Biografie

Otto Mueller

NameOtto Mueller

Geboren am16.10.1874

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortLiebau (D).

Verstorben am24.09.1930

TodesortBreslau (D).

Otto Mueller

Der deutsche Maler und Grafiker gilt als einer der bedeutendsten Expressionisten. Otto Mueller malte zunächst bevorzugt Badende als Aktfiguren in Landschaften. Dabei verlieh der Künstler seinen Darstellungen eine lyrische Bildersprache. Seine frühen Werke unterlagen dem Einfluss von Impressionismus, Jugendstil und Symbolismus. Mueller vermied in seinen Bildern das Herausfordernde und Laute. Seine Werke wirken introvertiert und regen eher zum Nachdenken an. 1910 wurde er in die Künstlergruppe "Die Brücke" aufgenommen. Gleichzeitig stellte er auch mit den Künstlern des "Blauen Reiters" aus. 1919 trat er der Künstlervereinigung "Arbeitsrat für Kunst" bei. Von 1919 bis 1930 lehrte er als Professor an der Kunstakademie Breslau. Daneben war er auch Vorstandsmitglied im ersten Deutschen Künstlerbund. In seinem Spätwerk wählte er hauptsächlich Zigeuner als Motive aus; ihre Lebensweise stand für ihn als Loslösung von herrschenden Gesellschaftskonventionen...
Otto Mueller wurde am 16. Oktober 1874 als Sohn eines ehemaligen Offiziers und Steuerbeamten in Liebau, dem heutigen Lubawka in Polen, geboren.

Von 1890 bis 1894 ließ er sich zum Lithographen im sächsischen Görlitz ausbilden. Dabei entdeckte man sein künstlerisches Talent. Danach studierte er bis 1896 an der Kunstakademie in Dresden.  Es folgten in den Jahren 1896 bis 1897 zusammen mit Gerhart Hauptmann Reisen durch die Schweiz und Italien. Danach begann Mueller an der Münchener Kunstakademie ein Studium. Doch bereits im Jahr darauf brach er ab, weil ihn der Maler Franz von Stuck, Professor an der Münchener Akademie der Bildenden Künste, für nicht talentiert genug hielt. In den Jahren von 1900 bis 1904 zog er sich ins Riesengebirge zurück und bildete sich im Selbststudium. Seine frühen Werke unterlagen dem Einfluss von Impressionismus, Jugendstil und Symbolismus.

Im Jahr 1904 zog er nach Rockau in die Nähe von Dresden. Dort begegnete er der Malerin Paula Modersohn-Becker. Auch lernte er in Dresden Mascha Meyerhof kennen, die seine spätere Frau und sein bevorzugtes Modell wurde. In den Jahren 1906 und 1907 lebte Otto Mueller wieder in Liebau. Seit 1908 wohnte er in Berlin, wo er die beiden Maler Wilhelm Lehmbruck und Erich Heckel sowie den Dichter Rainer Maria Rilke kennen lernte. Muellers Malweise wies mehr und mehr in die expressionistische Stilrichtung. 1910 verweigerte die "Berliner Secession" Otto Mueller die Teilnahme an ihrer Ausstellung. Dafür beteiligte er sich an der Ausstellung der "Neuen Berliner Secession". Im gleichen Jahr wurde er in die Künstlergruppe "Die Brücke" aufgenommen. Auch waren seine Bilder auf der "Brücke"-Ausstellung in der Dresdner Galerie Arnold zu sehen. Im Sommer hielt er sich mit Ernst Kirchner in Böhmen auf.

Im Jahr 1911 verbrachten Otto Mueller, Erich Heckel und Ernst Ludwig Kirchner zusammen einen Aufenthalt an der Ostsee und an den Moritzer Teichen bei Dresden. Dort suchten sie die unverfälschte Natur auf und arbeiteten gemeinsam. Im Jahr darauf beteiligte er sich an der "Brücke"-Ausstellung in der Kunsthandlung Fritz Gurlitt in Berlin. Gleichzeitig stellte er auch mit den Künstlern des "Blauen Reiters" aus. Nach der Auflösung der "Brücke"-Gruppe 1913 hielt er aber weiterhin freundschaftlichen Kontakt zu einzelnen Künstlern, mit denen er auch gemeinsam arbeitete. Wieder mit Kirchner hielt sich Otto Mueller im Sommer 1913 auf der Ostseeinsel Fehmarn auf. Bis in die 1920er Jahre besuchte er Erich Heckel zum gemeinschaftlichen Arbeiten.

In der Künstlergruppe "Die Brücke" nahm Otto Mueller eine besondere Stellung ein, nicht nur wegen seiner ruhigen Art, sondern auch wegen seines Malstils. Er vermied in seinen Bildern das Herausfordernde und Laute. Seine Werke wirken introvertierter und regen eher zum Nachdenken an. Er malte in der Technik der Leimfarben, die einen erfahrenen Umgang damit erforderte, da die Farben sich noch beim Trocknen verändern. So war ein genaues Abwägen der Farben und ihre Auswahl notwendig. Andererseits rufen die Leimfarben auch eine andere Wirkung hervor als in Ölfarbe gemalte Bilder – diese Optik macht auch den besonderen Reiz der Bilder von Otto Mueller aus. Von 1915 bis 1918 nahm Mueller als Infanteriesoldat in Frankreich und später in Russland am Ersten Weltkrieg teil.

Seit 1919 war er Professor an der Staatlichen Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau. Im selben Jahr trat er der Künstlervereinigung "Arbeitsrat für Kunst" bei. Gegründet wurde sie von Erich Heckel, Käthe Kollwitz, Bruno Taut und Karl Schmidt-Rottluff. Ihre Mitglieder lösten sich nicht nur von der Historienmalerei des Kaiserreiches, sondern bemühten sich darum, die Ziele der Novemberrevolution auf die Kunst zu übertragen. Im gleichen Jahr, 1919, stellte Mueller seine Werke in der Galerie von Paul Cassirer in Berlin aus. Bis 1930 lehrte Otto Mueller als Professor an der Kunstakademie Breslau, dem heutigen Wroclaw in Polen. Trotz seiner bürgerlichen Tätigkeit waren ihm seine Reisen nach Süd- und Osteuropa eine willkommene Gelegenheit, dem bürgerlichen Dasein zu entgehen.

Währenddessen pflegte er viele Kontakte zu Zigeunern. Ihre Lebensweise stand für ihn als Loslösung von herrschenden Gesellschaftskonventionen. 1927 entstanden als Folge dieser Reisen die Arbeiten zur "Zigeuner-Mappe", eine Reihe farbiger Lithographien. In der Einheit von Mensch und Natur erkannte Otto Mueller ein zentrales Anliegen seines künstlerischen Schaffens. Er realisierte es in zahlreichen Darstellungen von Aktfiguren in der Landschaft.

Otto Mueller starb am 24. September 1930, mit 55 Jahren in der Lungenklinik Obernigk bei Breslau an Lungentuberkulose. Einige seiner Arbeiten wurden postum auf der documenta 1 (1955) in Kassel gezeigt.

NameOtto Mueller

Geboren am16.10.1874

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortLiebau (D).

Verstorben am24.09.1930

TodesortBreslau (D).

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