Biografie

Friedrich Merz

Der Jurist zählte zur neuen Führungsriege der CDU, die nach dem politischen Rückzug des Altkanzlers Helmut Kohl infolge der Wahlniederlage von 1998 an die Parteispitze gelangt war. Friedrich Merz war von Februar 2000 bis zur Wahlniederlage der Union im September 2002 Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, um danach dort den stellvertretenden Fraktionsvorsitz wahrzunehmen. Zum Jahresende 2004 legte der führende Finanzexperte der CDU jedoch seine leitenden Parteiämter nieder ...
Friedrich Merz wurde am 11. November 1955 in Brilon als Ältester von vier Geschwistern geboren.

Im Jahr 1975 beendete er die Schule mit dem Abitur in Rüthen/Möhne. Anschließend leistete Merz bis 1976 bei der Panzerartillerie den Wehrdienst. 1976 zog er nach Bonn, um Rechts- und Staatswissenschaften zu studieren. Merz legte im Januar 1982 sein erstes juristisches Staatsexamen in Düsseldorf ab und absolvierte von 1982 bis 1985 seinen Referendardienst am Landgericht Saarbrücken. Von 1985 bis 1986 war Friedrich Merz als Richter am Amtsgericht in Saarbrücken tätig. 1986 ließ er sich als Anwalt nieder.

In den Jahren von 1986 bis 1989 engagierte sich der Jurist im Verband der Chemischen Industrie in Bonn und Frankfurt. 1990 erfolgte sein Eintritt in die Anwaltssozietät Leinen & Derichs, Oberlandesgericht Köln. Von 1989 bis 1994 war Merz als Vertreter des Bezirks Sauer-/Siegerland Mitglied des Europäischen Parlaments. Für den Hochsauerlandkreis ist Merz seit Oktober 1994 im Deutschen Bundestag vertreten. Dort engagiert er sich in der letzten von Helmut Kohl geführten Legislatur seit Februar 1996 im Finanzausschuss der CDU/CSU-Fraktion.

Im Januar 1997 wurde Merz Mitglied des CDU-Landesvorstands von Nordrhein-Westfalen. 1998 war er als Berichterstatter der CDU/CSU-Fraktion für die Einführung des EURO tätig. Infolge der CDU/CSU-Wahlniederlage von 1998, die den politischen Rückzug des langjährigen Bundeskanzlers Kohl sowie die personelle Umstrukturierung und Verjüngung der Parteiführung nach sich zog, stieg Merz mit anderen Exponenten der jüngeren Generation wie Angela Merkel zur Parteiführung auf.

Von Oktober 1998 bis Februar 2000 amtierte Merz als stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Ab November 1998 saß er außerdem im Bundesvorstand der CDU. Am 29. Februar 2000 wurde Friedrich Merz zum Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion erhoben. Als solcher war er an exponierter Stelle für den Wahlkampf zur Bundestagswahl 2002 mitverantwortlich. Unmittelbar nach der Wahlniederlage der Union am 22. September 2002 kündigte Merz seinen Rücktritt vom Fraktionsvorsitz an.

Die Funktion ging künftig auf die Parteivorsitzende Angela Merkel über. Merz fungierte dagegen in der Folge als stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. Dabei profilierte er sich als vehementer Gegner der rot-grünen Reformpläne im Sozial- und Gesundheitsbereich. Als sich nach dem überwältigenden Wahlsieg Edmund Stoibers in Bayern am 21. September 2003 ein kompromissbereites Einlenken der CDU/CSU gegenüber der Reformpolitik der Bundesregierung abzeichnete, kündigte Merz seinen Rücktritt an.

Erst nach längerer Debatte erklärte sich der stellvertretende Fraktionsvorsitzende zu einer Fortführung seines Amtes bereit, in dem er am 23. September 2003 bestätigt wurde. In der Folge geriet der Finanzexperte der CDU jedoch in zunehmenden Gegensatz zur Parteichefin Merkel. Im Zuge des parteiinternen Streits über die Reformpolitik der Union kündigte Merz Mitte Oktober 2004 seinen Rücktritt aus allen Führungsämtern an. Auf dem Parteitag vom Dezember verzichtete er auf eine erneute Kandidatur für das CDU-Präsidium. Zum Jahresende 2004 trat er auch als stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag zurück.

Unmittelbar nach seinem Ausscheiden aus der CDU-Führungsriege meldete sich der Finanzexperte mit seinem neuen Buch "Nur wer sich ändert, wird bestehen" zu Wort, in dem er die wichtigsten wirtschaftspolitischen Probleme des Landes thematisierte. Merz wandte sich in der Folge dem Journalismus zu, um ab Jahresbeginn 2005 für die Wochenzeitung "Rheinischer Merkur" tätig zu werden. Mit Wirkung zum 1. Juli 2009 wurde er zum Vorsitzenden der Atlantik-Brücke berufen. Anfang Januar 2010 wurde er weiter in den Verwaltungsrat der Bank HSBC Trinkaus berufen, wo er die Nachfolge des verstorbenen Otto Graf Lambsdorff einnahm.

NameFriedrich Merz

Geboren am11.11.1955

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortBrilon.