Biografie

Marcello Mastroianni

Der italienische Schauspieler avancierte ab den 1960er Jahren zu einem der meistbeschäftigten europäischen Mimen. Ursprünglich im Theaterbereich von Luchino Visconti entdeckt, vollzog Marcello Mastroianni eine beispiellose Karriere im italienischen Nachkriegsfilm. In seinen Rollen verkörperte er zumeist den kultivierten und eleganten Kosmopoliten. Seinen Durchbruch feierte er 1959 in der Rolle eines Skandalreporters in "La dolce vita" (Das süße Leben) aus dem Jahr 1959. Durch seine gekonnten Darstellungen stieg Marcello Mastroianni unter der wiederholten Regie Federico Fellinis zum Weltstar auf. Für seine Darstellung des Kellners "Romano" in "Schwarze Augen" (1987) wurde er mit dem Darstellerpreis in Cannes bedacht...
Marcello Mastroianni wurde am 28. September 1924 in Fontana Liri bei Frosinone (Italien) geboren.

Die Arbeitssuche des Vaters, der Tischler war, führte die Familie zunächst nach Turin. 1934 ließ sie sich in Rom nieder, wo Marcello aufwuchs. In der italienischen Hauptstadt nahm er dann ein Studium der Architektur und Volkswirtschaft auf. Daneben war er in den Kriegsjahren auch als technischer Zeichner tätig. Durch die deutsche Besatzung geriet er in ein Arbeitslager, aus dem er flüchtete, um sich bis Kriegsende versteckt zu halten. Nach 1945 wurde Mastroianni aufgrund seines Engagements in einem römischen Studententheater vom Theater- und Filmregisseur Luchino Visconti entdeckt, unter dessen Anleitung er sich im folgenden Jahrzehnt zu einem gekonnten Schauspieler auf der Theaterbühne entwickelte.

Zugleich übernahm er ab 1948 zunehmend auch Filmrollen im damals vorherrschenden populären Neorealismo-Kino Italiens. Aufsehen innerhalb Italiens erregte er dabei erstmals 1954 für seine darstellerische Leistung in "Cronache di poveri amanti" (Regie: Carlo Lizzani). In "Le notti bianche" von Luchino Visconti konnte er 1957 sein Talent bestätigen. 1950 heiratete Mastroianni die Schauspielerin Flora Carabella, mit der er eine Tochter bekam. Später hatte er aus der vorübergehenden Beziehung zu Cathérine Deneuve mit dieser ebenfalls eine Tochter. Die Ehe mit Carabella verlief wegen seiner Affären spannungsreich und wurde 1990 getrennt.

Im Jahr 1959 gelang ihm schließlich mit der gekonnten Darstellung des Boulevard-Journalisten und Paparazzo in "La dolce vita" (Das süße Leben) von Federico Fellini der internationale Durchbruch. Der Welterfolg markierte auch den Beginn einer jahrzehntelangen beruflichen Zusammenarbeit und persönlichen Freundschaft zu Fellini. Während der 1960er Jahre steigerten mehrere italienische Filmrollen Mastroiannis internationalen Ruhm, der nicht zuletzt auch auf einer äußerst fruchtbaren Zusammenarbeit mit der Schauspielerin Sophia Loren gründete: Dazu gehörten seine schauspielerischen Leistungen in "La notte" (1961, Regie: Michelangelo Antonioni), "Divorzio all’italiana" (1961, Regie: Pietro Germi), "Otto e mezzo" (1963, Regie: Federico Fellini), "Amanti" (1968, Regie: Vittorio De Sica) und "Lo straniero" (1967, Regie: Luchino Visconti).

