Biografie

Federico Fellini

Der Karikaturist, Drehbuchautor und Filmregisseur gilt neben Luchino Visconti als der Maestro des italienischen Nachkriegskinos. Durch seinen einzigartigen Erzählstil und seine phantastischen Visionen schuf Federico Fellini ein besonderes Genre "fellinianischer Bilder". Damit thematisierte er gegenüber einem internationalen Publikum die volkstümliche Kultur Italiens, aber auch den absurden Verfall von Film- und Fernsehkunst unter den Bedingungen der kommerzialisierten Massenkommunikation. Zu einem seiner größten Erfolge zählt der Titel "La dolce vita" aus dem Jahr 1960. 1989 beendete der Filmschaffende mit "La voce della luna" seine vier Jahrzehnte währende Regiearbeit...
Federico Fellini wurde am 20. Januar 1920 im italienischen Rimini geboren.

Schon in frühester Jugend fühlte sich Federico Fellini zu einem humoristischen Journalismus hingezogen, dem er in seinen karikaturistischen Zeichnungen und satirischen Texten für Zeitschriften sowie in seinen humorvollen Radiobeiträgen nachging. Diese Tätigkeit brachte ihm erste Popularität ein und er wurde bald vom Film entdeckt. Nachdem Fellini Ende 1939 nach Rom gezogen war, begann er dort, als Drehbuchautor tätig zu werden. In jenen Jahren schrieb er Schauspielern wie Aldo Fabrizi und Anna Magnani Filmrollen auf den Leib, die eine Periode des volkstümlichen Proto-Realismo in der italienischen Filmgeschichte begründeten und den internationalen Ruhm seiner Protagonisten vorbereiteten.

Fellini entwickelte in seinen ersten Drehbüchern bereits jenes einzigartiges Bilderkaleidoskop volkstümlicher Theatralität, das seine eigenen Filme später auf so unvergleichliche Weise kennzeichnen sollte. Neben seiner Tätigkeit als Filmautor frequentierte Federico Fellini in den 1940er Jahre die Bohème-Szene des römischen Journalismus, er schrieb für Filmzeitschriften, wirkte als Drehbuchautor, Regieassistent und sogar als Schauspieler an einigen der bedeutendsten Filme von Roberto Rosselini mit. Dabei lernte er auch die Schauspielerin Giulietta Masina kennen, die er im Jahr 1943 heiratete.

Im Jahr 1950 debütierte Fellini als Regisseur mit dem Spielfilm "Luci del varietà", den er zusammen mit Alberto Lattuada im Milieu der volkstümlichen Theater in Rom drehte. Während dieser Film ein ökonomischer Misserfolg wurde, wurde der im Jahr 1952 realisierte Streifen "Lo sceicco bianco" wohlwollend von der Kritik aufgenommen. Erstmals wurde in diesem karikaturistischen Stück der unverwechselbaren Stil Fellinis erkannt. 1953 wurde Fellini für den Film "I vitelloni" auf dem Festival von Venedig mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet. Nach diesem ersten italienischen Erfolg begründete Fellini im Jahr 1954 mit "La strada" seinen internationalen Ruhm.

Die tragische Filmerzählung, meisterhaft interpretiert von Anthony Quinn und Giulietta Masina, markiert auch den Übergang des künstlerischen Führungsanspruchs über das italienische Kino von Rossellini auf Fellini. 1960 lenkte Federico Fellini mit "La dolce vita" die weltweite Aufmerksamkeit auf das italienische Kino. Der Film, der auf katholischer Seite in Italien auf Kritik stieß, bedeutete auch den internationalen Durchbruch für den Schauspieler Marcello Mastroianni, der darin in der Rolle des skrupellosen Paparazzo brillierte. Auf einen ähnlichen internationalen Erfolg stießen unter den nachfolgenden Filmen Fellinis vor allem "Otto e mezzo" (1963), "Fellini-Satyricon" (1969), "Roma" (1972) und "Amarcord" (1973) sowie die von feministischer Seite umstrittene "La città delle donne" (1980).

In "Ginger e Fred" ließ Fellini im Jahr 1985 nochmals die beiden inzwischen gealterten Schauspieler auftreten, die jahrzehntelang als Protagonisten seine Filme interpretiert hatten: Seine Frau Giulietta Masina und Marcello Mastroianni führten in diesem filmischen Werk eindrucksvoll die Entfremdung des Künstlers in der Welt des kommerziellen Fernsehens vor Augen. Der Angriff auf den Qualitätsverlust und auf die zunehmende Banalität des italienischen Privatfernsehens bildete ebenso eine inhaltliche Konstante der Filme Fellinis wie die satirische Auseinandersetzung mit seinem eigenen Arbeitsumfeld, dem italienischen Kino.

Dessen Maestro inszenierte im "Intervista" von 1987 sein eigenes Filmschaffen, einen Film im Film, der die Kinoarbeit eindrucksvoll veranschaulichte. 1989 beendete der Filmschaffende mit "La voce della luna" seine vier Jahrzehnte währende Regiearbeit.

Federico Fellini starb am 31. Oktober 1993 in Rom.

Federico Fellinis Beerdigung wurde von einem gewaltigen Trauerpublikum begleitet, das damit die Popularität und Beliebtheit des phantastischen Bildererzählers dokumentierte.
1950 - "Luci del varietà".

1952 - "Lo sceicco bianco".

1953 - "I vitelloni".

1953 - "Agenzia matrimoniale (Episode in: L’amore in città)".

1954 - "La strada".

1955 - "Il bidone".

1957 - "Le notti di Cabiria".

1960 - "La dolce vita".

1962 - "Boccaccio ’70" (Le tentazioni del dottor Antonio).

1963 - "Otto e mezzo".

1965 - "Giulietta degli spiriti".

1968 - "Tre passi nel dilirio" (Toby Dammit).

1969 - "Block-Notes di un regista".

1969 - "Fellini-Satyricon".

1970 - "I clowns".

1972 - "Roma".

1973 - "Amarcord".

1976 - "Il casanova di Federico Fellini".

1979 - "Prova d’orchestra".

1980 - "La città delle donne".

1983 - "E la nave va".

1985 - "Ginger e Fred".

1987 - "Intervista".

1989 - "La voce della luna".

NameFederico Fellini

Geboren am20.01.1920

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortRimini (I).

Verstorben am31.10.1993

TodesortRom (I).