Biografie

Max Beckmann

Der Maler und Graphiker zählt zu den wichtigsten Vertretern der Expressionismus-Epoche in Deutschland. Seine monumentalen Bilder gelten als dramatisch. Seine Maltechnik und Motivik steht in der Traditionslinie der mittelalterlichen Religionsmalerei und der Malerei gotischer Kirchenfenster mit ihren Heiligenbildern. Ein Merkmal seines Stils sind die schwarz-blauen Konturen, mit denen Max Beckmann seine Figuren umgibt. Seine Entwicklung reichte von einen Stil der harten Formen über deren Auflockerung und einer leuchtenden Farbigkeit bis zu seinen Triptychons in seiner letzten Schaffensphase...
Max Beckmann wurde am 12. Februar 1884 in Leipzig geboren.

Im Jahr 1900 fing Max Beckmann an, in Weimar an der Großherzoglichen Kunstschule zu studieren. 1903 hielt er sich in Paris auf und zog dann im folgenden Jahr nach einer weiteren Florenz-Reise nach Berlin. 1906 bekam er den Villa-Romana-Preis für seine Aktdarstellung in der Landschaft mit dem Titel "Junge Männer am Meer" (1905) überreicht. Im selben Jahr, 1906, heiratete er die Malerin Minna Tube.

In dieser Zeit malte Beckmann im impressionistischen Stil, in der Hauptsache Porträts und Landschaften wie zum Beispiel das Werk "Grünes Meer". Indes wurde er 1905 Mitglied der Berliner "Secession", zu der auch Max Liebermann und Lovis Corinth gehörten. 1906 entstand der Bildtitel "Große Sterbeszene", zu dem er durch den Tod seiner Mutter angeregt wurde. 1912 setzte er sich mit dem Maler Franz Marc in der Zeitschrift "Pan" auseinander.

Er war dann Mitbegründer der "Freien Secession Berlin", die 1914 ins Leben gerufen wurde. Max Beckmann meldete sich als Freiwilliger zum Ersten Weltkrieg. Er wurde als Sanitäter in Ostpreußen und Belgien eingesetzt. 1915 erlitt er aufgrund seiner Kriegserlebnisse einen Nervenzusammenbruch, Beckmann wurde entlassen, er zog nach Frankfurt/M. Seine Kriegserfahrungen verarbeitete er in einigen Werken, sozusagen als Schutz und Therapie zum Überleben.

Sein Stil dieser Zeit erinnert dabei an die krasse, wirklichkeitsgetreue Darstellung von Otto Dix und George Grosz: harte Kanten, übergangslos und Splitterformen. Ein Beispiel davon gibt das Bild "Die Nacht" (1918/1919). 1919 befand er sich unter den Gründungsmitglieder der Künstlergruppe der "Darmstädter Sezession". Ab 1923 änderte sich sein Stil, der bis dahin weitgehend von den Kriegserlebnissen bestimmt war.

Die Härte in den Bilder löste sich etwas auf, die Farben wurden leuchtender und auch die Motive änderten sich. Beckmann wandte sich motivisch dem Theater, Zirkus, den Tanzbars, Varietés, Kabaretts und Jahrmärkten zu. Von 1925 bis 1932 erfüllte er am Städtischen Kunstinstitut in Frankfurt/M. einen Lehrauftrag, 1929 wurde er dort zum Professor berufen. Nach der Trennung von seiner ersten Frau heiratete er Mathilde von Kaulbach.

In Paris gründete er ein Atelier, so dass er sich öfter dort aufhielt. Im Jahr der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde er aus seinem Amt enthoben. Ab 1933 wohnte er in Berlin. Zur gleichen Zeit begann er die Arbeiten an seinen monumentalen Bildern, an den Triptychons. Seine erste Arbeit betitelte er "Abfahrt", die seine Vision von der Herrschaft der Nationalsozialisten und seine Auswanderung in starken und grellen Kontrastfarben allegorisch darstellt.

Insgesamt fertigte der Maler neun Monumentalwerke an, alle zwischen 1930 und 1950. Zu der im Jahr 1937 von den Nationalsozialisten veranstalteten Ausstellung "Entartete Kunst" in München sollten auch Bilder von Beckmann gezeigt werden. 1938 hielt er sich in London auf zur Gegenausstellung zur "Entarteten Kunst". Der Künstler zog sich zunächst nach Amsterdam zurück. Nach der deutschen Besetzung der Niederlande musste er sich in den Untergrund begeben, wo er den Krieg überstand.

Erst 1947 begab er sich in die USA. Dort lehrte er in den nächsten zwei Jahren in St. Louis an der Washington University. Später, ab 1949, begab er sich nach New York, wo er am Art Department des Brooklyn Museums unterrichtete. Im Jahr darauf wurde er zum Ehrendoktor der Universität St. Louis ernannt. Auch als Graphiker erlangte Max Beckmann den Ruf eines bedeutenden Künstlers. Vor allen Dingen in Zeiten der Unruhe wie zu seinem Sanitätsdienst im Ersten Weltkrieg oder nach seiner Entlassung aus der Lehrtätigkeit durch die Nationalsozialisten beschäftigte er sich mit der Graphik.

Die graphische Tätigkeit war für ihn ein geeignetes Mittel, sich der Welt anzunähern und sie zu vereinnahmen. So folgte aus der Graphik Beckmanns Malerei, für die er das Skizzenhafte übernahm. Seine Lithographien, den Tuschzeichnungen sehr ähnlich, verbanden sich mit literarischen Themen. Eine Besonderheit Beckmanns war der Wechsel von Arbeitsmaterialien und -technik, so zum Beispiel von Öl auf Pastell oder Tusche bei ein und demselben Thema. Besonders beeindruckt davon waren die Maler Leiberg, Penck, Strawalde und Voges aus der ehemaligen DDR.

Max Beckmann starb am 27. Dezember 1950 im Alter von 66 Jahren in New York.

NameMax Beckmann

Geboren am12.02.1884

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortLeipzig

Verstorben am27.12.1950

TodesortNew York City (USA)