Biografie

Heinz Rühmann

Der Schauspieler, Regisseur und Produzent Heinz Rühmann zählte ab den 1940er Jahren zu den erfolgreichsten Vertretern des deutschen Films. Unverkennbar spielte er sich als aufrichtiger, schüchterner und humorvoller Idealtyp in die Herzen seiner Zuschauer. Größte Erfolge feierte Rühmann mit Arbeiten wie "Quax, der Bruchpilot", "Die Feuerzangenbowle", "Die drei von der Tankstelle" oder "Wenn der Vater mit dem Sohne". Mit späteren Filmen wie "Der Hauptmann von Köpenick", "Der brave Soldat Schwejk" oder "Es geschah am helllichten Tag" unterstrich er seine Begabung als Charakterdarsteller und schuf eine neue Qualität des Kinos. Posthum wurde Ihm 1995 die Goldene Kamera als "Größter deutscher Schauspieler des Jahrhunderts" verliehen...
Heinz Rühmann wurde am 07. März 1902 als Sohn des Hoteliers Hermann Rühmann und dessen Frau Margarethe in Essen geboren.

Zunächst sollte er das Erbe seines Vaters antreten. Als seine Eltern sich scheiden ließen, war Rühmann gerade 14 Jahre alt. Sein Vater beging danach Selbstmord. 1919 nach Beendigung seiner Schulzeit, er hatte die Mittlere Reife am Gymnasium gemacht, nahm Rühmann Schauspielunterricht. Seine erste Theaterrolle bekam er ein Jahr später in dem Stück "Rose Bernd". Kurz darauf spielte Rühmann mit Theo Lingen am Residenztheater in Hannover. 1923 wurde Rühmann Mitglied am Schauspielhaus München, von wo er ein Jahr später zu den Münchner Kammerspielen wechselte. In dieser Zeit heiratete er die Schauspielerin Maria Herbot. Seine großen Rollen bekam Rühmann ab 1927 in Berlin bei Max Reinhardt. Unter anderem spielte er hier mit Marlene Dietrich und Hans Albers zusammen.

Im Jahr 1930 verwirklichte Rühmann seinen Traum und machte den Flugschein. In dieser Zeit entstand auch der berühmte Film "Die drei von der Tankstelle". Der Film, der einer der ersten deutschen Tonfilme war, machte ihn zum beliebtesten Schauspieler Deutschlands. In der Zeit des Zweiten Weltkrieges zeigte sich Rühmann indifferent gegenüber der Politik. Er versuchte sich mit den Regeln der nationalsozialistischen Kulturpolitik zu arrangieren, was seiner Karriere zugute kam. Zum Vorwurf machte man ihm später seine Freundschaft zu hochrangigen Mitgliedern des NS-Regimes. 1938 ließ er sich von seiner Frau scheiden. Kurz darauf heiratete er die Schauspielerin Hertha Feiler, mit der er auch einen Sohn bekam. Von 1938 bis 1945 war Rühmann Mitglied der Berliner Staatsbühnen unter der Leitung von Gustav Gründgens. Im Zweiten Weltkrieg wurde Rühmann als Pilot zur Wehrmacht eingezogen. Es entstand der lustige Film "Quax, der Bruchpilot", der 1941 von Propagandaminister Josef Goebbels eigens bei der Ufa-Film in Auftrag gegeben wurde, um das Volk bei "Laune" zu halten.

Im Jahr 1944 trat Rühmann in der legendären Komödie "Die Feuerzangenbowle" auf, einem jener Klassiker, die zur Beruhigung der "Heimatfront" in den Kriegsjahren produziert wurden. Der Streifen avancierte zu einem seiner bekanntesten Filme. Nach Kriegsende wurde Rühmann "entnazifiziert" und ein vorübergehendes Spielverbot wieder aufgehoben. Er zog mit seiner Familie nach München zurück und gründete hier 1947 die eigene Filmgesellschaft "Comedia". Doch dies brachte ihm kein Glück, er hatte mehrere Misserfolge. Erst als der Film "Keine Angst vor großen Tieren" anlief, ging es finanziell wieder aufwärts. Rühmann stieg zum angesehenen Schauspieler des deutschen Nachkriegskinos auf. Großen Erfolg hatte er u.a. auch mit "Der Hauptmann von Köpenick" von Carl Zuckmayer. Hierin spielte Rühmann einen Schuster, der sich die Kompetenzwirren der Militärhierarchie zunutze macht, um sich in die Position eines Hauptmanns zu versetzen. In den 1950er Jahren entstanden unter anderem erfolgreiche Unterhaltungs-Filme wie "Wenn der Vater mit dem Sohne", "Charleys Tante" und "Der Pauker".

Mit der Thriller "Es geschah am helllichten Tag" behauptete er sich in anspruchsvollen Rollen. 1957 wurde Rühmann mit dem Preis der Deutschen Filmkritik ausgezeichnet. Im Laufe der Zeit wurde aus dem Komiker ein Charakterschauspieler. Einen Film drehte Rühmann 1965 in Hollywood: "Das Narrenschiff" an der Seite von Vivien Leigh. Weiter entstand 1965 "Das Liebeskarussell" mit Gert Fröbe und Curd Jürgens. 1966 erhielt der Schauspieler das Große Bundesverdienstkreuz und 1972 den Bundesfilmpreis. 1968 bekam Rühmann die erste Fernsehrolle in dem Film "Tod eines Handlungsreisenden" von Arthur Miller. Zwei Jahre später starb seine Frau. Am 9. Oktober 1974 heiratete er in dritter Ehe Hertha Droemer. Nachdem der Kinofilm "Gefundenes Fressen" gedreht worden war, zog sich Rühmann von der Schauspielerei zurück, um nur noch gelegentlich im Fernsehen aufzutreten.

