Biografie

Angela Merkel

Die promovierte Naturwissenschaftlerin stellt seit Herbst 2005 den achten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Dr. Angela Merkel zählt als CDU-Generalsekretärin (ab 1998) und als Bundesvorsitzende der CDU (ab 2000) zu den erfolgreichsten Vertreterinnen der deutschen Politik. Als eine der wenigen Politikerinnen aus den neuen Bundesländern, die Zugang zu den höheren Machtetagen der Bundespolitik gefunden haben, war sie im Vorfeld der Bundestagswahl 2002 als Kanzlerkandidatin der CDU/CSU im Gespräch, um dann jedoch Edmund Stoiber den Vortritt einzuräumen. Infolge der Wahlniederlage der Union rückte Merkel zur CDU-Fraktionsvorsitzenden im deutschen Bundestag auf, so dass sich die Politikerin in den beiden höchsten Führungsämtern der Partei von 2002 bis 2005 für die Position der Kanzlerkandidatin der Union profilierte...

Die Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland
Angela Dorothea Merkel wurde am 17. Juli 1954 in Hamburg als erstes Kind von Horst Kasner und Herlind, geb. Jentzsch geboren.

Horst Kasner hatte zunächst in Heidelberg und anschließend in Hamburg Theologie studiert, seine Frau war Lehrerin für Latein und Englisch. Noch 1954 siedelte die Familie Kasner von Hamburg in die DDR über. Sie wuchs in Templin (Brandenburg) auf, wo sie den größten Teil ihrer Jugend verbrachte. Nach dem Abitur studierte sie von 1973 bis 1978 in Leipzig Physik. Ihren Einstieg ins Berufsleben fand sie nach dem Abschluss des Studiums als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Zentralinstitut für Physikalische Chemie an der Akademie der Wissenschaften in Berlin. Hier stand insbesondere das Feld der Quantenchemie im Vordergrund ihrer Forschungen. Merkel promovierte 1986 mit der Arbeit zur Teilchenbeschleunigung bei einfachen Kohlenwasserstoffen zum Dr. rer. nat. Im Zuge des Umbruchs in der DDR, der im Herbst 1989 zum Zusammenbruch der SED-Herrschaft unter Erich Honecker und zum Fall der Berliner Mauer führte, trat Angela Merkel gegen Jahresende dem Demokratischen Aufbruch bei. Im Februar 1990 wurde sie Pressesprecherin der neuen Partei.

Nach den ersten freien Volkskammerwahlen am 18. März 1990 wurde die Politikerin zur stellvertretenden Regierungssprecherin der neuen Regierung unter Lothar de Maizière ernannt. Im August 1990 erfolgte ihr Beitritt zur CDU. Merkel wurde im Dezember 1990 als Direktkandidatin in den Deutschen Bundestag gewählt. Seither vertrat sie dort den Wahlkreis 267 (Stralsund, Rügen, Grimmen). In den letzten beiden von Helmut Kohl geführten Legislaturen amtierte Merkel darüber hinaus von 1991 bis 1994 als Bundesministerin für Frauen und Jugend und von 1994 bis 1998 als Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Darüber hinaus war Merkel von Mai 1993 bis Mai 2000 Vorsitzende des CDU-Landesverbandes von Mecklenburg-Vorpommern. Zugleich fungierte sie 1991 bis 1998 als stellvertretende Parteivorsitzende der CDU. Infolge der Wahlniederlage von 1998, dem damit verbundenen politischen Rückzug des langjährigen Bundeskanzlers Kohl und der personellen Umstrukturierung und Verjüngung der CDU-Führung, wurde Merkel am 7. November 1998 zur CDU-Generalsekretärin gewählt. Zusammen mit dem (stellvertretenden) Fraktionsvorsitzenden Friedrich Merz stieg sie zur neuen Führungsgeneration der CDU auf.

