Biografie

Hans Modrow

Der Maschinenschlosser und Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaftler geriet in sowjetischer Kriegsgefangenschaft in Kontakt zu kommunistischem Gedankengut. Nach seiner Heimkehr vollzog Hans Modrow in der gerade gegründeten Deutschen Demokratischen Republik als Jugendfunktionär eine politische Karriere in der SED. Infolge der Herbstereignisse von 1989 bereitete er als vorletzter DDR-Ministerpräsident die Annäherung des Arbeiter- und Bauernstaates an die Bundesrepublik vor. Außerdem zählte er zusammen mit Gregor Gysi zu den maßgeblichen Führern der Reformpartei, die die PDS durch die ersten freien Wahlen der DDR im März 1990 und schließlich im Oktober 1990 in den ersten gesamtdeutschen Bundestag führten...
Hans Modrow wurde am 27. Januar 1928 in Jasenitz (Kreis Ueckermünde) als Sohn einer Arbeiterfamilie geboren.

Nach der Schule absolvierte Modrow von 1942 bis 1945 eine Ausbildung zum Maschinenschlosser. Noch kurz vor Kriegsende wurde er zum Volkssturm eingezogen, wobei er in sowjetische Kriegsgefangenschaft kam. In der Sowjetunion besuchte er eine Antifaschule, die ihn nachhaltig prägte und politisierte. 1949 kehrte Modrow nach Deutschland zurück, wo er als Maschinenschlosser zu arbeiten begann. Zugleich trat er in der sich gründenden Deutschen Demokratischen Republik der "Freien Deutschen Jugend" (FDJ), der SED und dem "Freien Deutschen Gewerkschaftsbund" (FDGB) bei. Modrow stieg zum hauptamtlichen FDJ-Funktionär auf.

Bis 1951 war er als Abteilungsleiter und Sekretär des FDJ-Landesvorstandes Brandenburg und danach bis 1952 als Landesvorsitzender der FDJ in Mecklenburg tätig. In den Jahren 1952 bis 1961 saß Modrow im Zentralrat der FDJ. Zugleich war er von 1953 bis 1961 Erster Sekretär der FDJ-Bezirksleitung Berlin und Sekretär des Zentralrats der FDJ. Von 1954 bis 1971 wirkte Modrow außerdem in der SED-Bezirksleitung Berlin. Durch ein Fernstudium an der Parteihochschule erwarb er sich 1954 bis 1957 das Diplom in Gesellschaftswissenschaften.

Im Jahr 1966 promovierte er in Wirtschaftswissenschaften. In den Jahren 1958 bis 1990 saß Modrow als Berliner Abgeordneter in der Volkskammer der DDR. Von 1967 bis 1989 war er Mitglied des Zentralkomitees (ZK) der SED. Von 1971 bis 1973 leitete Modrow die Abteilung Agitation des ZK der SED. In den Jahren 1973 bis 1989 stand er als Erster Sekretär der SED-Bezirksleitung Dresden vor. Infolge der Herbstereignisse von 1989, die zu einer personellen Umbesetzung und zögernden Reform von Partei und Staat in der DDR führten, tat sich Modrow im Oktober als Mitinitiator des Dresdner Dialogs mit Bürgerrechtsgruppen hervor.

Im November und Dezember 1989 saß Modow im Politbüro des ZK der SED. In der sich nach dem Ausscheiden von Egon Krenz unter dem neuen Vorsitzenden Gregor Gysi reformierenden Partei war Modrow ab Dezember 1989 stellvertretender Vorsitzender der SED-PDS und ab Februar 1990 Ehrenvorsitzender der PDS. Außerdem war Modrow in der Nachfolge des Altfunktionärs Horst Sindermann vom November 1989 bis März 1990 Vorsitzender des Ministerrates, also Ministerpräsident, der DDR. Zusammen mit Gysi führte Modrow die PDS in die Volkskammerwahlen vom März 1990, aus denen die Partei als drittstärkste Kraft hervorging.

Einen Monat später übergab er die Regierungsgeschäfte der DDR an den Kandidaten des CDU-Wahlsiegers Lothar de Maizière. Im Oktober 1990 wurde Modrow als Abgeordneter Mecklenburg-Vorpommerns in den ersten gesamtdeutschen Bundestag gewählt, wo er sich in der Folge als Mitglied des Außenpolitischen Ausschusses engagierte. Nachdem Modrow mit dem Ende der Legislaturperiode 1994 aus dem Bundestag ausgeschieden war, eröffnete das Dresdner Landgericht 1995 ein Verfahren gegen ihn wegen seiner möglichen Verstrickung in die Wahlfälschungen, die bei den letzten DDR-Kommunalwahlen vom Mai 1989 aufgetreten waren.

Er wurde dabei zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung und einer Geldbuße verurteilt. Auch wenn der Politiker in bundesrepublikanischen Wahlkämpfen nicht mehr für die PDS kandidierte, war er seit 1999 im Ausschuss für Entwicklungshilfe des Europa-Parlaments vertreten.

Hans Modrow ist mit Annemarie Straubing verheiratet und hat zwei Kinder.


Die Staats- und Parteichefs der Deutschen Demokratischen Republik 1949-1990

NameHans Modrow

Geboren am27.01.1928

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortJasenitz (Kreis Ueckermünde)