Biografie

Lino Ventura

Der italienische Schauspieler wurde zunächst Europameister im Ringen und startete nach einem Sportunfall seine große Karriere beim Film. Lino Ventura avancierte in den 1950er Jahren als Held zahlreicher Krimis zu einer der bedeutendsten Figuren des italienischen und französischen Films. Er spielte in rund 75 Kinoproduktionen zumeist den kantigen Typen. Populär wurden seine Darstellungen in Gangsterfilmen wie "Wenn es Nacht wird in Paris", "Fahrstuhl zum Schafott", "Der Clan der Sizilianer" oder "Der Maulwurf", in denen Lino Ventura einzigartig den harten und integren Kommissar und Gangster in anspruchsvollen Rollen mimte...
Lino Ventura, mit bürgerlichem Namen Angelo Borrini, wurde als Sohn einer Kaufmannsfamilie am 14. Juli 1919 im italienischen Parma geboren.

Im Jahr 1927 emigrierte die Familie nach Frankreich, wo sie sich in Paris niederließ. Er arbeitete später als Hoteljunge, Mechaniker, Handelsvertreter und Büroangestellter. Privat interessierte er sich für den Ringsport, dem er schließlich als Profi-Ringer nachging. 1950 wurde er, nach seiner steilen Karriere, Europameister im Ringen. Ventura kam nach einem Sportunfall, der das Ende seiner Profikarriere bedeutete, Ende der 1950er Jahre zur Schauspielerei. Seinen Durchbruch als Filmschauspieler markierte 1953 der französische Krimi "Wenn es Nacht wird in Paris" neben Jean Gabin und Jeanne Moreau.

Begeistert vom Filmgeschäft nahm er nun weitere Rollen an, vorzugsweise als Polizist und Gangster. "Der Mörder kam um Mitternacht" etablierte ihn 1959 bereits als Charakterdarsteller. 1960 folgte an der Seite von Hardy Krüger und Charles Aznavour die Produktion "Taxi nach Tobruk". Zum Star des italienischen und französischen Films avancierte Ventura 1963 in "Der Panther wird gehetzt" neben Jean-Paul Belmondo. Im selben Jahr entstand mit Gert Fröbe und Belmondo "100.000 Dollar in der Sonne". Mit Lino Ventura folgten Filme wie "Der Gorilla lässt schön grüßen" und "Das Raubtier rechnet ab".

Häufig stand Ventura noch im Schatten seines Kollegen und Mentors Jean Gabin. Darauf brillierte er in Meisterwerken wie "Fahrstuhl zum Schafott" (1957), "Die Abenteurer" (1966) oder "Armee im Schatten" (1969), in dem er in der Rolle eines Resistanzekämpfers zu sehen war. Der politisch konservative Ventura führte mit seiner Frau Odette über vier Jahrzehnte eine Ehe ohne Schlagzeilen. Mitte der 1960er Jahre hatten er und seine Frau, veranlasst durch die schwere Behinderung ihrer jüngsten Tochter, die Stiftung "Schneeglöckchen" gegründet.

Mit Jean-Pierre Melvilles Gangsterklassiker "Der zweite Atem" feierte Ventura 1966 einen internationalen Erfolg. Im selben Jahr begeisterte er das Publikum mit Filmen wie "Die großen Schnauzen" und "Die Abenteurer", für den er mit Alain Delon vor der Kamera stand. Gemeinsam mit Jean Gabin und Alain Delon entstand mit dem Film "Der Clan der Sizilianer" (1969) einer der bedeutendsten Gangster-Filme des Jahrzehnts. Ventura galt als verschlossener, menschlicher und einzelgängerischer Typ, was er in vielen Filmen auch zum Ausdruck brachte, so auch in "Der Kommissar und sein Lockvogel", "Die Filzlaus", "Die Macht und ihr Preis", "Der Maulwurf", "Das Verhör" und in "Die 100 Tage von Palermo".

