Biografie

Max Reinhardt

Der österreichisch-ungarische Theaterschauspieler und Regisseur gilt als Begründer des modernen Regietheaters. Max Reinhardt beeinflusste als Schauspieler, Regisseur und Intendant in Berlin und in Wien während der ersten drei Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts maßgeblich die Geschichte des deutschsprachigen Theaters. Die europäische Theaterkultur verlor durch seine Emigration in die USA infolge des Aufstiegs des deutschen Nationalsozialismus einen ihrer bedeutendsten Repräsentanten...
Maximilian Goldmann Reinhardt wurde am 9. September 1873 in Baden unweit der österreichischen Hauptstadt als ungarischer Staatsbürger geboren.

Seine Familie gehörte der jüdischen Gemeinde an. Bereits mit 17 Jahren feierte Reinhardt 1890 sein Debüt als Bühnenschauspieler. Von 1894 bis 1903 zählte er zum Ensemble von Otto Brahm am "Deutschen Theater" in Berlin. In der Hauptstadt des deutschen Kaiserreichs war Reinhardt 1901 auch an der Gründung der kabarettistischen Bühne "Schall und Rauch" beteiligt. 1902 wurde das Kabarett in "Kleines Theater" umbenannt. Max Reinhardt übernahm in den Jahren von 1903 bis 1905 dessen Leitung.

Zugleich führte er ebenfalls in Berlin von 1903 bis 1906 das "Neue Theater", das später als "Theater am Schiffbauerdamm" titulierte. Reinhardt beschränkte sich nicht nur auf die Leitung der Theater, sondern arbeitete zunehmend auch als Regisseur. 1905 zog er mit seiner Inszenierung von Shakespeares "Sommernachtstraum" die Aufmerksamkeit des Berliner Theaterpublikums auf sich. Max Reinhardt emanzipierte sich von seinem Lehrer Brahm, indem er dessen Naturalismus überwand und dagegen auf alle Mittel der Theaterinszenierung zurückgriff.

Im Jahr 1905 übernahm Reinhardt die Leitung des "Deutsche Theaters" von seinem Lehrmeister. In den dort im folgenden Jahr eröffneten "Kammerspielen" bot er dem Publikum einen vielfältigen Spielplan und ein bunt zusammengesetztes Ensemble. Reinhardt inszenierte zeitgenössische Dramatiker, konzentrierte sich aber bevorzugt auf die Neuinterpretation von Klassikern und antiken Dramen. Bedeutend in diesem Zusammenhang waren etwa "Faust I" (1909), "König Ödipus" (1910), "Faust II" (1911) und die "Orestie" (1919). 1920 zählte Reinhardt zu den Begründern der Salzburger Festspiele.

Im selben Jahr trat er die Leitung seiner Berliner Theater an Friedrich Hollaender ab. 1923 wurde er in Wien zum Intendanten des "Theaters in der Josefstadt" berufen. Ein Jahr später erneuerte er seine Theatertätigkeit an der Spree, wo er die "Komödie am Kurfürstendamm" eröffnete. In den Jahren von 1929 bis 1932 fungierte Reinhardt wieder als Leiter aller seiner Berliner Bühnen. Infolge der nationalsozialistischen Machtübernahme durch Adolf Hitler im Januar 1933 emigrierte Reinhardt, der aufgrund seiner jüdischen Glaubensrichtung mit Berufsverbot und Verfolgung zu rechnen hatte, aus Deutschland.

Im Jahr 1937 ließ sich der Schauspieler und Regisseur endgültig in den USA nieder, deren Staatsbürgerschaft er 1940 erhielt.

Maximilian Goldmann Reinhardt starb am 30. Oktober 1943 in New York City.

NameMax Reinhardt

Geboren am09.09.1873

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortBaden (A).

Verstorben am30.10.1943

TodesortNew York City (USA).