Biografie

Conrad Felixmüller

Der deutsche Künstler zählte zu den expressionistischen Malern. Von 1949 bis 1962 war Conrad Felixmüller Professor an der Martin-Luther-Universität in Halle/Saale. In seinen Anfängen bestimmte der spätexpressionistische Stil seine Bildwerke. Später, als Mitglied der DKP, waren seine expressionistischen Werke politisch und sozialkritisch motiviert. Die Hauptmotivik in seinem künstlerischen Werk ist der Mensch – ob als Einzelwesen oder in der Gruppe. Ab etwa 1930 wichen diese Motive zugunsten einer erzählenden Bildweise, die zum Teil ins Genrehafte wies...
Conrad Felixmüller wurde am 21. Mai 1897 als Sohn des Fabrikschmiedes Ernst Emil Müller und seiner Ehefrau Maria Carolina in Dresden geboren.

Bereits früh interessierte sich der talentierte Conrad Felixmüller, der mit bürgerlichem Namen Felix Müller hieß, für die Malerei. Ab 1911 besuchte er die Kunstgewerbeschule in Dresden. Der Schwerpunkt des Ausbildungsprogramms lag im graphischen Bereich und bereitete auf den Beruf des Grafikers vor. Neben seiner graphischen Tätigkeit malte Felixmüller, und der künstlerische Erfolg in der Öffentlichkeit stellte sich bereits nach dem Krieg ein. Ab 1925 ließ er sich auf der Kunstakademie in Dresden unter anderem von Carl Bantzer ausbilden. Nachdem er die Akademie verlassen hatte, lebte Conrad Felixmüller als freier Künstler in Dresden.

Mit dem Verkauf seiner Werke, aus dem der Künstler eine relativ sichere wirtschaftliche Existenz schöpfte, betraute er Emil Richter. Conrad Felixmüller orientierte sich an dem Malstil der Künstlervereinigung "Die Brücke". Seine frühen Bilder der 1920er Jahre zeugten von farbiger Flächigkeit, intuitiven Farben und Formen sowie einem dynamischen Stil. Seine Eindrücke auf einer Reise im Jahr 1920 durch das Ruhrgebiet verarbeitete er in dem Werk "Ruhrrevier" (1920), das die Handschrift des Kubismus trägt. Der harte Alltag der Bergwerksarbeiter wurde in ebenso harten Linien ausgeführt. Zwischen 1915 und 1925 entstanden bedeutende Graphiken von Conrad Felixmüller, deren Thematik bestimmt waren vom Krieg und der Revolution.

In dieser Zeit schuf er darüber hinaus Lithografien, Radierungen, Zeichnungen und Holzschnitte. Stets war er auf der Suche nach einer eigenen Motivik. Erst Mitte der 1920er Jahre beruhigte sich die Motivsuche, und er konzentrierte er sich auf alltägliche Geschehnisse. So entstanden Gemälde wie "Der Zeitungsjunge" (1920) oder "Das Flötenkind" (1931). Die Hauptmotivik in seinem künstlerischen Werk ist der Mensch – ob als Einzelwesen oder in der Gruppe. Besonders auffallend und daher charakteristisch für seine Malerei oder Grafik war die hervorgehobene Stirn und die großformatigen Augen bei seinen Menschenbildern. Mit diesen Motiven trat auch ein Stilwechsel ein, der sich nun nach dem Realismus orientierte. Felixmüller bewahrte diesen künstlerischen Ausdruck bis zu seinem Schaffensende bei.

In der Plastik verwendete der Künstler fünf verschiedene Materialien, schuf aber nur wenige Figuren. Es wird davon ausgegangen, dass Felixmüller in dieser Technik bloß experimentierte. Vor allen Dingen formte er Frauenfiguren und auch Liebespaare. Seine Skulpturkunst realisierte er in sinnlich betonter Weise, kontrollierte Üppigkeit prägt die Figuren. Von den Nationalsozialisten wurde Conrad Felixmüller als "entartet" eingestuft, im Jahr 1938 wurden insgesamt 151 seiner Werke aus öffentlichen Museen in Deutschland entfernt, und er erhielt Ausstellungsverbot. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs setzte Felixmüller seine künstlerische Tätigkeit fort, und es begann eine neue öffentliche Rezeption seiner Werke – auch auf internationaler Ebene.

Felixmüller war ein vielgeehrter Künstler. Unter anderem erhielt er für das Frauenbild "Schwangere im Herbstwald" (1920) den Sächsischen Staatspreis oder für sein Selbstbildnis das "Liebespaar von Dresden" (1928) den Großen Preis für Malerei in Dresden. Zu Felixmüllers Oeuvre gehört unter anderem die Porträtmalerei. So hielt er Persönlichkeiten wie Otto Dix, Franz Werfel oder Arnold Schönberg fest. Sein Gesamtwerk aus Malerei, Zeichnung und Graphik umfast rund 2.500 Arbeiten. In den Jahren von 1949 bis 1962 lehrte Felixmüller als Professor an der Martin-Luther-Universität in Halle/Saale. 1967 siedelte er nach Westberlin über.

Conrad Felixmüller starb am 24. März 1977 in Westberlin.

NameConrad Felixmüller

Geboren am21.05.1897

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortDresden

Verstorben am24.03.1977

TodesortBerlin

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