Im Jahr 1981 lieferte er sich in dem kriminalistischen Kammerspiel "Das Verhör" ein faszinierendes Schauspielduell mit Michel Serrault. 1982 spielte Ventura die Rolle des Galeerensträflings "Jean Valjean" in "Die Legion der Verdammten". Legendär wurde auch seine Rolle als Kommissar Verjeat in "Adieu Bulle". Der bis ins Alter aktive Schauspieler drehte mit dem Film "La Rumba" aus dem Jahr 1986 seine letzte Kinoproduktion. Im selben Jahr entstand mit "Sword of Gideon" ein TV-Spielfilm über das Attentat von 1972 auf das Olympiateam Israels in München.

Lino Ventura starb am 22. Oktober 1987 in Paris an einem Herzinfarkt.
1953 - Wenn es Nacht wird in Paris
1955 - Razzia in Paris
1955 - Das Gesetz der Straße
1956 - Dem Satan ins Gesicht gespuckt
1956 - Schuld und Sühne
1956 - Spione
1957 - Fahrstuhl zum Schafott
1957 - Kommissar Maigret stellt eine Falle
1957 – Morphium
1957 - Mord und kesse Motten
1957 - Der Gorilla lässt schön grüßen
1957 - Die Nacht bricht an
1957 - Du hast noch drei Tage
1957 - Auf schiefer Bahn
1958 - Guten Tag, ich bin ihr Mörder
1958 - Montparnasse 19
1958 - Das Raubtier rechnet ab
1958 - Marie-Octobre
1959 - Der Panther wird gehetzt
1959 - 125 Rue Montmartre
1959 - Ihr Verbrechen war Liebe
1959 - Der Mörder kam um Mitternacht
1959 - Die Schüler
1960 - Herrin der Welt
1960 - Herrin der Welt II
1960 - Mädchen im Schaufenster
1960 - Taxi nach Tobruk
1961 - Das Jüngste Gericht findet nicht statt
1961 - Vor Salonlöwen wird gewarnt
1961 - Der König von Poggio Reale
1962 - Madeleine und der Seemann
1962 - Wir bitten zu Bett
1962 - Der Teufel und die zehn Gebote
1962 - Die Dreigroschenoper
1962 - Carmen von Trastevere
1963 - Mein Onkel, der Gangster
1963 - El Cordoba - Schrei des Rebellen
1963 - 100.000 Dollar in der Sonne
1964 - Mordrezepte der Barbouzes
1965 - Nimm's leicht, nimm Dynamit
1965 - Schieß, solange du kannst
1965 - Ganoven rechnen ab
1966 - Der zweite Atem
1966 - Die Abenteurer
1966 - Die großen Schnauzen
1966 - Die Haut des Anderen
1968 - Im Dreck verreckt
1969 - Der Clan der Sizilianer
1969 - Armee im Schatten
1970 - Der Kommissar und sein Lockvogel
1971 - Rum-Boulevard
1971 - Die Filzlaus kehrt zurück
1971 - Die Entführer lassen grüßen
1972 - Ich - Die Nummer eins
1972 - Die Valachi-Papiere
1973 - Die Filzlaus
1973 - Ein glückliches Jahr
1973 - Zwei Fäuste des Himmels
1974 - Die Ohrfeige
1974 - Der Ehekäfig
1975 - Adieu, Bulle
1975 - Die Macht und ihr Preis
1978 - Ein Mann in Wut
1978 - Der Schrecken der Medusa
1978 - Mord in Barcelona
1980 - Les séducteurs
1980 - Vier Asse hauen auf die Pauke
1981 - Der Maulwurf
1981 - Das Verhör
1982 - Der Rammbock
1982 - Die Legion der Verdammten
1984 - Die 100 Tage von Palermo
1984 - Tödliche Angst
1986 - La rumba
1986 - Sword of Gideon

NameAngelo Borrini

AliasLino Ventura

Geboren am14.07.1919

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortParma (I).

Verstorben am22.10.1987

TodesortParis (F).