Biografie

Paul Cassirer

Der deutsche Verleger zählte zur Zeit des Ersten Weltkrieges zu den bedeutenden Förderern der Kunst. Sein Einsatz galt der neuen modernen Kunst, der er durch die Zeitschrift "PAN" des "Paul Cassirer Verlags" zur Popularität verhalf. Darüber hinaus war Paul Cassirer als Kunsthändler tätig. Ziel Cassirers war es, der neuen Kunst im wilhelminischen Obrigkeitsstaat ein Medium zur Förderung ihrer Popularität zu geben. Mit diesem Engagement löste er heftige Kritik von Seiten der wilhelminischen Regierung aus. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe beruhten in erster Linie auf einer unterschiedlichen Kunstauffassung. Dennoch avancierte er zur führenden Persönlichkeit der europäischen Kunstszene. Der "Paul Cassirer Verlag" existierte von 1908 bis 1933...

Bedeutende Vertreter des deutschen Verlagswesens
Paul Cassirer wurde am 21. Februar 1871 in Görlitz geboren.

Nach Abschluss der Schule studierte Cassirer bis 1889 Kunstgeschichte in München. Während dieser Zeit arbeitete er als Redakteur für den "Simplicissimus", der satirischen Wochenzeitschrift des Albert Langen Verlags. 1895 heiratete er Lucie Oberwarth (1874-1950). 1904 erfolgte die Scheidung. Aus dieser Verbindung gingen die Kinder Suzanne Aimèe (1896-1963) und Peter (1900-1919 Selbstmord) hervor. 1900 zog Cassirer nach Berlin. Dort gründete er gemeinsam mit seinem Vetter, Bruno Cassirer, den "Bruno & Paul Cassirer, Kunst- und Verlagsanstalteinen Verlag" sowie einen Kunstsalon. Bereits 1901 trat sein Vetter aus dem Projekt wieder aus.

Über den Kunstsalon kam er mit Malern wie Max Liebermann, Lovis Corinth oder Max Slevogt in Kontakt, ebenso wie mit der am 2. Mai 1898 gegründeten Künstlervereinigung "Berliner Secession". Auf Vorschlag des Präsidenten Liebermanns wurde Cassirer zum Sekretär berufen. Cassirer gründete 1908 den "Paul Cassirer Verlag" in Berlin. Seit der Gründung der "PAN-Presse" (1909) veröffentlichte Cassirer impressionistische und expressionistische Schriften sowie zahlreiche Illustrationen zeitgenössischer Künstler. Aber auch zeitgenössische französische Künstler des Impressionismus fanden seine Unterstützung. Von 1910 bis 1913 wurde hier das Gesamtwerk von Heinrich Mann publiziert.

Zwischen 1909 und 1921 konnte Paul Cassirer die Künstler Lovis Corinth, Ernst Barlach, Max Slevogt, Max Oppenheimer und Max Pechstein für die Pan-Presse gewinnen, die in den 19 Werken zum Teil mehrmals vertreten waren. Außerdem wurden hier auch Illustrationen für andere Vorzugsdrucke des Verlages und zahlreiche graphische Einzelblätter aufgelegt. Zu nennen wären u.a. Oskar Kokoschka, Walter Leistikow, Hermann Struck, Marc Chagall oder Max Lieberman. Während sein Cousin den Kontakt zur "Secession" abbrach, blieb Paul Cassirer Mitglied der Vereinigung. 1910 ging aus der PAN-Presse auch die neue PAN-Zeitschrift hervor.

Ziel Cassirers war es, der neuen Kunst im wilhelminischen Obrigkeitsstaat ein Medium zur Förderung ihrer Popularität zu geben. Mit diesem Engagement löste Cassirer heftige Kritik von Seiten der wilhelminischen Regierung aus. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe beruhten in erster Linie auf einer unterschiedlichen Kunstauffassung. Dennoch war Cassirers Arbeit von höchstem Erfolg gekrönt. Er avancierte in Berlin zur führenden Persönlichkeit der europäischen Kunstszene. 1910 heiratete er die Schauspielerin Tilla Durieux (1880-1971). 1913 wurde er Präsident der "Berliner Secession" und gründete darüber hinaus die "Freie Secession".

Der PAN-Presse Verlag publizierte auch Texte von zahlreichen jungen expressionistischen Schriftstellern, aber auch verbotene Auszüge aus Bühnenstücken. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs meldete sich der Verleger mit dreiundvierzig Jahren freiwillig zum Kriegsdienst. Von der Front flüchtete er im selben Jahr, 1914, nach Bern. Hier gründete er am 16. November 1917 mit Max Rascher und Dr. Otto Rascher die Max Rascher Verlags AG, die pazifistische Schriften von deutschen und französischen Autoren publizierte. 1922 musste das Unternehmen aus finanziellen Gründen wieder aufgelöst werden.

Wieder in Berlin veröffentlichte er zwischen 1919 und 1920 mit René Schickele die Zeitschrift "Die weißen Blätter". Das bedeutendste Kunststück jener Jahre war die 14-bändige Ausgabe Altniederländische Malerei von Max J. Friedländer, die ab 1924 verlegt wurde. 1925 verlangte seine Frau Tilla Durieux die Scheidung. Er starb noch bevor diese rechtskräftig wurde.

Paul Cassirer verstarb am 7. Januar 1926, im Alter von 54 Jahren in Berlin an den Folgen eines Selbstmordversuchs.


Bedeutende Vertreter des deutschen Verlagswesens

NamePaul Cassirer

Geboren am21.02.1871

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortGörlitz (D).

Verstorben am07.01.1926

TodesortBerlin (D).