Biografie

Alain Delon

Der französische Schauspieler, Regisseur und Produzent gehörte in den 1960er und 1970er Jahren zu den großen Stars des französischen und internationalen Kinos. In "Der Leopard" 1962, an der Seite von Burt Lancaster und unter Regie von Visconti, behauptete er sich als Charakterdarsteller. Weltberühmt wurde Alain Delon in "Der eiskalte Engel" (1967). Als "Jeff Costello" verkörperte er darin die eindringlichste Figur des so genannten "Film Noir". Zu seiner erfolgreichsten Arbeit wurde die Eigenproduktion "Borsalino" (1970). Für die Rolle des alkoholkranken Tankwarts in "Geschichte eines Lächelns" wurde Delon erstmals 1985 mit dem César ausgezeichnet. Medienwirksam war seine Beziehung zu der deutschen Schauspielerin Romy Schneider, die als unglückliche Liebe endete. Zahlreiche Vorwürfe zu kriminellen Verbindungen brachten ihm indes negative Schlagzeilen...
Alain Delon wurde am 8. November 1935 im französischen Sceaux geboren.

Delon erlebte keine geborgene Kindheit. Die Eltern ließen sich früh scheiden und Alain wuchs bei Pflegeeltern auf. Nach deren Tod musste er ins Internat. Delon, der als schwer erziehbar galt, konnte dort nicht bleiben und wechselte regelmäßig die Schulen. 1952 meldete er sich als Fallschirmspringer zur französischen Kolonialarmee und wurde nach Indochina versetzt, wo er bis 1955 blieb. 1956 kehrte er nach Frankreich zurück und arbeitete neben dem Schauspielunterricht in diversen Jobs. Entdeckt wurde der auffallend schöne Delon im selben Jahr bei den Filmfestspielen in Cannes. Delon unterzeichnete seinen ersten Kinovertrag, so dass er im Jahr 1957 erstmals in einer großen Produktion mit dem Titel "Killer lassen bitten" spielte und auf sich aufmerksam machen konnte. Der Steifen wurde ein Erfolg und Delon avancierte zum Star.

Im Jahr 1958 lernte Alain Delon die deutsche Schauspielerin Romy Schneider kennen und im März 1959 verlobten sie sich. Die Beziehung machte international Schlagzeilen und füllte fortan die Gazetten der Boulevardpresse. In seinen ersten Rollen spielte Delon meist den eiskalten Mörder und Verbrecher. So 1959 in "Nur die Sonne war Zeuge", nach dem Roman "Der talentierte Mr. Ripley" von P. Highsmith. 1960 folge "Rocco und seine Brüder" unter der Regie von Luciano Visconti. Mit "Der Leopard" 1962, an der Seite von Burt Lancaster und nochmals unter Regie von Visconti, etablierte er sich als zentrale Figur des "Film Noir" der 1960er Jahre. Mit Jean Gabin war Delon im Jahr 1963 in dem Krimi-Streifen "Lautlos wie die Nacht" zu sehen. Es folgten zahlreiche weitere Filme. 1964 kam die Trennung von Romy Schneider.

Delon ging nach Amerika, um dort Filme zu machen. 1968 wurde Delons Leibwächter erschlagen aufgefunden. Während der Untersuchungen der Behörden kamen Beweise über langjährige Beziehungen zur Unterwelt zum Vorschein. Auch seine damalige Frau Nathalie wurde seinerzeit in einen Drogen- und Sexskandal hineingezogen. Es wurden Kontakte zu hochrangigen Politikern nachgewiesen, mit denen er an Waffengeschäften beteiligt war. Der Mord an seinem Leibwächter konnte nie aufgeklärt werden. Alain Delon gründete Ende der 1960er Jahre zwei Film-Produktionsgesellschaften, mit denen er einige Filme, unter anderem im Jahr 1969 "Der Clan der Sizilianer" und "Borsalino" produzierte. Darin spielte Delon mit Jean-Paul Belmondo die Hauptrolle. Beide zählten zu den prominentesten und gefragtesten Schauspielern Frankreichs.

