Biografie

Karl Schmidt-Rottluff

Der deutsche Maler und Grafiker gehört zu den Hauptrepräsentanten des Expressionismus. Er war mit anderen bedeutenden Künstlern Mitbegründer der Gruppe "Die Brücke", die sich besonders in der Technik der Graphik engagierte und nach kräftigen Ausdrucksformen strebte. Karl Schmidt-Rottluffs Bilder tragen das Merkmal von klaren und betonten Konturen und kräftiger Farbigkeit, die er später abschwächte. Seine Druckgrafik wurde durch krasse Schwarzweiß-Kontraste charakterisiert. Zu seinen Werken gehören nach 1933 unter Anderem menschenleere Landschaften. 1941 mit Malverbot belegt, blieb Schmidt-Rottluff nach 1945 dem Expressionismus verbunden. Bei einem Bombenangriff 1943 auf Berlin wurde sein Atelier zerstört. In Schlesien deponierte Bilder gingen im Jahr 1945 verloren. 1947 wurde er Professor an der Hochschule für bildende Künste in Berlin-Charlottenburg...
Karl Schmidt-Rottluff wurde am 1. Dezember 1884 in Rottluff bei Chemnitz, als Sohn des Müllers Friedrich August Schmidt, geboren.

Schon in der Schulzeit interessierte sich Karl Schmidt-Rottluff hauptsächlich für Kunst. Ab 1905 begann er in Dresden an der Technischen Hochschule Architektur zu studieren. Doch kurze Zeit später brach er das Studium ab und widmete sich ganz der Kunst. In dieser Zeit setzte er auch den gleichnamigen Zusatz seines Geburtsortes an seinen eigentlichen Nachnamen Schmidt an. Zusammen mit Ernst Ludwig Kirchner, Franz Bleyl und Erich Heckel gründete er 1905 die Künstlergruppe "Die Brücke". Sie setzte sich für wirkungsvollere Ausdrucksformen in der Kunst, besonders in der Graphik, ein. In dieser Intention orientierten sich die Künstler an Kunstformen außerhalb Europas – besonders an der Kunst von Naturvölkern.

Schmidt-Rottluffs Kunstsprache lebte in dieser Zeit von der Verknappung und Reduzierung. In dieser Formgebung sahen er und die anderen "Brücke"-Maler eine entwicklungsgeschichtliche Notwendigkeit für die Kunst. In den folgenden Jahren knüpfte Schmidt-Rottluff Verbindungen zu Persönlichkeiten, wie Wilhelm Niemeyer, Franz Marc, Emil Nolde, Rosa Schapire, Lyonel Feininger, Else Lasker-Schüler oder Carl Sternheim. Emil Nolde wurde Mitglied der "Brücke". Auf eine Einladung von Nolde zu einem Besuch auf der dänischen Insel Alsen, entdeckte er das Meer und die typische Landschaft als künstlerisches Motiv. Zusammen mit Erich Heckel fand er in dem kleinen Nordseebad Dangast eine Sommerunterkunft, die der Künstler in den Jahren von 1907 bis 1912 regelmäßig nutzte.

Dort, in der Abgeschiedenheit, entstanden viele Landschaftswerke mit einem farbigen Flächenstil, zu denen er durch die Küstenlandschaft und das Licht inspiriert wurde. 1911 zog die "Brücke"-Gruppe nach Berlin um. Schmidt-Rottluff beteiligte sich nicht nur an den "Brücke"-Ausstellungen, sondern hatte auch Einzelausstellungen in Berlin, Jena und Hamburg. Mit dem Jahr des Umzugs ging bei Schmidt-Rottluff auch ein Stilwechsel einher. Er ließ sich vom französischen Kubismus anregen und verwendete auch weniger starke Farben. Seine Bilder zeigten mehr Figürlichkeit. 1913 löste sich die "Brücke" auf, für Schmidt-Rottluff ein enttäuschendes Ereignis. 1915 musste er zum Kriegsdienst an die Ostfront antreten. Seine Erlebnisse aus dieser Zeit verarbeitete er vielfach in Holzschnitten und Holzplastiken. 1918 heiratete er Emy Frisch. In dieser Zeit schuf er Holzschnitte, wie zum Beispiel die berühmten neun Blätter der Christusmappe.

In dieser Technik arbeitete er hauptsächlich für Zeitschriften, aber auch viele Aquarelle und Ölgemälde stammen aus dieser Zeit. Immer wieder suchte er die für ihn wichtige Begegnung mit der Natur, beziehungsweise die Einheit zwischen Mensch und Natur. Dennoch realisierte er in seinen Werken einen groben, flächigen Stil. 1919 folgte er nicht dem Ruf des Architekten Walter Gropius zu einer Lehrtätigkeit am Bauhaus-Institut. In der Zeit der Nationalsozialisten wurden seine Werke als "entartet" eingestuft. 1938 wurden insgesamt 608 Arbeiten aus öffentlichen deutschen Museen entfernt. Drei Jahre später belegten ihn die Nationalsozialisten mit einem Berufsverbot, und sie schlossen ihn aus der "Reichskammer der bildenden Künste" aus. Bei einem Bombenangriff 1943 auf Berlin wurde sein Atelier zerstört. In Schlesien deponierte Bilder gingen im Jahr 1945 verloren.

Nach dem Krieg im Jahr 1946 erhielt Karl Schmidt-Rottluff den Vorsitz des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung. Ein Jahr später wurde er Professor an der Hochschule für bildende Künste in Berlin-Charlottenburg. 1949 machte er eine Reise nach Ascona. Dort inspirierte ihn die südliche Landschaft zu neuen Bildern. Auch Reisen an die Ostsee förderten sein künstlerisches Schaffen. Karl Schmidt-Rottluff war nicht nur ein engagierter Künstler, sondern auch ein vielfach geehrter: So erhielt er unter anderem 1952 den Kunstpreis der Stadt Berlin und 1955 den Cornelius-Preis Düsseldorf, wurde im Jahr 1956 in die Friedensklasse des Ordens "Pour le mérite" berufen, bekam 1958 den großen Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westphalen und 1961 den Kunstpreis der Stadt München verliehen. 1970 wurde er Ehrenbürger von Berlin und 1974 Ehrenmitglied der "American Academy of Arts and Letters".

Das Malen auf großen Leinwänden kostete Karl Schmidt-Rottluff immer mehr Kraft, so dass er es im Jahr 1964 aufgeben musste. Er wandte sich wieder der Aquarellmalerei zu.

Karl Schmidt-Rottluff starb am 10. August 1976 in Berlin, im Alter von 91 Jahren.

Sein künstlerischer Nachlass befindet sich in der Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung im Brücke-Museum in Berlin.

NameKarl Schmidt-Rottluff

Geboren am01.12.1884

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortRottluff (D).

Verstorben am10.08.1976

TodesortBerlin (D).