Biografie

Tony Blair

Der britische Politiker stellte von 1997 bis 2007 den Premierminister von Großbritannien. Von 1994 bis 2007 war er zugleich Vorsitzender der Labour-Partei. Während seiner Amtszeit machte sich Tony Blair insbesondere um das Nordirland-Friedensabkommen sowie um die Sanierung des Staatshaushaltes verdient. Blairs größter außenpolitischer Einsatz galt infolge des Terror-Angriffs auf die USA vom 11. September 2001 der Bekämpfung des internationalen Terrorismus. Zu diesem Zweck machte der britische Premier in seiner zweiten Amtsperiode einen globalen Führungsanspruch an der Seite des US-amerikanischen Präsidenten George W. Bush geltend, der innenpolitisch nicht ohne Widerrede blieb. 2007 übergab er die Führung der Labour-Partei an den bisherigen Schatzkanzler Gordon Brown...

Die Europäische Union
Anthony Charles Lynton Blair, genannt Tony, wurde am 6. Mai 1953 im schottischen Edinburgh als Sohn von Leo und Hazel Blair geboren.

Blair wuchs in wohlhabenden Verhältnissen auf. Tony Blair verbrachte den größten Teil seiner Jugend im nordenglischen Durham. Sein Vater, ein Rechtsanwalt, war Mitglied der Konservativen Partei. Leo Blair strebte eine Kandidatur für das britische Unterhaus an, erlitt jedoch einen Schlaganfall, als Tony Blair elf Jahre alt war. Nach der Schule studierte er Politische Wissenschaften am St John’s College in Oxford. Bereits 1975 begann Blair mit dem Eintritt in die Labour Party seine politische Karriere. 1983 wurde Blair für die Partei erstmals ins Unterhaus gewählt. 1987/88 war er als Arbeits- und Innenminister Mitglied des Schattenkabinetts von John Smith. Es folgten verschiedene Führungsaufgaben für die Ressorts Energie, Arbeit, Handel und Finanzen.

Im Juli 1994 erhob man Blair zum Vorsitzenden der Labour Party. In dieser Funktion begann er mit der organisatorischen und programmatischen Neuausrichtung der Partei. Er erneuerte die Struktur der Partei ebenso wie ihre Programme, Inhalte und Ziele. Als Ausdruck der Erneuerung titulierte sich die Partei fortan als "New Labour". Nach den Parlamentswahlen von 1997 erfolgte Blairs Ernennung zum englischen Premierminister. Damit stieg der charismatische Politiker mit 43 Jahren zum jüngsten vereidigten Regierungschef in der Geschichte Großbritanniens seit 1812 auf. In seiner Amtszeit ergriff Blair zahlreiche erfolgreiche Initiativen zur Sanierung des Staatshaushaltes.

Als umstrittene Maßnahmen galten dabei zunächst die von ihm durchgesetzten Einsparungen im Sozialbereich, die besonders bezüglich der Gesundheitsfürsorge und Altersvorsorge Kritik hervorriefen. Hohe Verdienste und internationale politische Akzeptanz erlangte der britische Premier durch seinen diplomatischen Einsatz, der 1998 die Unterzeichnung des "Nordirland-Friedensabkommen" ermöglichte. Durch Blairs Initiative konnte die katholische Minderheit in der Provinz Ulster einen großen Fortschritt im Kampf um Gleichberechtigung erzielen. Für seine Verdienste um die Menschlichkeit wurde Blair 1999 mit dem Karlspreis der Stadt Aachen bedacht.

Durch die Parlamentswahlen vom Juni 2001 wurde die Regierung Blair für eine zweite Amtsperiode bestätigt. Blairs größter außenpolitischer Einsatz galt infolge des 11. Septembers 2001 der Bekämpfung des internationalen Terrorismus. In diesem Zusammenhang hat Großbritannien unter seiner Regierung mit den USA eine Führungsrolle übernommen. In bedingungsloser Solidarität mit den USA und unter Anerkennung des NATO-Vertrages, entsandte Blair Truppenverbände ins afghanisch-pakistanische Krisengebiet. Im Vorfeld des sich abzeichnenden US-Militärschlags gegen den Irak stellte sich Blair ab Sommer 2002 ebenso vorbehaltlos auf die Seite des US-Präsidenten George W. Bush. Er erklärte die britische Bereitschaft, sich mit den USA an die Spitze eines Angriffskrieges gegen den Irak zu stellen.