Einen großen Erfolg feierte der Schauspieler nochmals, auch in den 1970er Jahren, mit "Die Abenteurer" (1966) an der Seite von Lino Ventura, mit dem Spionagefilm "Scorpio" (1972), dem Psychodrama "Die Löwin und ihr Jäger" mit Simone Signoret, dem Kriminalfilm "Der Zigeuner" (1975). Der Politkrimi "Der Fall Serrano" zählt zu den Höhepunkten des Mimen. Anfang der 1980er Jahre drehte Alain Delon zumeist anspruchslose Action-Filme wie zum Beispiel "Rette deine Haut Killer" (1981) oder "Killer sind immer unterwegs" (1981); ausgenommen davon waren Projekte wie "Reise in die Unendlichkeit" oder "Notre histoire". Indes brachte ihn der frühe Tod von Romy Schneider 1982 zurück in die Schlagzeilen. "Eine Liebe von Swann" zählt 1983 zu den wenigen Filmen außerhalb des Action-Genres.

Für die Rolle des alkoholkranken Tankwarts in "Geschichte eines Lächelns" wurde Delon erstmals 1985 mit dem César für eine Rolle ausgezeichnet. 1990 fand er mit "Nouvelle Vague" zurück auf die Kinoleinwand. 1995 wurde er mit den "Goldenen Bären" in Berlin für sein Lebenswerk. In "Alle meine Väter" stand Delon im Jahr 1998 schließlich, fast 30 Jahren nach "Borsalino", erneut mit Belmondo vor der Kamera. Delon verkörpert in diesem Film einen Juwelendieb, der zusammen mit einem ehemaligen Fremdenlegionär, gespielt von Jean-Jean-Paul Belmondo, die schöne Gegenspielerin der russischen Mafia retten muss. Zu seinen TV-Projekten zählen unter anderem die Titelrolle in der Serie "Fabio Montale" aus dem Jahr 2001 und "Frank Riva" (2003). Weitere Auftritte hatte er im abenteuerlichen TV-Familiendrama "Le Lion".

Alain Delons Sohn Anthony Delon, der aus der Ehe mit Francine Canovas stammt, wurde ebenfalls Schauspieler. Große Anerkennung als Schauspieler fand Alain Delon anlässlich seines 70sten Geburtstages im November 2005. Jedoch wurde dem Mimen auch dieser Tag wieder sein privates Engagement und seine politische Unterstützung rechter Politiker vorgeworfen. 2008 stand er für "Asterix bei den Olympischen Spielen" (Astérix aux Jeux Olympiques) vor der Kamera. 2010 folgte "Un mari de trop!".
1957 - "Killer lassen bitten".

1967 - "Der eiskalte Engel".

1959 - "Nur die Sonne war Zeuge".

1960 - "Rocco und seine Brüder".

1963 - "Lautlos wie die Nacht".

1963 - "Schwarze Tulpe".

1964 - "Die Hölle von Algier".

1964 - "Der gelbe Rolls Royce".

1965 - "Sie fürchten weder Hölle noch Teufel".

1966 - "Die Abenteurer".

1967 - "Der Eiskalte Engel".

1969 - "Borsalino".

1968 - "Der Swimmingpool".

1969 - "Der Clan der Sizilianer".

1971 - "Rivalen unter roter Sonne".

1974 - "Zorro".

1974 - "Duell in sechs Stunden".

1976 - "Monsieur Klein".

1979 - "Airport 80".

1984 - "Eine Liebe von Swahn".

1985 - "Geschichte eines Lächelns".

1990 - "Nouvelle Vague".

1992 - "Casanovas Rückkehr".

1993 - "Das Wespennest".

1993 - "Der eiskalte Wolf".

1994 - "Der Teddybär".

1994 - "Hundert in einer Nacht".

1995 - "Der Anwalt".

1998 - "Alle meine Väter".

1998 - "Half A Chance".

NameAlain Delon

Geboren am08.11.1935

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortSceaux (F).