist er mit dem Rad gekommen, dort verkaufte er es und trampte weiter. Drei Monate schlug er sich auf der Pariser Champs-Élysées durch, lebte abwechselnd in einem Zelt oder auf der Parkbank. Mit 17 zurück in seiner Heimat, ersetzte er seinen Vater bei einem Gastspiel und blieb seitdem im Showgeschäft. Viele Jahre arbeitete er als Entertainer, Zauberkünstler, Bauchredner usw. in den Niederlanden.

Im Jahr 1957 heiratete Carrell die Niederländerin Truus de Vries. Aus dieser Ehe stammen die Töchter Annemieke (1958) und Caroline (1962). 1967 trennten sich die Ehepartner, zur Scheidung kam es erst 1973. Im Jahr 1959 machte ihn ein Fernsehauftritt mit eigenen Ideen über Nacht berühmt. Er bekam darauf eine monatliche Fernsehshow, die "Rudi-Carrell-Show", die er über 35 Mal für das holländische Fernsehen schrieb, produzierte und präsentierte. 1964 gewann er die Silberne Rose von Montreux für die "Rudi-Carrell-Show" des niederländischen Fernsehens. 1965 sendete Radio Bremen die Show mit großem Erfolg erstmals in Deutschland. Ab 1968 wurden seine Shows als Koproduktion von Radio Bremen und dem Süddeutschen Rundfunk ausgestrahlt.

Bis 1974 präsentierte er "Die Rudi-Carrell-Show", die im selben Jahr durch die Show "Am laufenden Band" abgelöst wurde und mit Einschaltquoten von 64 Prozent zur erfolgreichsten Sendung im deutschen Fernsehen avancierte. Seit 1970 war Carrell auch in Spielfilmen zusehen, meist in Klamotten wie "Tante Trude aus Buxtehude". Außerdem feierte er Erfolge mit seinen Schallplatten und lieferte mit "Wann wird´s mal wieder richtig Sommer" einen unvergessenen Hit. 1974 heiratete er die Bremerin Anke Bobbert, die Mutter seines Sohnes Alexander (1977). Auch als Werbeträger wurde Carrell gefragt, so auch als er für die Handelsgruppe EDEKA posierte. Die Firma schrieb der Kampagne mit Carrell ein Umsatzplus von 3,5 Prozent im Jahr 1979 zu.

Beim Fernsehen feierte Rudi Carrell im Herbst 1981 ein glänzendes Comeback mit "Rudi´s Tagesshow", einer Parodie auf die Nachrichtensendung "Tagesschau". Carrell zog sich damit den Unmut einiger Politiker zu und war sogar für eine diplomatische Krise mit dem Iran verantwortlich, weil er 1987 in seiner Show den Eindruck erweckte, der iranische Führer Khomeini hätte Damenunterwäsche von seinen Anhängern geschenkt bekommen. Teheran schloss darauf das Goethe-Institut und wies zwei Diplomaten aus. Die Krise wurde nach Carrells Entschuldigung beigelegt. Im Oktober 1987 ging Carrell mit "Herzblatt" auf Sendung, einer "Show zum Verlieben", die beim Bayerischen Rundfunk Einschaltquoten bis zu 50 Prozent erzielte.

Nach 128 Sendungen gab Carrell die Show an Reinhard Fendrich ab. Als 1988 die "Rudi-Carrell-Show" als Wunscherfüllungs-Show wieder ausgestrahlt wurde, war sie nach einer Leserumfrage einer Münchner Zeitung die beliebteste Show beim Publikum. Sein "Herzblatt" rangierte auf Platz drei. In weiteren Sendungen wie "Rudi´s Tiershow", "Die Post geht ab" und "Rudi´s Urlaubsshow" begeisterte er abermals Millionen von Zuschauern. Ab 1996 produzierte Carrell eine der erfolgreichsten Comedy-Shows Europas, "7 Tage - 7 Köpfe", bei der er auch vor der Kamera zu sehen war. Mit seinem Team, bestehend aus Mike Krüger, Gaby Köster, Jochen Busse, Kalle Pohl, Bernd Stelter und wechselnden Gaststars, bekam er den "Goldenen Löwen".

