Biografie

Curd Jürgens

Der deutsche Schauspieler zählte zu den erfolgreichsten und charakterstärksten Vertretern des deutschen Kinos. Mit der Verfilmung von Carl Zuckmayers "Des Teufels General" (1954) gelang Curd Jürgens der internationale Durchbruch. Er war darauf an zahlreichen internationalen Produktionen beteiligt und arbeitete mit den populärsten Kollegen seiner Zeit zusammen. Jürgens spielte über vier Jahrzehnte hinweg in rund 160 Filmen mit. Filmtitel wie "Der Kurier des Zaren" (1956), "Fähre nach Hongkong" (1959) oder "James Bond 007 - Der Spion, der mich liebte" (1977) zählen zu seinen populärsten Arbeiten...
Curd Gustav Andreas Gottlieb Franz Jürgens wurde am 13. Dezember 1915 als Sohn eines wohlhabenden Hamburger Kaufmanns in München geboren.

Im Jahr 1925 zog Curd Jürgens mit der Mutter nach Berlin, wo er bis zu seinem Abitur das Gymnasium besuchte. Schon während dieser Zeit war er von der Schauspielerei fasziniert und begeistertes Mitglied der Theatergruppe. Im Alter von 17 Jahren verunglückte er schwer mit seinem Motorrad. In Folge der Verletzungen verlor er die Fähigkeit, Kinder zeugen zu können. Seine berufliche Karriere begann Jürgens als Reporter bei einem Berliner Abendblatt. Bei Walter Janssen ließ er sich in Schauspielerei ausbilden, so dass er 1935 am Metropoltheater in Dresden sein erstes Bühnenengagement in Ferdinand Raymonds Operette "Ball der Nationen" erhielt.

Noch im selben Jahr stand er erstmals für eine große Kinoproduktion als Kaiser Franz Josef in "Königswalzer" vor der Kamera. Trotz des Erfolges seines Kinodebüts kehrte er zunächst als Theaterschauspieler ans Theater am Kurfürstendamm in Berlin zurück und erhielt 1938 ein Engagement am Wiener Volkstheater. Ab 1941 spielte Curd Jürgens am Burgtheater Stücke wie "Romeo und Julia" und "Genoveva". Ab Mitte der 1940er Jahre war er kurzzeitig auch auf Theater-Tournee und Intendant des Straubinger Stadttheaters sowie Leiter des Pariser Hébertot Theaters. Seinen internationalen Durchbruch als Film- und TV-Schauspieler feierte Jürgens mit Arbeiten wie "Des Teufels General" nach Carl Zuckmayer von 1955 oder "Jakobowsky und der Oberst" von 1957.

Bei der Biennale 1955 wurde er für die Darstellung des "General Harras" in dem Film "Des Teufels General" mit dem Filmpreis "Goldener Löwe von San Marco" bedacht. Der Film, entstanden nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Carl Zuckmayer, war eine der erfolgreichsten deutschen Produktionen des Jahres. Zu dieser Zeit arbeitete er mit Stars wie Ingrid Bergman oder Romy Schneider zusammen, oder wie 1956 mit Brigitte Bardot in "... und ewig lockt das Weib". 1960 entstand der Film "Gustav Adolfs Page", an der Seite von Liselotte Pulver. In diesem humorvollen Drama begleitete sie als Page verkleidet ihren Geliebten Gustav Adolf, um mit ihm auf dem Schlachtfeld zu stehen. Zwei Jahre später entstand mit Jürgens "Die Dreigroschenoper" (1962), in der Gert Fröbe, Lino Ventura, Sammy Davis jr.. und Hildegard Knef mitwirkten.

Die Rolle des "Mackie Messer" überstrapazierte seine schauspielerischen Fähigkeiten, die sich in rund 160 Filmen dennoch in großer Vielfältigkeit ausbreitete. Zu seinen weiteren Rollen in literarischen Vorlagen zählen die Produktionen "Der Schinderhannes" (1958) von Carl Zuckmayer, "Die Schachnovelle" (1960) von Stefan Zweig oder das "Liebeskarussell" (1965) nach Arthur Schnitzlers "Der Reigen". Curd Jürgens galt im wahren Leben als Lebemann, der den Luxus und die Vergnügungen suchte. Jürgens musste sich seit den frühen 1970ern zahlreichen Herzoperationen unterziehen. 1976 erschien seine Autobiografie "Curd Jürgens: ... und kein bisschen weise".

Im Jahr 1977 verkörperte Jürgens, der wegen seiner Größe und seines Auftretens auch der "normannische Kleiderschrank" genannt wurde, den Gegenspieler von James Bond in "Der Spion der mich liebte" mit Roger Moore. Für seine schauspielerischen Leistungen wurde Curd Jürgens vielfach international ausgezeichnet. Während seiner langen Karriere war er fünfmal verheiratet - mit Lulu Basler (ab 1938), Judith Holzmeister (ab 1955), Eva Bartok (ab 1958), Simone Bicheron (ab 1958) und Margie Schmitz (ab 1978). Für "Killer sind immer unterwegs" mit Alain Delon stand er letztmals vor der Kamera.

Curd Jürgens starb am 18. Juni 1982, im Alter von 67 Jahren in Wien.
Kinoproduktionen / Auswahl

1935 - Königswalzer

1942 - Wen die Götter lieben

1943 - Frauen sind keine Engel

1944 - Wiener Mädeln

1948 - Der Engel mit der Posaune

1952 - 1. April 2000

1953 - Meines Vaters Pferde

1954 - Rummelplatz der Liebe

1954 - Orient-Express

1954 - Eine Frau von Heute

1954 - Des Teufels General

1955 - Teufel in Seide

1955 - Die Ratten

1955 - Die Helden sind müde

1956 - Und immer lockt das Weib

1956 - Der Kurier des Zaren

1957 - Duell im Atlantik

1958 - Die Herberge zur 6. Glückseligkeit

1958 - Jakobowsky und der Oberst

1958 - Der Schinderhannes

1960 - Katja, die ungekrönte Kaiserin

1959 - Fähre nach Hongkong

1960 - Gustav Adolfs Page

1960 - Schachnovelle

1962 - Der längste Tag

1962 - Die Dreigroschenoper

1963 - Flucht der weißen Hengste

1964 - Lord Jim

1966 - Blüten, Gauner und die Nacht von Nizza

1966 - Der Kongress amüsiert sich

1966 - Zwei Girls vom roten Stern

1968 - Der Arzt von St.Pauli

1968 - Die Artisten in der Zirkuskuppel: Ratlos

1969 - Luftschlacht um England

1969 - Die Schlacht an der Neretva

1973 - In der Schlinge des Teufels

1977 - James Bond 007 - Der Spion, der mich liebte

1979 - Steiner - Das Eiserne Kreuz Teil 2

1981 - Killer sind immer unterwegs ("Teheran 43", UdSSR)


TV-Produktionen, Serien / Auswahl

1968 - Babeck

1972 - Der Kommissar: Der Traum eines Wahnsinnigen

1973 - Der Kommissar: Ein Mädchen nachts auf der Straße

1973 - Collin

1973 - Klimbim, Jürgens in zwei Episoden

1975 - Derrick: Madeira

1978 - Tatort: Rot, rot, tot

1982 - Smileys People: Dame, König, As, Spion

NameCurd Jürgens

Geboren am13.12.1915

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortMünchen (D).

Verstorben am18.06.1982

TodesortWien (A).