In dieser Zeit schrieb er seine Autobiographie "Das war’s". Ein letzter Film erschien dann aber doch noch 1993: "In weiter Ferne so nah" von Wim Wenders. 1995 wurde ihm posthum die Goldene Kamera als "Größter deutscher Schauspieler des Jahrhunderts" verliehen.

Heinz Rühmann starb am 3. Oktober 1994 im Alter von 92 Jahren am Starnberger See.
Schauspieler

1930 - Die drei von der Tankstelle

1930 - Einbrecher

1931 - Bomben auf Monte Carlo

1931 - Der Stolz der 3. Kompanie

1931 - Der brave Sünder

1933 - Heimkehr ins Glück

1933 - Lachende Erben

1934 - So ein Flegel

1934 - Ich heiße Benjamin

1936 - Allotria

1937 - Lumpaci Vagabundus

1937 - Der Mustergatte

1937 - Der Mann der Sherlock Holmes war

1938 - Nanu, Sie kennen Korff noch nicht

1938 - Fünf Millionen suchen einen Erben

1939 - Der Florentiner Hut

1940 - Kleider machen Leute

1941 - Hauptsache Glücklich

1941 - Ouax, der Bruchpilot

1944 - Die Feuerzangenbowle

1943 - Ich vertraue dir meine Frau an

1945 - Quax, in Afrika

1949 - Das Geheimnis der Roten Katze

1953 - Briefträger Müller

1953 - Keine Angst vor großen Tieren

1955 - Wenn der Vater mit dem Sohne

1955 - Charleys Tante

1955 - Zwischenlandung in Paris

1956 - Der Hauptmann von Köpenick

1957 - Vater sein dagegen sehr

1958 - Es geschah am helllichten Tag

1958 - Der Pauker

1958 - Der Eiserne Gustav

1959 - Ein Mann geht durch den Wald

1959 - Der Jugendrichter

1960 - Der brave Soldat Schwejk

1960 - Das schwarze Schaf

1961 - Max, der Taschendieb

1962 - Er kann's nicht lassen

1963 - Das Haus in Montevideo

1965 - Hokuspokus

1965 - Das große Liebeskarussell

1967 - Die Abenteuer des Kardinal Braun

1968 - Die Ente klingelt um halb acht

1971 - Der Kapitän

1973 - Oh, Jonathan - oh, Jonathan

1977 - Das chinesische Wunder

1993 - In weiter Ferne so nah


Produzent

1939 - Der Florentiner Hut

1939 - Paradies der Junggesellen

1940 - Kleider machen Leute

1941 - Quax, der Bruchpilot

1941 - Hauptsache glücklich!

1943 - Ich vertraue Dir meine Frau an

1944 - Die Feuerzangenbowle

1944 - Der Engel mit dem Saitenspiel

1947 - Quax in Afrika

1948 - Berliner Ballade

1949 - Ich mach Dich glücklich

1949 - Das Geheimnis der roten Katze

1950 - Herrliche Zeiten

1953 - Briefträger Müller


Regisseur

1938 - Lauter Lügen

1940 - Lauter Liebe

1944 - Der Engel mit dem Saitenspiel

1944 - Sophienlund

1948 - Die kupferne Hochzeit

1953 - Briefträger Müller


Audio Aufnahmen

1994 - Heinz Rühmann erzählt Geschichten.

1994 - Heinz Rühmann - Ein Leben für den Film / ZDF Profil.
1938
Internationale Filmfestspiele von Venedig: Medaille Schauspielerische Leistung (Der Mustergatte)

1949
Internationale Filmfestspiele von Venedig: Sonderpreis (Geistvolle Darstellung der deutschen Nachkriegsverhältnisse) für Berliner Ballade

1957
Golden Gate Award, bester Schauspieler (Der Hauptmann von Köpenick)

1957
Kunstpreis der Stadt Berlin

1957
Filmband in Gold Bester Hauptdarsteller (Der Hauptmann von Köpenick)

1959
Ernst-Lubitsch-Preis

1961
Preis der deutschen Filmkritik

1961
Filmband in Gold Bester Hauptdarsteller (Das schwarze Schaf)

1962
Bambi

1963
Bambi

1964
Bambi

1965
Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

1965
Bambi

1966
Silberner Bildschirm der Zeitschrift TV-Hören und Sehen

1967
Goldener Bildschirm

1967
Bambi

1968
Goldener Bildschirm

1968
Bambi

1969
Bambi

1971
Bambi

1972
Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland mit Stern

1972
Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film

1972
Goldene Leinwand (Sonderpreis) für besondere Verdienste

1972
Ehrenmedaille der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO) für das Lebenswerk

1972
Bambi

1973
Bambi

1977
Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland mit Stern und Schulterband

1977
Kultureller Ehrenpreis der Landeshauptstadt München

1978
Bambi

1981
Bayerischer Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst

1982
Silberner Chaplin-Stock des Verbandes Deutscher Filmkritiker

1982
Goldene Ehrenmünze der Landeshauptstadt München

1984
Bambi

1986
Bayerischer Filmpreis: Ehrenpreis

1989
Ernennung zum Professor honoris causa für Kunst und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

1990
Goldene Berolina

1992
Magdeburger Otto für das Lébenswerk

1994
Goldene Kamera für das Lebenswerk (postum)

NameHeinz Rühmann

Geboren am07.03.1902

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortEssen (D).

Verstorben am03.10.1994

TodesortStarnberg (D).

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