Merkel heiratete am 30. Dezember 1998 in zweiter Ehe mit Joachim Sauer, Professor für Chemie, verheiratet. Sie wurde Mutter von zwei Stiefsöhnen aus erster Ehe ihres Mannes. Am 10. April 2000 wurde sie durch die Delegation des Essener Parteitags zur Vorsitzenden der CDU Deutschlands gewählt. Im Vorfeld der Bundestagswahl 2002 stand eine Kandidatur der CDU-Politikerin zur Diskussion. Ihre Partei verzichtete jedoch auf eine innovative Weichenstellung und die erste ernstzunehmende Kanzlerkandidatin in der Geschichte der Bundesrepublik. Offenbar auf Druck der CSU setzte sich Edmund Stoiber als Kanzlerkandidat der Union in der Bundestagswahl von 2002 durch. Während des heißen Wahlkampfs im Sommer 2002 zeichnete sich Merkel durch eine rückhaltslose Unterstützung des Kanzlerkandidaten aus. Unmittelbar nach der Wahlniederlage der Union am 22. September 2002 rückte die CDU-Chefin in der Nachfolge des zurückgetretenen Friedrich Merz zur Fraktionsvorsitzenden der Union im Bundestag auf. Als erste Frau nahm Merkel somit die höchsten Ämter in der CDU-Parteiführung wahr. Die CDU-Parteivorsitzende und CDU-Fraktionsvorsitzende profilierte sich in der nachfolgenden Legislatur als harte Oppositionsführerin. In der Irak-Frage, die durch den US-amerikanischen und britischen Angriff auf den Golfstaat im März 2003 auf umstrittene Weise gelöst wurde, plädierte Merkel für eine Unterstützung der "Kriegspartei" um den US-Präsidenten George W. Bush und den britischen Premier Tony Blair.

Nach dem überwältigenden Wahlsieg Edmund Stoibers bei den bayerischen Landtagswahlen vom 21. September 2003 stellte sich erneut die Konkurrenzfrage in der CDU/CSU-Führung. Dennoch wurde Merkel am 23. September 2003 mit großer Mehrheit als Fraktionsvorsitzende wiedergewählt. Bei der Landtagswahl im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen erzielte die CDU unter Jürgen Rüttgers am 22. Mai 2005 einen glänzenden Wahlsieg. Nach 39 Jahren Landesregierung sah sich dort die SPD in die Opposition gezwungen. Da die Landtagswahl als Vorentscheidung für die bevorstehende Bundestagswahl galt, sah sich Bundeskanzler Gerhard Schröder zur Reaktion gezwungen: Noch am Wahltag verkündete er seine Bereitschaft zu vorgezogenen Neuwahlen im Herbst 2005. Die CDU-Vorsitzende Merkel galt seither als sichere Kanzlerkandidatin der CDU/CSU, zumal bereits im Vorfeld der nordrhein-westfälischen Landtagswahl eine solche Lösung auch von CSU-Chef Stoiber unterstützt worden war. Am 30. Mai 2005 wurde Merkel von der CDU/CSU offiziell zur Kanzlerkandidatin der Union für die bevorstehende Bundestagswahl gekürt. Merkel zog somit als erste Frau in den Wahlkampf für das Amt des deutschen Bundeskanzlers.

Bei den vorgezogenen Bundestagswahlen vom 18. September 2005 konnte jedoch Gerhard Schröder für die SPD trotz anfänglich schlechter Prognosen mit 34,3% der Stimmen ein beachtliches Ergebnis erzielen. Demgegenüber erreichte die CDU/CSU mit 35,2% nur einen knappen Vorsprung, während die FDP mit 9,8% und die neue Linkspartei mit 8,7% zu den eigentlichen Gewinnern der Wahl zählten. Da FDP-Chef Guido Westerwelle ein Zusammengehen mit der SPD und den Grünen strikt ablehnte und seine Partei wegen des schlechten Abschneidens der CDU auch keine regierungsfähige Koalition mit den Konservativen bilden konnte, blieb als einzige Möglichkeit nach der Wahl die Option der Großen Koalition. Kurz nach der Wahl wurde sie am 20. September 2005 als Fraktionsvorsitzende der Union bestätigt. Mitte Oktober 2005 wurde Merkel nach dem Verzicht eines Kanzlerschaftsanspruchs durch Schröder zur ersten Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland bestimmt. Der Bundestag wählte Angela Merkel am 22. November 2005 mit deutlicher Mehrheit zum achten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Dabei erhielt sie 397 der 614 möglichen Abgeordnetenstimmen. Damit wurde Angela Merkel die erste Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland. Ebenso wurde sie die erste ostdeutsche Politikerin in diesem Amt.

Ende März 2006 legte Merkel ein Acht-Punkte-Programm für die zweite "Etappe" der Legislaturperiode vor. Darin wurden geplante Anstrengungen in den Bereichen Föderalismusreform, Bürokratieabbau, Forschung und Innovation, Energiepolitik, Haushalts- und Finanzpolitik, Familienpolitik, Arbeitsmarktpolitik und insbesondere Gesundheitsreform formuliert. Am 27. November 2006 wurde Merkel auf dem Bundesparteitag der CDU mit 93 Prozent der Stimmen erneut zur Bundesvorsitzenden der Partei gewählt. Vertreten durch Merkel und den Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hatte die Bundesrepublik Deutschland vom 1. Januar bis 30. Juni 2007 den Vorsitz im Rat der Europäischen Union inne. Im Herbst 2008 wurde, wie durch die Insolvenz zahlreicher großer Finanzinstitute, das Ausmaß der internationalen Finanzkrise deutlich. Die IKB, die Hypo Real Estate und einige deutsche Landesbanken wie auch private Institute mussten Abschreibungen in erheblicher Höhe vornehmen. Am 8. Oktober 2008 gab die Regierung Merkel eine Garantieerklärung für die Spareinlagen in Deutschland ab. Diese Garantie galt für jedes Institut und für jeden Sparer eines Institutes, das Teil der deutschen Einlagensicherung war.

