Biografie

Lyonel Feininger

Der amerikanische Maler und Graphiker mit deutscher Abstammung nannte seinen Stil "Prismaismus". Dabei sind seine gegenständlichen Bilder in eine kristalline geometrische Konstruktion eingepasst. Vor allem seine reiferen Werke bestechen durch die virtuose Aufteilung in sich überschneidender farbiger Lichtschleier. In seiner Motivik wandte er sich hauptsächlich Städten, gotischen Bauwerken und Seenlandschaften zu. Seine Werke versah er mit einer auffallenden Lichtdurchflutung und einer strengen Konstruktion. In seinem Kunstschaffen wurde Lyonel Feininger stark vom Kubismus und dem Orphismus des Malers Robert Delaunay beeinflusst...
Lyonel Feininger wurde als Sohn des deutschen Geigers Karl Feininger und der Sängerin Elizabeth Cecilia, geborene Lutz, am 17. Juli 1871 in New York geboren.

Die Familie siedelte 1887 nach Deutschland über. In Hamburg ließ sich Lyonel Feininger an der Gewerbeschule im Zeichnen unterrichten. 1888 wählte er Berlin zu seinem Wohnsitz, wo er die Prüfung zur Aufnahme an der Königlichen Akademie bestand. Ein Jahr später realisierte er erste Karikaturen für die Wochenzeitung "Humoristische Blätter". In Lüttich war er ab 1890 Schüler des Collège Saint Servais und begeisterte sich für die Baukunst alter Städte. Im Jahr darauf setzte er seine Studien an der Berliner Königlichen Akademie fort.

Im Jahr 1892 erfolgte die erste Reise nach Rügen. Es schlossen sich weitere regelmäßige Aufenthalte an der Ostseeküste an, die sein künstlerisches Schaffen förderten. In dieser Zeit siedelte er nach Paris über und besuchte die Académie Colarossi. Doch bereits ein Jahr später befand er sich wieder in Berlin und war als Karikaturist tätig. 1901 heiratete er Clara Fürst, mit der er zwei Töchter hatte. Zwei Jahre darauf machte er die Bekanntschaft mit Julia Berg, mit der er 1906 nach Paris ging. Aus dieser Verbindung ging im gleichen Jahr ein Sohn hervor. In Paris setzte Feininger seine Studien im Atelier Colarossi fort.

Nach seiner Scheidung heiratete der Künstler 1908 Julia Berg in London. Sie ließen sich in Berlin nieder. Zwei weitere Söhne wurden geboren. 1909 trat Lyonel Feininger der Berliner Künstlergruppe "Secession" bei. Im Pariser "Salon des Indépendants" präsentierte er 1911 sechs Bilder, gleichzeitig lernte er Robert Delaunay und den französischen Kubismus kennen. Diese Begegnungen wurden für Feiningers Stilwechsel relevant. In der Folgezeit entstanden Bilder, deren Gestaltung der Künstler selbst als "Prismaismus" bezeichnete.

Im Jahr 1912 machte er Bekanntschaft mit den Künstlern der Gruppe "Die Blauen Reiter". In dieser Zeit widmete er sich künstlerisch der Architektur deutscher Kleinstädte, und es kam eine freundschaftliche Verbindung mit dem österreichischen Maler, Grafiker, Buchillustrator und Schriftsteller Alfed Kubin zustande. 1913 löste er sich von der Berliner Secession, und er wurde von Franz Marc eingeladen, am "Ersten Deutschen Herbstsalon" teilzunehmen. 1917 veranstaltete Lyonel Feininger seine erste große Einzelausstellung in der Galerie "Der Sturm" von Herwarth Walden. 1918 siedelte er nach Braunlage im Harz über.

Im Jahr darauf bekannte er sich mit einer Unterschrift zum Programm des "Arbeitsrates für Kunst" zu den demokratisch gesinnten Zielen der Novemberrevolution. Damit wollten Künstler seinerzeit Einfluss nehmen auf die öffentlichen Angelegenheiten der Kunst. Lyonel Feininger folgte einem Ruf an das Bauhaus-Institut und wurde dort als Meister der Formlehre tätig. 1924 riefen er, Wassily Kandinsky, Paul Klee und Alexej von Jawlensky die Künstlergruppe "Die Blauen Vier" ins Leben. Ein Jahr später folgte die erste Ausstellung der Gruppe in New York. 1926, mit dem Umzug des Bauhauses nach Dessau, ließ sich der Künstler vom Lehrbetrieb befreien.

Im Jahr 1929 realisierte er einen Auftrag der Stadt Halle zu einer Stadtansicht; er fertigte eine Folge von elf Bildern an. Nachdem 1932 das Bauhaus geschlossen wurde, folgte Feininger 1936 zunächst einer Berufung an das Mills College im kalifornischen Oakland. Schon Ende des Jahres befand er sich wieder in Berlin. Aufgrund der politisch unruhigen Zeit emigrierte Feininger nach New York. Auf der nationalsozialistischen Ausstellung "Entartete Kunst" in München wurden insgesamt 19 Werke von ihm ausgestellt. 400 seiner Arbeiten wurden aus den öffentlichen Museen entfernt und beschlagnahmt.

Für die Weltausstellung in New York schuf der Künstler 1939 Wandbilder. Die ersten Arbeiten im Exil nach dem Rückzug waren thematisch noch eng an Deutschland gebunden. Mit der Zeit gewannen aber die Motive aus Manhattan mit seinen Wolkenkratzern immer mehr Gewicht in den Bildern. 1950 fertigte Feininger ein Wandbild für den Passagierdampfer "Constutution" an. Der Maler konzentrierte sich immer mehr auf die Aquarellmalerei. In seiner Motivik wandte sich Lyonel Feininger hauptsächlich Städten, gotischen Bauwerken wie in dem Titel "Ostchor des Domes zu Halle" (1930) und Seenlandschaften zu.

Seine Bilder versah er mit einer auffallenden Lichtdurchflutung und einer strengen Konstruktion. Seinem von ihm selbst genannten Prismaismus lag die Strömung des Kubismus zugrunde, die der Künstler in eigener Manier poetisch verklärte.

Lyonel Feininger starb am 15. Januar 1956 in New York.

NameLyonel Feininger

Geboren am17.07.1871

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortNew York City (USA).

Verstorben am15.01.1956

TodesortNew York City (USA).

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