Biografie

Steve Rubell

Der US-amerikanische Unternehmer, gescheiterte Wirtschaftswissenschaftler und Restaurantbetreiber prägte mit der Gründung des legendären "Studio 54" (1977) in New York nachhaltig das Disco-Zeitalter. Die Feste der Diskothek, in der ungezählte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens regelmäßig zu Gast waren, wurden international bekannt. So schillernd und mondän sich dort das Nachtleben abspielte, so ambivalent und tragisch gestaltete sich der Werdegang von Stephen Rubell zwischen Drogen, Gefängnis, Krankheit und vorzeitigem Tod...
Stephen Rubell wurde am 2. Dezember 1943 in New York geboren.

Sein Vater war Postangestellter in Brooklyn, der sein Gehalt als Tennislehrer aufzubessern suchte. Rubell ging in Brooklyn zur Highschool und versuchte sich dem väterlichen Wunsch entsprechend im Tennissport, jedoch ohne großen Erfolge. Nach dem Schulabschluss begann Rubell ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Syracuse University, das er ohne große Freude durchführte. 1971 nahm er seine erste Arbeit in einem Finanzbüro an der Wall Street auf, die er aus Desinteresse jedoch bald wieder niederlegte.

Mit Hilfe eines elterlichen Kredits stürzte sich Rubell statt dessen mit Ian Schrager, mit dem er sich in den späten 1960er Jahren am College angefreundet hatte, in verschiedene unternehmerische Aktivitäten. 1972 eröffnete Rubell mit Schrager eine Steakhouse-Kette. Vor dem Hintergrund der aufkommenden Disco-Mode bauten sie 1974 eines der Lokale zu einem Tanzklub um: Doch der "Enchanted Garden" in Queens entwickelte sich wegen Schwierigkeiten mit der Nachbarschaft zu einem Misserfolg.

Von den ärmlicheren Stadtbezirken aus versuchten Rubell und Schrager dann ins vornehme Manhattan zu expandieren, wo sie an der 254 West 54th Street ein 1927 entstandenes Gebäude erwarben, das während der Weltwirtschaftskrise als "San Carlo Opera House" fungiert und dann in den 1930er Jahren als Theaterrestaurant "Casino de Paris" gedient hatte, um im folgenden Jahrzehnt in ein Fernsehstudio von CBS umgewandelt zu werden. Das seit längerem leer stehende Gebäude wurde nach dem Kauf durch beide Unternehmer aufwändig saniert und restauriert, um es in ein Tanzlokal umzubauen.

Zusammen mit Schrager eröffnete Rubell am 26. April 1977 die Diskothek, die bald unter dem Namen "Studio 54" in ganz New York bekannt wurde. Das Nachtlokal bezog seine Bezeichnung aus der Lage in der 54. Straße. Das "Studio 54" avancierte zu einem beliebten Anziehungspunk für berühmte Persönlichkeiten aus dem Film- und Showbusiness, obwohl sie in den ersten Wochen noch keine Lizenz zum Ausschank von Alkohol hatten. Bereits im Oktober 1977 galt der Club als der gesellschaftliche Treffpunkt, von dem am meisten in der New Yorker Öffentlichkeit gesprochen wurde.

Die Besonderheit von "Studio 54" lag in der einzigartigen gesellschaftlichen Mischung, die Rubell durch eine strenge und auch von ihm persönlich durchgeführte Einlasskontrolle, die er als "mixing the salad" bezeichnete, herzustellen wusste: In der Diskothek trafen unbekannte Nachtschwärmer mit internationalen Stars zusammen. Das Milieu wurde dabei bewusst bisexuell und multi-ethnisch bestimmt. Im "Studio 54" feierte Rubell ausgelassene und aufwändige Partys mit Bianca Jagger, Rod Stewart, Elton John, Frank Sinatra, Liza Minnelli, Diana Ross, Andy Warhol, Kirk Douglas, Truman Capote, Richard Gere und zahlreichen anderen namhaften Persönlichkeiten.

Im Dezember 1979 wurden Rubell und Schrager wegen angeblicher Steuerhinterziehung verhaftet und zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Davon mussten sie 13 Monate in Haft verbüßen. Nachdem die entsprechende Lizenz auslief, musste das "Studio 54" ab März 1980 seine Pforten bis auf weiteres schließen. Nach ihrer vorzeitigen Entlassung im Januar 1981 verkauften beide den Club an Mark Fleishman, der die Diskothek dann zum Mai 1981 wiedereröffnete. Das "Studio 54" schloss dann als regelmäßig betriebener Nachtklub endgültig 1988 seine Tore. Die Räumlichkeiten an der 254 West 54th Street werden jedoch für private Feiern und Special Events genutzt.

Nach dem Abschied vom "Studio 54" blieben Rubell und sein Partner zunächst im Nachtklubgeschäft. Sie eröffneten 1985 mit dem "Palladium" ein weiteres Etablissement, dessen Geschäftsentwicklung jedoch unter dem allgemeinen Rückgang des Disco-Booms litt. Beide versuchten sich alsdann im New Yorker Hotelgeschäft, wo sie u.a. das "Morgans" und das "Royalton" eröffneten. Während Schrager schließlich eine erfolgreiche Karriere als Hotelunternehmer machte, nahm Rubells Leben einen tragischen Verlauf. 1985 sah er sich mit einem positiven HIV-Testergebnis konfrontiert.

Ein ausschweifender Lebenswandel, der von Nachtleben, Alkohol- und anderem Drogengenuss gekennzeichnet war, beeinträchtigte in den folgenden Jahren zunehmend seinen Gesundheitszustand.

Stephen Rubell starb am 25. Juli 1989 in einem Krankenhaus in Manhattan. Er hinterließ seinen Lebensgefährten Bill Hamilton.

NameStephen Rubell

AliasSteve Rubell

Geboren am02.12.1943

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortNew York (USA).

Verstorben am25.07.1989

TodesortNew York (USA).