Im Rahmen eines umfangreichen Rettungs- und Konjunkturpakets galt 2009 großes Engagement dem angeschlagenen Automobilbauer Opel; einem Tochterunternehmen des US-Konzerns General Motors. Zur Stützung der Automobilindustrie führte die Regierung eine Umweltprämie von 2.500 € für den Kauf eines Neuwagens ein. Zur Wahl des 17. Deutschen Bundestags am 27. September 2009 erreichten Unionsparteien und die FDP zusammen die notwendige Mehrheit für die von beiden Seiten angestrebte Bildung einer schwarz-gelben Koalition. Dabei erzielten CDU und CSU ihr jeweils schlechtestes Ergebnis seit 1949. Nachdem sich die Koalitionsparteien auf einen Koalitionsvertrag geeinigt und diesen unterzeichnet hatten, wurde Angela Merkel am 28. Oktober 2009 mit 323 von insgesamt 612 abgegebenen Stimmen erneut zur Bundeskanzlerin gewählt. Am 7. Juni 2011 wurde sie durch Barack Obama mit der Presidential Medal of Freedom ausgezeichnet, der höchsten zivilen Auszeichnung der USA. In Folge der Nuklearkatastrophe von Fukushima, beschloss die Bundesregierung einen Wechsel in der Energiepolitik. Am 6. Juni 2011 einigte sich das Kabinett Merkel für das Abschalten von acht Kernkraftwerken und den stufenweißen Atomausstieg bis 2022.

In der Zuspitzung der europäischen Finanzkrise und dem drohenden Konkurs Griechenlands, hatten Union und FDP am 29. September 2011 der Aufstockung des Euro-Rettungsschirms mit der erhofften Kanzlermehrheit zugestimmt: 315 Abgeordnete der Regierungskoalition stimmten für den Rettungsfonds, bei 15 Abweichlern. Der EFSF soll damit statt 240 zukünftig 440 Milliarden Euro operativ zur Verfügung haben, um überschuldete Euro-Staaten zu stützen. Die Bundes-Gewährleistungen steigen somit um 88 Milliarden Euro auf 211 Milliarden Euro. Im Kampf gegen den "Islamischen Staat" (IS) startete Deutschland am 15. August 2014 Hilfsflüge in den Irak. Vier Bundeswehrflugzeuge brachten 36 Tonnen Sanitätsmaterial und Lebensmittel nach Erbil. Ende August 2014 entschied sich die Bundesregierung, die irakischen Kurden mit Panzerabwehr- sowie schweren Handfeuerwaffen und Munition zu unterstützen. Am 9. Dezember 2014 wurde sie zum achten Mal zur CDU-Vorsitzenden gewählt worden. Auf dem Parteitag in Köln erhielt sie 96,7 Prozent der gültigen Stimmen.


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2006:
Großkreuz des Verdienstordens der Italienischen Republik

2007:
Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland

2007:
Ehrendoktorwürde in Philosophie der Hebräische Universität Jerusalem

2007:
World Statesman Award der Appeal of Conscience Foundation

2007:
König-Abdulaziz-Orden

2008:
Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

2008:
Ehrenmitglied bei Energie Cottbus

2008:
Karlspreis zu Aachen

2008:
Orden El Sol del Perú

2008:
Ehrendoktorwürde der Fakultät für Physik und Geowissenschaften der Universität Leipzig

2008:
Doktor ehrenhalber der Polytechnische Universität Breslau

2009:
Ehrendoktorwürde der New Yorker New School

2009:
Ehrendoktorwürde der Universität Bern

2009:
Eric-M.-Warburg-Preis der Atlantik-Brücke

2010:
Stara Planina (Bulgarien)

2010:
Ehrendoktorwürde der Universität Russe in Bulgarien

2010:
Ehrendoktorwürde der Universität Babeș-Bolyai

2010:
Leo-Baeck-Medaille

2011:
Presidential Medal of Freedom (USA)

2011:
Ehrendoktorwürde der Universität Tel-Aviv

NameAngela Merkel

Geboren am17.07.1954

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortHamburg (D).