In diesem Zusammenhang profilierte sich der britische Premier auch als Vermittler in dem Konflikt, der zwischen der US-Administration und der zweiten rot-grünen Regierung unter Gerhard Schröder und Joschka Fischer um die Irak-Frage im September/Oktober 2002 entbrannt war. Am 20. März 2003 eröffneten britische Truppen zusammen mit US-amerikanischen Verbänden ohne UNO-Mandat einen Krieg gegen den Irak, der innerhalb weniger Wochen zum Sturz des Regimes von Saddam Hussein führte. Die britische Beteiligung an der weltweiten und vor allem auch unter den europäischen Regierungen umstrittenen Aggression, stürzte Blairs Kabinett in eine Krise, die noch im März 2003 den Rücktritt mehrerer Minister zur Folge hatte.

Im Juli 2003 wurde bekannt, dass die Geheimdienstdokumente über irakische Urankäufe, die von der US-Administration und der britischen Regierung gegenüber der Öffentlichkeit als Vorwand für den Militärschlag gegen Hussein und den Irak angeführt worden waren, auf einer Fälschung beruhten. In die Manipulation soll auch der italienische Geheimdienst Sismi verstrickt gewesen sein, der die betreffenden Papiere an den britischen Dienst weitergeleitet hatte. David Kelly, wissenschaftlicher Berater des britischen Verteidigungsministeriums, nahm sich am 17. Juli 2003 das Leben, nachdem öffentlich bekannt geworden war, dass er den Medien Hinweise auf die Informationsmanipulationen im Vorfeld des Irak-Krieges gegeben hatte.

Premierminister Blair lehnte indes jede Verantwortung und alle Rücktrittsforderungen ab. Zu Jahresbeginn 2005 ließ Blair verlauten, dass er bei den nachfolgenden Parlamentswahlen im Mai für eine dritte Amtsperiode zur Verfügung stehen wollte, um somit erst 2009 die politische Macht abzugeben. Im Vorfeld des Urnengangs musste Blair einen kurzen Wahlkampf gegen seinen konservativen Herausforderer Michael Howard ausfechten. Eine Woche vor den Wahlen erklärte der britische Premierminister Gordon Brown zu seinem möglichen Nachfolger an der Regierungsspitze. Diese Strategie zahlte sich insofern aus, dass viele Briten nun doch Labour wählten, obwohl sie mit der persönlichen Führung Blairs nicht einverstanden waren.

Bei den britischen Parlamentswahlen vom Mai 2005 wurde Blair mit 36% der Stimmen für eine dritte Amtszeit bestätigt. Er ging damit als erster Labour-Premier in seine dritte Legislatur. Zugleich erzielte er das schlechteste Wahlergebnis, das jemals von einem siegreichen Politiker bei den Unterhauswahlen erreicht worden war. Bei Beginn seiner dritten Legislatur legte Blair eine selbstbewusste Europa-Politik an den Tag. Nach den negativen Volksabstimmungen über die EU-Verfassung in Frankreich und den Niederlanden im Mai/Juni 2005 sagte er das britische Referendum zu diesem Thema kurzerhand wieder ab. In der Frage der EU-Subventionen für den britischen Haushalt verfocht Blair eine unnachgiebige Position gegenüber Frankreichs Premier Chirac, der eine Aufhebung dieser Unterstützungszahlungen forderte.

Der britische Premier konterte mit der Forderung nach einer Abschaffung der EU-Agrarsubventionen, die er durch eine nachhaltige Unterstützung von Bildung und Wissenschaft ersetzt sehen wollte. Die britisch-französische Kontroverse führte Mitte Juni 2005 zum Scheitern des EU-Gipfels. Gleich zu Beginn seiner letzten Amtsperiode sah sich der britische Regierungschef außerdem einer großen terroristischen Herausforderung gegenüber: Im Juli 2005 rissen mehrere islamistische Selbstmordattentäter zahlreiche Menschen in Londoner U-Bahnen und Bussen mit in den Tod. Blair geriet abermals wegen seiner Irak-Politik innenpolitisch unter Druck. Am 7. September 2006 gab Tony Blair bekannt, dass er als Parteiführer bei der Konferenz zum Trades Union Congress im September 2007 zurücktreten werde.

Am 10. Mai 2007 hat er den 27. Juni 2007 zum Zeitpunkt seines Rücktritts bestimmt. Auf einem Sonderparteitag in Manchester am 24. Juni 2007 übergab er die Führung der Labour-Partei an den bisherigen Schatzkanzler Gordon Brown.

Privat ist Tony Blair seit 1980 mit Cherie Booth verheiratet und Vater von vier Kindern: Euan Anthony Blair (1984), Nicholas John (1985), Kathryn Hazel (1988) und Leo George (2000).


Die Europäische Union

NameAnthony Charles Lynton Blair

AliasTony Blair

Geboren am06.05.1953

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortEdinburgh, Schottland (GB).