Biografie

Roberto Rossellini

Der italienische Filmregisseur gilt als Wegbereiter des Neorealismo, dem spezifischen Erzählstil des italienischen Nachkriegskinos. Als Förderer des jungen Federico Fellini und der Schauspielerinnen Anna Magnani und Ingrid Bergman, mit denen ihn auch persönliche Beziehungen verbanden, schrieb Roberto Rossellini internationale Filmgeschichte. Zentrales Thema war die kritische Darstellung der sozialen Lebensumstände der italienischen Unterschicht im Laufe der 1940er Jahre. Auch sein spätes Werk enthielt präzise Milieuschilderungen. Zu seinen erfolgreichsten Filmen zählen "Rom, offene Stadt" (1945), "Stromboli" (1950), "Reise in Italien" (1953), "Die Karabinieri" (1962) und "Der Messias" (1976)...
Roberto Rossellini wurde am 8. Mai 1906, als Sohn eines erfolgreichen Architekten und Unternehmers, in Rom geboren.

Rossellini wuchs in wohlhabenden Verhältnissen in der italienischen Hauptstadt auf. In früher Jugend entdeckte er seine Leidenschaft zum Kino. Nach dem Abitur studierte er Philosophie, Literatur und Kunstgeschichte. 1938 bescherte ihm die Freundschaft zum filmbegeisterten und einflussreichen Vittorio Mussolini, dem Sohn des italienischen "Duce" Benito Mussolini, die Möglichkeit, als Drehbuchautor erstmals an einem Film mitzuwirken: "Luciano Serra pilota" von Goffredo Alessandrini. Wenige Jahre später übernahm er bereits die Regie für drei Filme, die allerdings unter den Bedingungen der faschistischen Kinopropaganda entstanden: "La nave bianca" (1941), "Un pilota ritorna" (1942) und "L`uomo della croce" (1943).

Rossellini begann nun auch, mit seinem jüngeren Bruder Renzo zusammenzuarbeiten, der in der Folge die Musik für viele seiner Filme komponierte. Im Zuge der Befreiung Roms durch die alliierten Truppen, hatte Rossellini 1943 keine Probleme, eine ideologische Wende zu vollziehen. Unter Mitarbeit antifaschistischer Widerstandskämpfer und des jungen Federico Fellini drehte Rossellini 1944/45 unter kriegsbedingt äußerst schwierigen Bedingungen "Rom - offene Stadt". Unter der beeindruckenden Darstellung von Anna Magnani und zahlreicher Laienschauspieler, wurde das legendäre Heldenepos über die italienische Resistenza zum Wegbereiter des italienischen Neorealismo, dem vorherrschenden Erzählstil des italienischen Nachkriegskinos.

Darauf folgten mit "Paisà" (1946), an dem Klaus Mann mitschrieb, und "Deutschland im Jahre Null" (1947), der in den Trümmern Berlins gedreht wurde, zwei weitere Filme, die sich auf realistisch-dokumentarische Weise mit Resistenza und Krieg auseinander setzten. Die Schauspielerin Magnani, mit der Rossellini in jenen Jahren eine Liebesbeziehung verband, wirkte als Protagonistin auch in "Amore" von 1948 mit. Im Übergang zu den 1950er Jahren markierte Rossellinis "Trilogie der Einsamkeit" den Beginn seiner Zusammenarbeit mit der schwedischen Filmschauspielerin Ingrid Bergman: Die neue Geliebte des Regisseurs brachte in "Stromboli" (1949), "Europa 51" (1952) und "Liebe ist stärker / Reise in Italien" (1953) eine dramatische Reflexion über das Thema des Individuums, seiner Existenz und seiner Einsamkeit zum Ausdruck.

Rossellini ließ sich von seiner ersten Ehefrau Marcella Di Marchis, mit der einen Sohn hatte, scheiden, um 1950 Ingrid Bergmann zu heiraten. Mit der erfolgreichen Schauspielerin hatte der Regisseur drei Kinder, darunter die inzwischen ebenfalls zu Weltruhm gelangte Schauspielerin Isabella Rossellini. 1959 entstand "Der falsche General", in dem Vittorio De Sica in der Hauptrolle mitwirkte und der erneut an das Thema der Resistenza anknüpfte. Rossellini betätigte sich auch als Theater- und Opernregisseur in Rom und Neapel. 1957 stürzte den Regisseur eine Reise nach Indien in eine persönliche und künstlerische Krise. Seine Verbindung mit der Inderin Sonali das Gupta, mit der er ein Kind hatte, führte 1958 die Scheidung von Ingrid Bergman herbei.

Ab Mitte der 1960er Jahre wandte sich Rossellini auch dem Fernsehen zu, für das er in den folgenden Jahren durch zahlreiche Fernsehfilme die Menschheitsgeschichte analysierte und den technischen Fortschritt hinterfragte. Es entstanden Filme wie "Es war Nacht in Rom" (1960), "Schwarze Seele" (1962) und 1966 "Die Machtergreifung Ludwigs XIV". 1974 entstand mit "Italia - L`anno uno" erneut ein Spielfilm. 1975 folgte "Der Messias". Sein letztes Werk war der Dokumentarfilm über "Le Centre Georges Pompidou" von 1977.

Roberto Rossellini starb am 3. Juni 1977 in Rom.
1941 - La nave bianca

1942 - Un pilota ritorna

1943 - L`uomo della croce

1945 - Rom - offene Stadt

1946 - Desiderio

1946 - Paisà

1947 - Deutschland im Jahre Null

1948 - Amore

1948 - Die Maschhine, die die Bösen tötet

1949 - Franziskus, der Gaukler Gottes

1949 - Stromboli

1951 - Die sieben Sünden (Episode: Neid)

1952 - Europa 51

1953 - Liebe ist stärker / Reise in Italien

1954 - Dov`è la libertà?

1953 - Wir Frauen (Episode: Ingrid Bergmann)

1955 - Angst

1959 - Indien, Mutter Erde

1959 - Der falsche General

1960 - Es war Nacht in Rom

1961 - Viva l`Italia

1961 - Der furchtlose Rebell

1962 - Schwarze Seele

1963 - RoGoPaG (Episode: Illibatezza)

1966 - Die Machtergreifung Ludwigs XIV. (TV)

1968 - Die Geschichte der Apostel (TV)

1970 - Sokrates (TV)

1971 - Blaise Pascal (TV)

1973 - Descartes (TV)

1974 - Italia - L`anno uno

1975 - Der Messias (TV)

1977 - Le Centre Georges Pompidou

NameRoberto Rossellini

Geboren am08.05.1906

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortRom (I).

Verstorben am03.06.1977

TodesortRom (I).