Biografie

Damien Hirst

Der britische Aktions- und Installationskünstler zählt im Kreis um den britischen Kunstinvestor Charles Saatchi zu einem der bekanntesten Künstler der Young British Artists. Damien Hirst zog vor allem durch seine "Tier-Installationen" das Interesse der Kunstszene auf sich, löste aber auch heftige und kontroverse Reaktionen aus. Immer wieder kamen bei Hirsts Werken Fragen beziehungsweise Zweifel über deren Authentizität auf, da er bei nahezu allen seinen Exponaten auf helfende Hände angewiesen ist und oftmals nicht viel mehr als seine Idee in den Stücken steckt. Sein Werk thematisiert Leben, Krankheit und Tod. Zu seinen bekanntesten Werken gehören mehrere in Formaldehyd eingelegte Tierkörper sowie ein mit Diamanten besetzter menschlicher Schädel mit dem Titel "For the Love of God" aus dem Jahr 2007 ...
Damien Hirst wurde am 7. Juni 1965 als Sohn eines Automechanikers im englischen Bristol geboren.

In seiner Jugendzeit galt Hirst bereits als Rebell aber auch sein künstlerisches Talent stellte sich heraus. Nach dem Abschluss der Schule mit Abitur studierte Hirst von 1986 bis 1989 freie Kunst am Londoner Goldsmith College. Noch als Student wurde ihm 1988 die Verantwortung zur Planung einer Ausstellung übertragen, die in einem Lagerhaus in Londons Hafenviertel unter dem Titel "Freeze" stattfand und Werke von Hirst und seinen Mitstudenten zeigte. Diese Studentenausstellungen sind für Galeristen, Sammler und Kunstförderer eine willkommene Gelegenheit, um sich über die Talente von Morgen und deren Potential zu informieren. Bei "Freeze" wurde Charles Saatchi auf Damien Hirst aufmerksam und begann ihn zu fördern. Seine erste Einzelausstellung hatte Damien Hirst 1991 in der Woodstock Street Gallery in London mit dem Titel "In and Out of Love".

Zu dieser Zeit zeigte Hirst auch seine erste "Tier-Installation": "A Thousand Years" bestand aus einem großen Glasskasten, der einen verwesenden Rinderkopf enthielt, an dem sich Maden und Fliegen gütlich taten. Die Reaktionen waren kontrovers, von Euphorie über die Innovation bis hin zu Ekel und Angewidertheit. Saatchi war weiterhin überzeugt von Hirsts Extrovertiertheit und Rebellion. 1992 fand in der Saatchi Gallery im Norden Londons die erste Young British Artists Ausstellung statt, in der Hirst neben "A Thousand Years" auch "The Physical Impossibility of Death in the Mind of Someone Living" ausstellte, sein wohl bekanntestes Werk. Er konservierte in einem Glasstank einen Tigerhai in Formaldehyd. Dieses Werk erhielt 2006 wieder vermehrt öffentliches Interesse, da der Hai sich in seinem Formaldehyd-Bad zu zersetzen begann und die Frage aufkam, ob es den Wert des Exponates mindern würde, wenn man ihn austauschen würde, da es sich ja dann nicht länger um das Original handeln würde.

Hirst beschäftigte sich weiter mit der Installation von in Formaldehyd konservierten Tieren, so entstand 1994 das Schaf mit dem Titel "Away from the Flock", das in der Ausstellung "Some Went Mad, Some Ran Away" gezeigt wurde. Eine Lobby von Tierschützern begann inzwischen gegen Hirsts Arbeiten zu protestieren, ein Unbekannter gab schwarze Tinte in das Bassin mit dem Schaf und beschädigte somit das seinerzeit 250.000 Pfund teure Kunstwerk schwer. Die kontroverse öffentliche Diskussion um seine "Tier-Installationen" wurde 1995 umso mehr angefacht, als Damien Hirst der "Turner Prize" verliehen wurde. Es folgten fortan Ausstellungen rund um den Globus. Der Extremismus in seiner Arbeit fand ebenfalls 1995 in dem Werk "Two Fucking and Two Watching" seinen Höhepunkt. Hirst wollte eine verwesende Kuh und einen verwesenden Bullen in New York ausstellen, was die amerikanischen Gesundheitsbehörten jedoch unterbanden, da sie durch den Verwesungsgeruch hervorgerufene Übelkeit und Erbrechen bei den Besuchern befürchteten.

Im Jahr 1996 begann Damien Hirst seine Kreativität auf verschiedene Bereiche zu verzweigen. Er eröffnete im Londoner Stadtteil Notting Hill das Restaurant "Pharmacy", veröffentlichte seinen ersten Kurzfilm "Hanging Around" und produzierte ein Pop-Musik-Album mit dem Titel "Vindaloo". 1998 folgte seine Autobiografie "I Want to Spend the Rest of My Life Everywhere, with Everyone, One to One, Always, Forever, Now". In den folgenden Jahren befasste sich Hirst gleichwohl mit neuen Installationen, der Musik, aber auch immer wieder mit Wohltätigkeitsarbeiten. Zu einem seiner größten Ausstellungserfolge wurde im Jahr 2000 die "New York Show". Hier stellte er das Werk "Hymn" aus, welches Charles Saatchi für 1 Mio. Pfund erwarb. Immer wieder kamen bei Hirsts Werken Fragen beziehungsweise Zweifel über deren Authentizität auf, da er bei nahezu allen seinen Exponaten auf helfende Hände angewiesen ist und oftmals nicht viel mehr als seine Idee in den Stücken steckt.

So auch bei seinen "spin paintings" und den "spot paintings", von denen er gerade fünf Stück selbst gemalt haben soll. Am 1. Juni 2007 präsentierte er in der White Cube in London den mit 8.601 Diamanten besetzten Platinabguss eines menschlichen Schädels mit dem Titel "For the Love of God". Auf der Stirn befindet ein 52-Karat-Diamant. Das Werk wurde im August 2007 für 75 Millionen Euro verkauft. Damit stellte das Objekt nach Medienberichten die teuerste Arbeit zeitgenössischer Kunst dar.

Damien Hirst ist mit der Amerikanerin Maia Norman verheiratet und Vater der Söhne Connor (1995) und Cassius (2000).

NameDamien Hirst

Geboren am07.06.1965

SternzeichenZwillinge 22.05. - 21.06

GeburtsortBristol (GB).