Biografie

Jürgen Rüttgers

Der promovierte Jurist und überzeugte Katholik stellte von 2005 bis 2010 den Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen. Er engagiert sich seit 1970 bei der CDU, für die er zunächst eine kommunalpolitische Karriere in Pulheim vollzog und dann von 1980 bis 1986 den Landesvorsitzenden der Jungen Union in Nordrhein-Westfalen stellte. Jürgen Rüttgers war von 1993 bis 1998 stellvertretender Landesvorsitzender der CDU in Nordrhein-Westfalen und amtierte in der letzten Legislatur Helmut Kohls von 1994 bis 1998 als Bundesbildungs- und Forschungsminister. Ab 1999 Landesvorsitzender der CDU in Nordrhein-Westfalen, stand er von 2000 bis 2005 der CDU-Fraktion im Düsseldorfer Landtag vor. Durch seinen Wahlsieg bei der Landtagswahl 2005 löste Rüttgers die SPD nach 39 Jahren an der Regierung des bevölkerungsreichsten Bundeslandes ab...

Die Ministerpräsidenten der Bundesrepublik Deutschland
Jürgen Rüttgers wurde am 26. Juni 1951 in Köln geboren. Sein Vater war Elektromeister.

Nach dem Abitur nahm Rüttgers ein Studium der Geschichte und Rechtswissenschaften auf. Die juristischen Staatsexamen legte er 1975 und 1978 ab. 1979 promovierte er ebenfalls in Jura. Bereits mit 19 Jahren begann Rüttgers sein politisches Engagement: Er trat 1970 in die CDU ein, für die er von 1975 bis 1980 im Stadtrat von Pulheim vertreten war. Rüttgers begann seine berufliche Laufbahn 1978 als Referent beim Städte- und Gemeindebund von Nordrhein-Westfalen. Dort blieb er bis 1980 tätig. Ebenfalls 1980 wurde Rüttgers zum Landesvorsitzenden der Jungen Union Rheinland erhoben. Diese Funktion nahm er bis 1986 wahr. 1981 trat er auch in den Landesvorstand der CDU Rheinland, dann CDU Nordrhein-Westfalen, ein. 1985 übernahm er den Vorsitz des CDU-Kreisverbandes Erftkreis. Im beruflichen Bereich war Rüttgers 1980 bis 1987 als Erster Beigeordneter für Stadtentwicklung, Finanzen und Umweltschutz bei der Stadt Pulheim tätig.

Im Jahr 1987 zog Rüttgers für die CDU erstmals in den Bundestag ein, in dem er bis 2000 vertreten blieb. Im deutschen Parlament profilierte er sich mit dem Vorsitz der Enquête-Kommission "Technikfolgenabschätzung und -bewertung" und in der Funktion des Parlamentarischen Geschäftsführers. Rüttgers stieg 1993 zum stellvertretenden Landesvorsitzenden der CDU in Nordrhein-Westfalen an der Seite Norbert Blüms auf. In der letzten Legislatur unter Bundeskanzler Helmut Kohl wurde er 1994 zum Bundesminister für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie berufen. Während seiner Amtszeit als Bildungs- und Forschungsminister zeichnete Rüttgers für eine Bafög-Reform verantwortlich. Mit seiner Reform des Hochschulrahmengesetzes scheiterte er allerdings am Widerstand der Länder. In Hinblick auf die neuen Medien sorgte er für das Informations- und Telekommunikationsdienstesgesetz (IuKDG), das allerdings kontrovers diskutiert wurde. Infolge der christdemokratischen Wahlniederlage bei der Bundestagswahl von 1998 schied Rüttgers aus dem Ministeramt aus. Da Norbert Blüm zugleich sein Amt als nordrhein-westfälischer CDU-Landesvorsitzender niederlegte, wurde Rüttgers 1999 zum neuen CDU-Landeschef gewählt.

In den Jahren 1998 bis 2000 fungierte Rüttgers als stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag. 2000 trat er auch in den Bundesvorsitz der CDU ein. Im Jahr 2000 erlitt Rüttgers als CDU-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl von 2000 in Nordrhein-Westfalen eine Niederlage gegenüber dem sozialdemokratischen Amtsinhaber Peer Steinbrück. Bundesweites Aufsehen erregte er mit seiner Wahlkampflosung "Kinder statt Inder", mit der er die Förderung zuwandernder ausländischer IT-Fachkräfte bei gleichzeitiger Vernachlässigung der einheimischen Schul- und Bildungspolitik durch die rot-grüne Bundesregierung kritisierte. Rüttgers zog 2000 in den Düsseldorfer Landtag ein, weshalb er sein Bundestagsmandat niederlegte. Im Landtag Nordrhein-Westfalens stellte er bis 2005 den CDU-Fraktionsvorsitzenden. Bei der nordrhein-westfälischen Landtagswahl vom 22. Mai 2005 trug der erneut als Spitzenkandidat seiner Partei angetretene Rüttgers einen überwältigenden Sieg davon.

Erstmals nach 39 Jahren musste die SPD die Regierung über das bevölkerungsreichste Land abgeben. Der designierte Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens kündigte eine Koalition mit der FDP an. Noch am Wahlabend reagierte die Bundesregierung unter Gerhard Schröder auf die empfindliche Niederlage mit der Ankündigung von vorgezogenen Neuwahlen für den Herbst 2005. 2009 kämpfte er erfolgreich für die Opel-Belegschaft und gegen die mögliche Schließung des Opel-Werkes in Bochum. Zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2010 trat er erneut als Spitzenkandidat für die CDU an. Am 14. Juli 2010 wurde im Amt durch Hannelore Kraft (SPD) als Ministerpräsidentin abgelöst. Am 24. Juni 2010 kündigte er seinen Rückzug von allen politischen Ämtern an.

Seit 2010 arbeitet er als Rechtsanwalt und Autor politikwissenschaftlicher Texte und Bücher. 2014 wurde ihm durch die Universität Bonn die Honorarprofessur verliehen, er lehrt dort am Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie

Jürgen Rüttgers ist mit der Kindergärtnerin Angelika verheiratet, mit der er drei Kinder hat.


Die Ministerpräsidenten der Bundesrepublik Deutschland

NameJürgen Rüttgers

Geboren am26.06.1951

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortKöln (D).