In den 1970er und 1980er Jahren überraschte Mastroianni sein Publikum durch die überzeugende Darstellung grotesker und unerwarteter Rollen in "La grande abbuffata" und "Ciao maschio" (1973 und 1978, Regie: Marco Ferreri), "Una giornata particolare" (1977, Regie: Ettore Scola), "La città delle donne" (1980, Regie: Federico Fellini) und "Der Bienenzüchter" (1987, Regie: Theo Angelopoulos). 1987 brachte ihm seine Rolle in "Oci Ciornie" (Schwarze Augen, Regie: Nikita Michalkov) die Goldene Palme von Cannes ein. Auf der Biennale von Venedig erhielt er zwei Jahre später die Anerkennung als bester männlicher Schauspieler in Ettore Scolas "Che ora è?".

Im Jahr 1993 übernahm Mastroianni erstmals auch eine Rolle für eine europäische Fernsehproduktion, indem er im unter Mitwirkung des ZDF produzierten Kriminalfilms "Wie weit ist die Nacht" den Kommissar spielte. Als Fellini 1993 in Rom verstarb, verlor der Schauspieler seinen bedeutendsten Filmkollegen, mit dem zusammen er für über vier Nachkriegsjahrzehnte den Weltruhm des italienischen Kinos gesichert hatte. Seine letzten Rollen spielte Mastroianni in Theo Angelopoulos Meisterwerk "Der schwebende Schritt des Storches", in Robert Altmans Satire "Prêt-à-Porter" und "Erklärt Pereira". Auch sein letzter, mehrfach ausgezeichneter Film "Reise an den Anfang der Welt" zählte 1997 in Cannes zu den Höhepunkten.

Marcello Mastroianni starb am 19. Dezember 1996 in Paris.
1954 - "Cronache di poveri amanti" (R: CarloLizzani).

1957 - "Le notti bianche" (R: LuchinoVisconti).

1960 - "La dolce vita" (R: FedericoFellini).

1960 - "Il bell’Antonio" (R: MauroBolognini).

1961 - "La notte" (R: MichelangeloAntonioni).

1961 - "Divorzio all’italiana" (R: PietroGermi).

1962 - "Cronaca familiare" (R: ValerioZurlini).

1963 - "Otto e mezzo" (R: FedericoFellini).

1963 - "I compari" (R: MarioMonicelli).

1963 - "Ieri, oggi e domani" (R: VittorioDeSica).

1965 - "L’uomo dei cinque palloni" (R: MarcoFerreri).

1967 - "Lo straniero" (R: LuchinoVisconti).

1968 - "Amanti" (R: Vittorio DeSica).

1970 - "La moglie del prete" (R: DinoRisi).

1973 - "La grande abbuffata" (R: MarcoFerreri).

1974 - "Non toccare la donna bianca" (R: MarcoFerreri).

1974 - "Allonsanfán" (R: Paolo u. VittorioTaviani).

1975 - "Divina creatura" (R: Giuseppe PatroniGriffi).

1975 - "Per le antiche scale" (R: MauroBolognini).

1976 - "Todo Modo" (R: ElioPetri).

1977 - "Una giornata particolare" (R: EttoreScola).

1978 - "L’ingorgo" (R: LuigiComencini).

1978 - "Ciao maschio" (R: MarcoFerreri).

1978 - "Cosi come sei" (R: AlbertoLattuada).

1979 - "La terrazza" (R: EttoreScola).

1980 - "La città delle donne" (R: FedericoFellini).

1981 - "La pelle" (R: LilianaCavani).

1982 - "Il mondo nuovo" (R: EttoreScola).

1987 - "L’intervista" (R: FedericoFellini).

1987 - "Der Bienenzüchter" (R: TheoAngelopoulos).

1987 - "Oci Ciornie" (R: NikitaMichalkov).

1989 - "Che ora è?" (R: EttoreScola).

1991 - "Stanno tutti bene" (R: GiuseppeTornatore).

1991 - "Used People" (R: BeebanKidron).

NameMarcello Mastroianni

Geboren am28.09.1924

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortFontana Liri (I).

Verstorben am19.12.1996

TodesortParis (F).