Carrell bekam in seiner langen Karriere viele weitere Auszeichnungen, unter anderem einen "Bambi" als "Bester Quizmaster", zweimal eine "Goldene Kamera", das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und den Karl-Valentin-Orden. Seine zweite Ehefrau Anke starb im Jahr 2000. 2001 heiratete er in dritter Ehe in Australien überraschend die damals 30jährige Hotelfachfrau Simone Felischak. Königin Beatrix ernannte ihn 2001 zum Ritter im niederländischen Löwen-Orden. Im September 2003 wurde Carrell er mit dem Ehrenpreis des Deutschen Fernsehpreises bedacht.

Auch nach seinem 70. Geburtstag im Dezember 2004 blieb der TV-Veteran dem Medium erhalten: Im Hintergrund wirkte Rudi Carrell weiterhin an der RTL-Comedy-Show "7 Tage, 7 Köpfe" mit. Nach vielen erfolgreichen Jahren wurde am 30. Dezember 2005 die letzte Folge von "7 Tage, 7 Köpfe" ausgestrahlt. Von 1985 bis 2000 war er mit der Drehbuchautorin Susanne Hoffmann liiert, wozu er sich 1997 öffentlich bekannte. Nach dem Tod seiner Frau Anke im Februar 2000 durch Herzversagen kam es auch zur Trennung von Susanne Hoffmann, die 2003 an einem Gehirntumor verstarb. 2001 heiratete er seine dritte Ehefrau, die Hotelfachfrau Simone Felischak.

Bei der Verleihung der Goldenen Kamera im Februar 2006 wurde Rudi Carrell mit dem Ehrenpreis für sein Lebenswerk geehrt. Gleichzeitig verabschiedete sich der an Lungenkrebs Erkrankte Entertainer von der Showbühne.

Rudi Carrell starb am 7. Juli 2006 an den Folgen seiner Krankheit.


Prominente Vertreter der deutschen Fernsehkultur
1960 – Wat een Geluk (Single)

1968 – Ein kleines Kompliment (Single)

1975 – Wann wird's mal wieder richtig Sommer? (Single)

1978 – Rudi, Rudi, noch einmal (Album)

1978 – Goethe war gut (Single)

1978 – Mein Dorf (Single)

1979 – Der Herr gab allen Tieren ihren Namen (Single)
1970 - Wenn die tollen Tanten kommen

1971 - Tante Trude aus Buxtehude

1971 -Glückspilze

1971 - Die tollen Tanten schlagen zu

1971 - Rudi, benimm dich

1971 - Hochwürden drückt ein Auge zu

1973 - Crazy - Total verrückt

1979 - Himmel, Scheich und Wolkenbruch

1988 - Starke Zeiten

1999 - Ritas Welt - Die Wasserschlacht

2002 - Das Amt, Die Akte Carrell
1964 – Rose von Montreux: Silberne Rose

1970 – Bambi

1974 – Goldene Kamera: Publikumspreis

1974 – Goldener Bildschirm

1975 – Löwe von Radio Luxemburg: Ehrenlöwe

1975 – Bambi

1975 – Bravo Otto in Silber

1979 – Bambi

1980 – Bambi

1982 – Goldene Kamera: "Rudis Tagesshow"

1982 – Goldene Europa: "Rudis Tagesshow"

1985 – Bundesverdienstkreuz I. Klasse

1987 – Ehrenpreis des WDR

1988 – Karl-Valentin-Orden

1991 – Goldene Kamera: Publikumspreis

1998 – Bambi: TV-Comedy "7 Tage, 7 Köpfe"

1998 – Goldener Löwe von RTL: "7 Tage, 7 Köpfe"

1998 – Bambi: Leserpreis

1999 – Goldener Gong: Beste TV-Comedy, "7 Tage, 7 Köpfe"

2001 – Deutscher Comedypreis: Ehrenpreis, Lebenswerk

2001 – Rose von Montreux: Ehrenrose

2001 – Ridder in de Orde van de Nederlandse Leeuw

2001 – Alexander-Graham-Bell-Medaille

2003 – Deutscher Fernsehpreis: Ehrenpreis

2003 – Romy für sein Lebenswerk

2004 – Deutscher Comedypreis: "7 Tage, 7 Köpfe"

2005 – Münchhausen-Preis

2006 - Mall of Fame

2006 – Goldene Kamera, Lebenswerk

NameRudolf Wijbrabd Kesselaar

AliasRudi Carrell

Geboren am19.12.1934

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortAlkmaar (NL).

Verstorben am07.07.2006

TodesortSyke bei Bremen (D).